Vertrag bis 2020

FC Bayern holt Wagner als Lewandowski-Vertreter

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Brust raus: Sandro Wagner stürmt jetzt für den FC Bayern. Foto: Thomas Frey

Sandro Wagner hat sein schönstes Weihnachtsgeschenk schon erhalten. Der Nationalstürmer kehrt zum FC Bayern zurück. Hoffenheim verliert "einen echten Wettkämpfer", kassiert aber eine Millionen-Ablöse.

München (dpa) - Der FC Bayern München hat für die Titeljagd im neuen Jahr in Fußball-Nationalspieler Sandro Wagner den lange vermissten Top-Vertreter für Torjäger Robert Lewandowski verpflichtet.

Der 30 Jahre alte Angreifer wechselt zum 1. Januar von 1899 Hoffenheim zum deutschen Fußball-Rekordmeister. Bei seinem Ex-Club hat der gebürtige Münchner einen Vertrag bis zum 30. Juni 2020 unterschrieben.

"Ich freue mich riesig. Eine lange Reise geht für mich zu Ende, ich komme wieder nach Hause zu meinem Verein, in meine Heimat", äußerte Wagner in einer Mitteilung seines neuen Arbeitgebers: "Ich bin sehr glücklich, dass alles geklappt hat. Bayern ist der beste Verein in Deutschland und einer der besten der Welt. Als das Angebot kam, musste ich nicht lange überlegen."

Die Ablösesumme soll bei einem Sockelbetrag von zwölf Millionen Euro liegen; Angaben der Vereine gab es nicht. Der U21-Europameister von 2009 wird seine Arbeit beim Bundesliga-Tabellenführer zu Jahresbeginn im Trainingslager vom 2. bis 7. Januar in Katar aufnehmen.

Bayerns Sportdirektor Hasan Salihamidzic äußerte sich sehr zufrieden über den Transfer: "Wir sind überzeugt, dass Sandro Wagner die Qualität unserer Mannschaft durch seine Klasse und seine Erfahrung weiter erhöhen wird." Vor dieser Saison waren bereits die Nationalspieler Niklas Süle und Sebastian Rudy von Hoffenheim nach München gewechselt.

Bayern-Trainer Jupp Heynckes erhält in dem körperlich robusten und torgefährlichen Wagner eine echte Option zu Lewandowski auf der Position der zentralen Sturmspitze. Die Bayern mussten vor allem in der vergangenen Saison beim Viertelfinal-Aus in der Champions League gegen Real Madrid erfahren, wie sehr sie ein Ausfall des polnischen Torjägers gerade auf internationaler Ebene schwächt. Lewandowski fehlte damals im verlorenen Hinspiel wegen einer Schulterverletzung.

Wagner trug schon in der Jugend das Bayern-Trikot. Er bestritt vor zehn Jahren sogar vier Bundesligaspiele für den Rekordmeister, konnte sich aber nicht bei den Profis durchsetzen. Nach Stationen beim MSV Duisburg, Werder Bremen, 1. FC Kaiserslautern, Hertha BSC und Darmstadt 98 stieg Wagner in Hoffenheim sogar zum Nationalspieler auf (7 Länderspiele/5 Tore).

Der Spätberufene besitzt gute Chancen auf eine WM-Teilnahme 2018 in Russland. Nach dpa-Informationen hat Wagner mit Bundestrainer Joachim Löw vorab über den von ihm angestrebten Wechsel zum FC Bayern gesprochen, gerade auch im Hinblick auf seine WM-Chancen. In München dürfte er nicht mehr permanent zum Zuge kommen. Trotzdem darf er in drei Wettbewerben auf ausreichende Einsatzzeiten hoffen.

Der fast zwei Meter große Stürmer hatte für Hoffenheim seit 2016 in 42 Ligaspielen 15 Tore erzielt. Man verliere "einen echten Wettkämpfer", kommentierte TSG-Cheftrainer Julian Nagelsmann.

Sportchef Alexander Rosen sprach ebenfalls von einem sportlichen Verlust. "Neben einer für ihn wahrscheinlich einmaligen sportlichen Möglichkeit, hat Sandro für uns nachvollziehbare persönliche und familiäre Gründe für seinen Wechselwunsch angeführt", sagte Rosen. Er verwies zudem auf die wirtschaftlichen Faktoren des Transfers. Diese seien "zu unserer Zufriedenheit definiert" worden.

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