Hertha harmlos gegen Freiburg

Labbadia mit Wolfsburg weiter sieglos - FCA siegt in Hannover

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Bruno Labbadia wartet weiter auf seinen ersten Sieg.

Auch Bruno Labbadia kann die Abstiegssorgen beim VfL Wolfsburg nicht verscheuchen. Augsburg siegt in Hannover, Hertha bleibt harmlos.

Berlin - Mit einem erneut deutlichen 6:0 (3:0)-Sieg gegen den höchst abstiegsbedrohten Hamburger SV hat der FC Bayern München seinen 20-Punkte-Vorsprung am 26. Spieltag der Fußball-Bundesliga wieder hergestellt. Weiter in akuter Gefahr bleibt der VfL Wolfsburg, der am Samstag mit dem 0:3 (0:1) bei 1899 Hoffenheim auch im dritten Spiel unter Trainer Bruno Labbadia ohne Sieg blieb. Der FC Augsburg hat durch ein 3:1 (2:1) bei Hannover 96 den Sprung in die obere Tabellenhälfte geschafft. Keinen Sieger gab es beim torlosen Remis zwischen Hertha BSC und dem SC Freiburg.

Alle Spiele im Überblick:

FC Bayern - Hamburger SV 6:0

Lesen Sie hier den ausführlichen Spielbericht.

1899 Hoffenheim - VfL Wolfsburg 3:0

Bruno Labbadia muss auch nach drei Anläufen weiter auf seinen ersten Sieg als Trainer des VfL Wolfsburg warten. Die abstiegsgefährdeten Niedersachsen unterlagen am 26. Spieltag der Fußball-Bundesliga bei 1899 Hoffenheim 0:3 (0:1) und wurden dabei phasenweise vorgeführt. Damit bleibt der VfL punktgleich mit dem FSV Mainz 05, der auf dem Relegationsplatz liegt.

Nico Schulz (18.), Serge Gnabry (77.) und ein Eigentor von Josuha Guilavogui (80.) besiegelten die Pleite der Wolfsburger, die nur einen Dreier in den zurückliegenden zwölf Partien geholt haben. Es ist das erste Mal, dass Labbadia in den ersten drei Spielen bei einem Klub ohne Sieg geblieben ist. Auf der anderen Seite dürfen die Hoffenheimer weiter auf die erneute Teilnahme an der Europa League hoffen. Zudem feierte Julian Nagelsmann seinen 33. Sieg als TSG-Coach - damit ist er alleiniger Hoffenheimer Rekord-Trainer vor Ralf Rangnick.

Die 25.550 Zuschauer in der Rhein-Neckar-Arena sahen zu Beginn ganz starke Gastgeber. Die Hoffenheimer, die ohne Nationalspieler Kerem Demirbay und Stefan Posch auskommen mussten, legten ein hohes Tempo an den Tag. Dabei agierten die Kraichgauer in allen Mannschaftsteilen extrem homogen. Nachdem die Stürmer Gnabry (8.) und Andrej Kramaric (16.) die ersten Chancen noch vergeben hatten, machte es Außenverteidiger Schulz aus kurzer Distanz besser.

Von den Wolfsburgern, bei denen William, John Anthony Brooks, Marcel Tisserand, Yannick Gerhardt, Sebastian Jung und Victor Osimhen fehlten, war auch Mitte der ersten Hälfte so gut wie nichts zu sehen. Die ungeordneten und überforderten Wölfe reagierten nur, Hoffenheim spielte wie aus einem Guss.

Der zweite TSG-Treffer lag in dieser Phase in der Luft, Möglichkeiten gab es jede Menge. So traf Gnabry in der 32. Minute die Latte und vergab kurz darauf per Kopf (34.). Sechs Minuten später vergab Kramaric erneut eine Großchance. Dass der überragende Mittelfeldspieler Dennis Geiger kurz vor der Pause (43.) mit einer Oberschenkelverletzung vom Platz musste, war allerdings ein Rückschlag für die Kraichgauer.

Die Mannschaft Labbadias, der schon kurz vor dem Ende des ersten Durchgangs den abgemeldeten Divock Origi durch Josip Brekalo ersetzte, war mit dem knappen Rückstand zur Pause bestens bedient. Kurz nach dem Seitenwechsel musste Brekalo als Folge eines Zusammenpralls mit dem für Geiger eingewechselten Eugen Polanski schon wieder raus (53.).

Der Spielfluss der Hoffenheimer war aufgrund der Unterbrechungen und Wechsel erst einmal dahin. Das spielte Wolfsburg in die Karten. In der 71. Minute hätte Daniel Didavi fast den Ausgleich erzielt. Auf der Gegenseite machte es Gnabry besser.

Hannover 96 - FC Augsburg 1:3

Augsburg siegte in Hannover.

Aufatmen in Augsburg: Nach zuletzt vier Spielen ohne Sieg hat das Team von Trainer Manuel Baum bei Hannover 96 mit 3:1 (2:1) gewonnen und damit den Klassenerhalt nahezu perfekt gemacht. Michael Gregoritsch (26./83.) und Gojko Kacar (45.+2) bescherten dem FCA am 26. Spieltag den neunten Saisonsieg, durch den der Klub nun schon zehn Punkte Vorsprung auf den Relegationsrang hat.

