Wie ergeht es HSV und Köln?

Kur in der 2. Bundesliga: Traditionsclubs und der Abstieg

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Rekord-Aufsteiger (und auch -absteiger): Die Nürnberger Mannschaft steht nach dem letzten Spiel der abgelaufenen Saison auf der Haupttribüne im heimischen Max-Morlock-Stadion. Foto: Daniel Karmann

Ab- und gleich wieder aufsteigen - das ist das Wunschszenario von Vereinen, die den schweren Gang in die 2. Liga antreten müssen. Doch manchmal folgt statt eines schnellen Comebacks der ganz tiefe Sturz.

Berlin (dpa) - 55 Jahre Bundesliga sind Geschichte, der Hamburger SV spielt in der nächsten Saison zweitklassig. Die Gegner heißen dann nicht mehr FC Bayern, Borussia Dortmund oder Schalke 04, sondern 1. FC Heidenheim, SV Sandhausen und Greuther Fürth.

In der Geschichte der höchsten deutschen Fußball-Spielklasse hat es häufig Traditionsclubs erwischt - der Umgang damit und die Folgejahre verliefen höchst unterschiedlich.

SCHNELLE UND GELUNGENE RÜCKKEHR:

VfB Stuttgart: Der jüngste Auf- und Abstieg des VfB ist wohl ein Paradebeispiel, wie es sich der HSV auch wünscht. 2016? Tränen und Abstieg unter Trainer Jürgen Kramny. 2017? Die Meisterschaft und der Aufstieg unter Hannes Wolf. 2018? Rang sieben und die Chance auf Europa mit Tayfun Korkut. So schnell kann es gehen.

Hertha BSC: Absteigen, aufsteigen, absteigen, aufsteigen - die Berliner haben in vier Jahren die volle Bandbreite der Fußball-Gefühle mitgemacht. Seit dem Aufstieg 2013 herrscht aber vergleichsweise Kontinuität. Die Hertha schaffte es unter Trainer Pal Dardai sogar zurück nach Europa. Der Ungar betreut die Hauptstädter inzwischen über drei Jahre.

HÜPFEN ZWISCHEN DEN LIGEN:

1. FC Nürnberg: Kein Verein steigt so oft auf und wieder ab wie der neunmalige deutsche Meister aus Franken. Mit je acht Auf- und Abstiegen führt der FCN beide Listen ein. Kurios: Nürnberg brachte es fertig, nach der Meisterschaft 1968 und dem Pokalsieg 2007 im Folgejahr jeweils abzusteigen. In diesem Jahr gelang unter Michael Köllner ein neuerlicher Bundesliga-Aufstieg.

1. FC Köln: Auch der 1. FC Köln hüpfte in den vergangenen 20 Jahren häufig zwischen den Ligen. 1998 runter, 2000 hoch, 2002 runter, 2003 hoch, 2004 runter, 2005 hoch und 2006 runter. Die schnelle Rückkehr glückte den Rheinländern immer wieder, der jüngsten Rückkehr (2014) folgte drei Jahre später unter Trainer Peter Stöger sogar der Sprung in die Europa League. Doch der FC wäre nicht der FC, wenn direkt darauf nicht wieder ein Abstieg gefolgt wäre.

Arminia Bielefeld: Mit sieben Auf- und Abstiegen fehlt Arminia Bielefeld nicht viel im Vergleich zum 1. FC Nürnberg, die Ostwestfalen sind im Fahrstuhl-Ranking Zweiter. Obwohl die letzte Bundesliga-Saison fast zehn Jahre her ist (2008/2009), ist die Hoffnung auf die Rückkehr nicht dahin. Die abgelaufene Spielzeit beendete die Arminia auf Zweitliga-Rang vier.

DER ABSTURZ:

KFC Uerdingen: Fünfmal aufgestiegen, fünfmal wieder abgestiegen - eigentlich würde Uerdingen in die Gruppe der "Fahrstuhlmannschaften" passen. Wenn es nach dem letzten Bundesliga-Abstieg 1996 für den Club aus Krefeld nicht immer weiter bergab gegangen wäre: Regionalliga, Verbandsliga, Oberliga, NRW-Liga. Inzwischen zeigt die Tendenz nach oben, der KFC hat es in die Relegation zur 3. Liga geschafft.

Energie Cottbus: Nach zwei dreijährigen Ausflügen in die Bundesliga unter Trainer Eduard Geyer und später Petrik Sander folgte der langsame Absturz in die Viertklassigkeit. Nun hat Cottbus wie Uerdingen aber die Chance auf die Rückkehr in die 3. Liga - nach einer Bilderbuch-Saison als Regionalliga-Meister mit 31 Punkten Vorsprung auf den Zweitplatzierten.

Profil 1. FC Nürnberg

Profil Arminia Bielefeld

Profil 1. FC Köln

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