FIFA-Boss für Einsatz

UEFA-Kongress: Videoschiedsrichter spaltet Verbände

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Schließt den Videoschiedsrichter in der Champions League aus: UEFA-Chef Aleksander Ceferin. Foto: Ronald Zak

Nicht nur die Fußball-Fans diskutieren über den Videobeweis. Bei den Spitzenfunktionären gibt es unterschiedliche Meinungen über den Einsatz der Technik-Referees. UEFA-Boss Ceferin folgt FIFA-Chef Infantino nicht und verärgert damit Karl-Heinz Rummenigge.

Bratislava (dpa) - Die Dauer-Diskussion um den Videoschiedsrichter spaltet auch die internationalen Fußball-Spitzenfunktionäre und sorgt für einen weiteren Dissens zwischen den Führungskräften bei FIFA und UEFA.

Während Weltverbands-Boss Gianni Infantino den Videoassistenten trotz der heftigen Diskussionen in der Bundesliga unbedingt bei der WM im Sommer nutzen will, schließt UEFA-Chef Aleksander Ceferin sehr zum Unmut von Bayern Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge einen baldigen Einsatz in der Fußball-Königsklasse kategorisch aus.

"Wir werden den Videoassistenten in der nächsten Saison in der Champions League nicht nutzen", sagte Ceferin nach dem UEFA-Kongress am Montag in Bratislava. Er sei nicht grundsätzlich gegen die technische Hilfe für Referees, aber: "Ich sehe hin und wieder eine große Konfusion", betonte der Slowene.

Diese Entscheidung kann Rummenigge nicht verstehen. "Ich bedauere das", sagte er im TV-Sender des deutschen Rekordmeisters. "Es ist leider so, wie es ist, aber ich bin überzeugt, dass der Videoschiedsrichter auch in der Champions League Einzug halten wird", sagte Rummenigge.

Rummenigge lobte die FIFA für den Plan, den Video-Referee auch bei der WM im Sommer zu nutzen. "Ich freue mich, dass die FIFA innovativer ist als die UEFA, normalerweise war es oft umgekehrt", sagte der Bayern-Chef. Der Videoschiedsrichter sorge dafür, dass der Fußball "besser, seriöser und fairer" sei.

Rummenigge erinnerte an das letzjährige Viertelfinale der Champions League, als sich die Münchner gegen Real Madrid von Schiedsrichter Viktor Kassaia benachteiligt sahen. Er sei sich sicher, dass dieses Spiel mit einem "anderen Ergebnis und anderen Entscheidungen ausgegangen wäre", hätte es einen Videoassistenten gegeben.

Bei der entscheidenden Sitzung des International Football Association Boards (IFAB) am Samstag in Zürich rechnet auch Ceferin mit einer Einführung des Videobeweises durch die Fußball-Regelhüter, trotz der immer wiederkehrenden Streitfälle in der Testphase in der Bundesliga und anderen europäischen Ländern. Den Verbänden werde jedoch sicher freigestellt werden, ob sie den Videoassistenten bei ihren Wettbewerben nutzen wollen, berichtete Ceferin. Aus der Bundesliga kam bereits das Signal, an den Assistenten festhalten zu wollen.

Laut Ceferin ist sicher mit dem Einsatz von Videoreferees bei der WM zu rechnen. Infantino gilt als großer Befürworter und hat qua Amt Sitz und Stimme im achtköpfigen IFAB. Die UEFA wolle zunächst ihre Schiedsrichter adäquat schulen, bevor man sich für eine Einführung in den Club-Wettbewerben entscheide, betonte Ceferin.

Mit diesem Dissens setzt sich die unterschiedliche Bewertung von technischen Hilfsmitteln im Fußball durch die Spitzenverbände fort. Schon bei der Einführung der Torlinientechnik durch den damaligen FIFA-Chef Joseph Blatter hatte dessen UEFA-Pendant Michel Platini einen anderen Kurs eingeschlagen und stattdessen im Europapokal die Torlinien-Assistenten eingeführt.

Das Verhältnis der UEFA zu ihrem ehemaligen Generalsekretär Infantino gilt momentan als angespannt. Differenzen gibt es auch um die Zukunft internationaler Wettbewerbe wie der Club-WM. Infantino möchte den Wettbewerb von derzeit sieben auf bis zu 24 Teams ausweiten und als Nachfolger des Confederations Cup als Sommer-Turnier etablieren. Das wird von der UEFA und den europäischen Spitzenclubs abgelehnt.

Ceferin will hingegen die neue Nations League zu einer Global Nations League ausbauen und hatte hierzu - offenbar ohne Einbindung der FIFA - bereits Gespräche mit anderen Kontinentalverbänden aufgenommen. Bei der anstehenden Sitzung des FIFA-Councils am 15. und 16. März in Bogota werden hierzu kontroverse Diskussionen erwartet.

Infantino forderte die UEFA-Mitgliedsländer am Montag zur Zusammenarbeit bei den anstehenden internationalen Projekten auf, ohne auf das Turnier-Thema explizit einzugehen. "Gemeinsam können wir den Unterschied ausmachen. Hoffentlich werden wir weiterhin zusammenarbeiten", sagte der Schweizer in seiner Gast-Rede.

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