Stürmer vor Wechsel zum FC Bayern

Hoffenheim will die schnelle Euro-Rückkehr - auch ohne Sandro Wagner

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Julian Nagelsmann (l.) muss ab Winter wohl auf Sandro Wagner verzichten.

Die missglückte Europacup-Premiere ist vorbei. Jetzt möchte 1899 Hoffenheim in der Fußball-Bundesliga durchstarten. Sandro Wagner wird dabei schon bald fehlen.

Sinsheim - Julian Nagelsmann war gerade dabei, seinen Punktewunsch für Weihnachten zu formulieren. Da fiel dem Trainer von 1899 Hoffenheim ein, dass er den Weg in Richtung einer erneuten Europacup-Qualifikation ab dem neuen Jahr ohne seinen Nationalstürmer gehen muss. 

Zwar nahm Nagelsmann den Namen Sandro Wagner nach dem 1:1 (1:0) gegen den bulgarischen Serienmeister Ludogorets Rasgrad nicht in den Mund - dennoch wussten alle Zuhörer, wer gemeint war. "Mit Blick auf die Veränderung im Winter, über die schon ausgiebig berichtet wurde", sagte der "Trainer des Jahres" im Anschluss an den vorerst letzten Auftritt des Fußball-Bundesligisten in der Europa League: "Da brauchen wir nicht lange drumherum zu reden. Ich gehe davon aus, dass das in den nächsten ein, zwei Wochen über die Bühne geht." 

12 Millionen für Wagner?

Der wechselwillige Wagner wird den Bundesliga-Fünften im Januar also mit großer Sicherheit in Richtung Bayern München verlassen. Der Rekordmeister will den Angreifer, dessen Familie in der Nähe von München lebt, als "Backup" für Starstürmer Robert Lewandowski. Wagner ist in München geboren und startete bei den Bayern seine Profikarriere. Als Ablösesumme für den 30 Jahre alten Confed-Cup-Sieger, dessen Einsatz am Sonntag im Punktspiel bei Hannover 96 wegen Adduktorenproblemen noch fraglich ist, waren zuletzt zwölf Millionen Euro im Gespräch. 

Allerdings pokerten beide Seiten in den vergangenen Wochen noch um den Preis für den Stürmer, der durch den Wechsel auf die Münchner Bank seine Chancen auf eine WM-Teilnahme nicht erhöhen dürfte. Doch auch ohne Wagner ist der Angriff der Kraichgauer (Serge Gnabry, Mark Uth, Andrej Kramaric, Adam Szalai, Robin Hack) so gut bestückt, dass sich Nagelsmann klare Ziele gesteckt hat. 

Minuskulisse gegen Ludogorets 

"Ideal wären neun Punkte aus den abschließenden drei Hinrunden-Spielen", äußerte der TSG-Coach, dessen Team neben Hannover auf den VfB Stuttgart und Borussia Dortmund trifft: "Aber sieben Punkte wären auch okay. Dann hätten wir 30 Punkte - das wäre wunderschön." Alles andere als schön war die verkorkste Premierensaison im Europacup. Das belegt die Minuskulisse (7814 Zuschauer), die das Spiel der TSG-Talente gegen die Bulgaren verfolgte. 

Da Hoffenheim schon vor dem letzten Gruppenspiel ausgeschieden war, hatte Nagelsmann seinen kompletten Top-Kader geschont. Philipp Ochs (25.) traf für die Gastgeber, Wanderson (62.) für die Gäste. Durch das Remis stehen inklusive der Playoffs zur Champions League fünf Niederlagen, zwei Unentschieden und nur ein Sieg für die Kraichgauer zu Buche. 

"Der Ärger über das Aus ist schon lange verraucht. Der Klub muss noch reifen. Der vierte Platz in der vergangenen Saison kam vielleicht ein, zwei Schritte zu früh", sagte Nagelsmann: "Es wäre schwer geworden, die Europa League zu gewinnen. Also beruhigt mich die Tatsache, dass wir nur ein oder zwei Runden zu früh ausgeschieden sind."

sid

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