Neuer Schalker Trainer

Heidel lobt Tedesco: "Das Bild zu 100 Prozent bestätigt"

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Christian Heidel erhofft sich mit Domenico Tedesco wieder mehr Erfolg.

Sportvorstand Christian Heidel vom Bundesligisten Schalke 04 hat dem neuen Trainer Domenico Tedesco vier Wochen nach dessen Amtsantritt ein exzellentes Zwischenzeugnis ausgestellt.

Gelsenkirchen - "Das Bild, das ich von ihm im Kopf hatte, hat sich bisher zu 100 Prozent bestätigt", sagte der 54-Jährige dem kicker.

Es sei "eine Freude, bei den Teamsitzungen dabei zu sein und zu sehen, wie aufmerksam alle Spieler zuhören. Domenico geht auf das kleinste Detail ein", lobte Heidel den 31 Jahre alten Coach weiter und führte aus: "Die neue Gruppe ist in Rekordzeit sehr gut zusammengewachsen."

An Tedesco schätzt Heidel vor allem die Liebe zum Detail. "Ihm ist eine funktionierende Gemeinschaft außerordentlich wichtig. Jeder hilft dem anderen." Am Gepäckband etwa müsse bei dem Deutsch-Italiener jeder mit anpacken. In dieser Hinsicht sei Tedesco "wie Thomas Tuchel".

Kein Kontakt zu Ex-Coach Weinzierl

Dass Tedesco die Profi-Erfahrung von lediglich vier Monaten als Cheftrainer beim Zweitligisten Erzgebirge Aue auf die Bank des siebenmaligen Deutschen Meisters mitbringt, merke man dem Novizen "überhaupt nicht" an, so Heidel: "Ich behaupte sogar, dass er durch all seine Trainerjahre im Jugendleistungssport mehr Erfahrung in diesem Beruf hat als ein Bundesliga-Spieler mit 300 Erstliga-Partien, der nach dem Trainerlehrgang quasi direkt vom Platz auf die Bank wechselt."

Mit seinem einstigen Wunschtrainer Markus Weinzierl, den er Anfang Juni nach dem Verpassen des Europacups geschasst hatte, hat Heidel seit der Entlassung nicht mehr gesprochen. "Da muss jetzt einfach ein bisschen Zeit verstreichen, das war ja auch für ihn eine sehr emotionale Angelegenheit", erklärte der 54-Jährige. Weinzierl sei "ohne Zweifel ein guter Trainer, der auch wieder bei einem anderen Klub erfolgreich arbeiten wird." Tedesco passe aus seiner Sicht aber "besser zu unserer Gruppe", sagte Heidel.

Heidel: „Transfermarkt ist völlig explodiert“

Der Schalker Sportvorstand kritisierte zudem den massiven Anstieg der Preise auf dem Transfermarkt. "Völlig explodiert" sei der Mercato, sagte er und nannte als Beispiel die Ablöse von acht Millionen Euro für Knappen-Neuzugang Amine Harit (20). "In unserer Branche ist so eine Summe leider Gottes inzwischen ein kleiner Betrag. Zudem muss man beachten: Ein Harit, der in seiner ersten Saison 15 Tore geschossen hätte, kostet heutzutage 50 Millionen Euro", führte Heidel aus. Der französische Angreifer Harit hatte in der abgelaufenen Saison für Ligue-1-Klub FC Nantes in 30 Spielen ein Tor erzielt.

Dennoch glaubt Heidel, dass der Fußball trotz dieser Entwicklung "gesund" bleiben kann. Voraussetzung sei, dass "das Geld aus dem Fußball-Kreislauf kommt und darin bleibt". In England gebe es jedoch viele Vereine, die fremdfinanziert würden. Mit Blick auf den deutschen Fußball hofft Heidel, dass die 50+1-Regel bestehen bleibt und "uns das erspart bleibt".

sid

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