Juventus besiegt Barcelona

Juve feiert „Marsmensch" Dybala - Turin fertigt Barca ab 

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Paulo Dybala mit seinem typischen Torjubel.

Turin - Lionel Messi und Co. brauchen nach einem katastrophalen Auftritt bei Juventus Turin das nächste Wunder in der Champions League. Die alte Dame feierte vor allem Matchwinner Paulo Dybala.

Luis Enrique kochte. "Ich will nicht von einem Comeback sprechen, ich bin richtig sauer", sagte der Trainer des FC Barcelona und verzog fast schon angewidert das Gesicht. Die Gala von Juventus Turin um Weltmeister Sami Khedira, vor allem aber die erneute Minusleistung seines Starensembles mit dem blassen Lionel Messi setzten dem Spanier richtig zu.

"Es war erneut wie ein Albtraum - ein Albtraum, den alle Barca-Fans schon vor nicht allzu langer Zeit durchleben mussten", sagte Enrique nach der 0:3 (0:2)-Niederlage der Katalanen im Viertelfinal-Hinspiel bei der alten Dame, schüttelte sich und beschwor dann doch das nächste Wunder. Barca könne schließlich vier Tore "gegen jeden Gegner erzielen". Erst vor einem Monat hatte Enriques Team im Königsklassen-Achtelfinale einen 0:4 Rückstand gegen Paris St. Germain noch umgebogen (6:1).

Khedira: „Erste Schritt Richtung nächste Runde“

Wohl auch deswegen fielen die Reaktionen aus dem Juve-Lager trotz der imponierenden Vorstellung vergleichsweise verhalten aus. "Der erste Schritt Richtung nächste Runde ist geschafft", sagte Khedira, der in der Schaltzentrale seine starke Form bestätigte. Trainer Massimiliano Allegri zeigte sich überzeugt, "dass Barcelona zu Hause ein anderes Gesicht zeigen wird". Dass Juve jedoch ähnlich einbricht wie Paris bei der 1:6-Niederlage im Camp Nou, glauben die wenigsten Experten. Die Italiener haben sich mit ihrem Auftritt am Dienstag eindrucksvoll in den Kreis der Titelfavoriten geschossen.

Einen großen Anteil daran trägt der Argentinier Paulo Dybala, dem Superstar Messi nach dem Schlusspfiff respektvoll die Hand hinhielt. Freilich, ohne ihn dabei anzusehen, auch Messi war nach der Show seines Landsmanns sichtlich niedergeschlagen. Dybala wurde dagegen in der italienischen Presse überschwänglich gefeiert. "Juve siegt mit dem Marsmenschen Dybala. Diese Mannschaft ist erschreckend und kann Geschichte schreiben", schrieb die Gazzetta dello Sport. Auch die Zeitung Corriere dello Sport feierte Juves Matchwinner: "Dybala ist der neue Messi. Der Argentinier siegt im Duell gegen seinen Helden."

Doppelter Dybala brachte Juve auf die Siegerstraße

Der 23 Jahre alte Stürmer hatte die Bianconeri mit einem Doppelschlag (7. und 22.) schon früh auf die Siegerstraße gebracht. Barca wirkte danach zeitweise wie paralysiert und ließ den nötigen Kampfgeist vermissen. Auch Giorgio Chiellini (55.) überwand dann nach der Pause den deutschen Nationaltorhüter Marc-André ter Stegen und verbesserte noch einmal die Ausgangsposition der Italiener, die nach 1985 und 1996 zum dritten Mal den wichtigsten Titel im europäischen Fußball gewinnen könnten.

Für den großen FC Barcelona ist der sechste Aufstieg auf den Thron nach der "Kreuzigung"("Sport") dagegen in weite Ferne gerückt. Enriques Team braucht ein Wunder. Schon wieder.

SID

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