Am Freitag wird gefeiert

Heavy-Metal-Fußball und Zehntagebart: Jürgen Klopp wird 50

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Jürgen Klopp wird 50. Seit Oktober 2015 ist er Teammanager des FC Liverpool.

Jürgen Klopp ist Fußballtrainer, Werbegesicht und Kultfigur. Am Freitag feiert der frühere Meistermacher von Borussia Dortmund und aktuelle Teammanager des FC Liverpool seinen 50. Geburtstag.

Liverpool/Köln - Ein rauschendes Fest soll es geben. Der Ort: geheim. Vermutlich in der alten Heimat Mainz oder seinem neuen Zuhause in Liverpool, vielleicht aber auch ganz woanders, wird es Jürgen Klopp anlässlich seines 50. Geburtstags am Freitag richtig krachen lassen - ganz so, wie man es von einem Trainer erwartet, der "Heavy-Metal-Fußball" propagiert und in jedem Spiel an der Seitenlinie vor Emotionen zu platzen droht.

Ein langjähriger Weggefährte wird bei der Sause allerdings fehlen. "Am 15. ist seine Feier. Er musste sich unbedingt dafür meinen Hochzeitstag aussuchen. Deswegen kann ich nicht kommen", sagte Weltmeister Mats Hummels in der Talkshow "Schulz und Böhmermann" bei ZDFneo. Auch ohne den Verteidiger, den Klopp in sieben gemeinsamen BVB-Jahren zu einem Weltklassespieler formte, dürfte es an prominenten Partygästen nicht mangeln. Immerhin hat sich Jürgen Norbert Klopp, geboren am 16. Juni 1967 in Stuttgart, längst über die Grenzen des Fußballs hinaus einen Namen gemacht.

Als "Fernseh-Bundestrainer" erklärte "Kloppo" den deutschen TV-Zuschauern bei der WM 2006 im ZDF das Einmaleins der Taktik. 2008 versank der Gutenbergplatz in Mainz in einem Tränenmeer, als Klopp den FSV nach über einem Jahrzehnt als Spieler und sieben überaus erfolgreichen Jahren als Trainer verließ.

Klopp führt BVB zu zwei Meisterschaften und einem Double

Bald darauf lag ihm Dortmund zu Füßen, weil er den BVB aus dem Mittelmaß der Bundesliga 2011 zur Meisterschaft, 2012 zum Double und 2013 ins Finale der Champions League führte. Dortmunder Spiele mussten laut Klopp immer eine "Vollgasveranstaltung" sein, der Gegner sollte vom radikalen Gegenpressing schlichtweg überfahren werden.

Neben seinen sportlichen Erfolgen sorgten auch Klopps lockere Sprüche dafür, dass es an dem ewigen Zehntagebartträger mit dem schallenden Lachen in Werbespots und an Litfaßsäulen zwischenzeitlich kein Vorbeikommen gab.

Seit Oktober 2015 setzt Klopp seine Philosophie beim FC Liverpool um. "The Normal One" ist an der Merseyside genauso populär als in Mainz und Dortmund. Dabei ist der Teammanager Jürgen Klopp durchaus ambivalent zu betrachten. Seine Energie kann ein ganzes Stadion mitnehmen, beim Torjubel sind ihm schon mehrere Brillen zu Bruch gegangen.

Jürgen Klopp verabschiedet sich von den Dortmunder Fans (Archivbild vom 23.05.15).

Doch oft genug zog Klopp auch furchterregende Fratzen, legte er sich mit Schiedsrichterassistenten an oder brachte die gegnerische Bank gegen sich auf. Am Ende solcher Eruptionen blieb meist ein kleinlauter Klopp zurück. "Manchmal erschrecke ich mich selbst, wenn ich die Bilder im TV sehe", sagte er.

"Ich hatte das Talent für die Landesliga und den Kopf für die Bundesliga"

Dass seine Karriere erst an Fahrt aufnahm, nachdem er die Fußballschuhe an den Nagel gehängt hatte, wurmt den langjährigen Zweitligaprofi nicht. Im Gegenteil. "Mit schlechtem Fußball habe ich mich lange genug rumgeschlagen - und zwar mit meinem eigenen", sagte er einmal und präzisierte: "Ich hatte das Talent für die Landesliga und den Kopf für die Bundesliga."

Auch als Trainer ist der gebürtige Schwabe ein echter Trainer-Arbeiter geblieben, der sich Fußballspiel nach Fußballspiel anschaut, um Ideen zu entwickeln oder die Gegner zu entschlüsseln. Auch wenn seine Spielidee gerade in den letzten Dortmunder Jahren zunehmend entschüsselt wurde, ist der Name Klopp ein Gütesiegel geblieben.

Und: Klopp ist gewissermaßen der Pionier der neuen Trainergeneration. 33 Jahre jung und ohne Trainerschein war er, als die Mainzer Vereinsführung den Manndecker in höchster Abstiegsgefahr auf die Bank setzte. Das riskante Modell führte zum Erfolg. Seither suchen immer mehr Klubs ihren Cheftrainer in den eigenen Reihen. Thomas Tuchel, Julian Nagelsmann oder Alexander Nouri lassen grüßen.

SID

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