Aufsteiger Hannover kassierte in einem vor allem in der ersten Hälfte munteren Spiel trotz des zwischenzeitlichen Ausgleichs durch Salif Sane (37.) die dritte Niederlage in Serie, das Team von Trainer Andre Breitenreiter verweilt aber trotzdem im gesicherten Mittelfeld. Außerdem benahmen sich die Ultra-Fans bei den Niedersachsen diesmal nicht wie zuletzt daneben.

Vor 36.500 Zuschauern versuchte Hannover gegen ersatzgeschwächte Augsburger - unter anderem fehlt weiter Top-Stürmer Alfred Finnbogason - von Beginn an Druck aufzubauen. Doch die schnellen Außen Ihlas Bebou und Felix Klaus wurden zu selten gut in Szene gesetzt - und auf der Gegenseite waren die Gäste zunächst deutlich zielstrebiger.

Caiuby setzte sich auf der linken Seite stark gegen Oliver Sorg durch, schlug eine perfekt getimte Flanke in den Strafraum und dort musste Gregoritsch nur noch den Kopf hinhalten. Es war bereits der zehnte Saisontreffer des Österreichers.

In der Folge wirkte Hannover zunehmend konfus, die Abwehr machte haarsträubende Fehler und hatte Glück, dass diese erst nicht weiter bestraft wurden. So vergab Ja-Cheol Koo (30.) etwa eine gute Möglichkeit. Sane bestrafte diese Nachlässigkeiten umgehend mit seinem satten Schuss aus etwa 18 Metern - Marwin Hitz streckte sich vergebens.

Als sich die Fans schon auf die Halbzeit eingestellt und auch die 96-Abwehr erneut die Arbeit verweigert hatte, erhöhte Kacar per Kopf nach erneuter Caiuby-Vorarbeit zum bis dahin verdienten 2:1 für Augsburg.

Nach der Pause verflachte das Niveau der Partie über weite Strecken, die Zuschauer bekamen viel Klein-Klein im Mittelfeld zu sehen. Hannover drängte dann mit der Zeit wieder nach vorne, war aber im Abschluss oft nicht konsequent genug oder zielte aus der Distanz zu ungenau. Augsburg blieb über Konter stets gefährlich und sorgte durch Gregoritsch für die Entscheidung.

Hannover hatte seine Besten in Sane und Miiko Albonorz, bei Augsburg überzeugten Caiuby und Gregoritsch.

Hertha BSC - SC Freiburg 0:0

Hertha verpasst einen Dreier gegen den SCF.

Die Berliner kamen im Heimspiel gegen den SC Freiburg nur zu einem 0:0 und müssen angesichts sieben Punkten Vorsprung auf den Relegationsrang den Blick weiter nach unten richten.

Erneut lag das Problem der Hertha, die weiter auf den ersten Heimsieg in diesem Jahr wartet, in der Offensive. Der Hauptstadtklub ist seit vier Spielen torlos. Die Freiburger hatten in der Abwehrarbeit nur wenig Mühe und entführten verdient einen Punkt aus dem Olympiastadion.

Hertha-Trainer Pal Dardai hatte vor dem Anpfiff betont, dass es gegen Freiburg "keine Ausreden" gebe, ein Sieg müsse her. Die Berliner stürmten aber nicht bedingungslos nach vorne, sondern überließen dem Gast oft die Initiative, um nach Ballgewinnen mit schnellen Kontern gefährlich zu werden.

Diese Taktik funktionierte anfangs gut - nur der Torabschluss war zunächst mangelhaft. Weder Mitchell Weiser (18. und 19.) noch Vedad Ibisevic (23. und 26.) schafften es bei ihren guten Möglichkeiten, den starken SC-Torhüter Alexander Schwolow zu bezwingen.

Die Freiburger machten sich das Leben in der Abwehr durch leichtfertige Ballverluste selbst schwer. Im Spiel nach vorne wussten die Breisgauer mit dem überraschend hohen Ballbesitz kaum etwas anzufangen, Hertha-Keeper Rune Jarstein blieb im ersten Spielabschnitt beschäftigungslos. Erschwerend kam hinzu, dass Freiburg nach einer halben Stunde den verletzten Mittelfeldspieler Amir Abrashi für Nicolas Höfler auswechseln musste.

Nach dem Seitenwechsel riskierte Hertha etwas mehr, Trainer Dardai beorderte Salomon Kalou vom linken Flügel in den Angriff neben Ibisevic. Die erste Chance der zweiten Halbzeit gehörte aber den Gästen: Der Fernschuss von Linksverteidiger Christian Günter strich nur Zentimeter am Pfosten vorbei (50.).

Die Berliner kamen dagegen kaum noch vor das gegnerische Tor. Dardai reagierte und brachte nach einer Stunde Davie Selke und Ondrej Duda für die wirkungslosen Ibisevic und Kalou. Torraumszenen blieben jedoch weiterhin absolute Mangelware.

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