Bayern noch eine Nummer zu groß?

Das Risiko mit Kovac - auch Heynckes warnte bereits davor

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Niko Kovac hat als Trainer bisher noch keine Champions-League-Erfahrung gesammelt.

Niko Kovac soll den FC Bayern ab Sommer in der Erfolgsspur halten. Der 46-Jährige tritt jedoch in riesige Fußstapfen und steht vor schwierigen Herausforderungen.

München/Frankfurt am Main - Pep Guardiola, Carlo Ancelotti und Jupp Heynckes gelten gemeinhin als Meister ihres Fachs. Alleine siebenmal haben sie mit ihren Mannschaften die Königsklasse gewonnen. Und nun soll Niko Kovac von Eintracht Frankfurt ab Sommer als Trainer die Münchner Träume erfüllen. Der 46-Jährige besitzt zwar das berühmte Bayern-Gen, ein gewisses Risiko geht der Fußball-Rekordmeister mit der Verpflichtung des international kaum erfahrenen Kroaten als Nachfolger von Heynckes aber dennoch ein.

Über die bei den Münchnern gewünschte und erforderliche Erfahrung im Big-Business Champions League verfügt Kovac nicht. Lediglich als Nationalcoach Kroatiens von 2013 bis 2015 schnupperte er internationale Luft.

Heynckes: „Besser erst mal international spielen“

Die Erfolge hielten sich aber in Grenzen. Bei der WM 2014 war er mit seinem Team um Luka Modric in der Vorrunde gescheitert, in der anschließenden EM-Qualifikation wurde er nach einem 0:0 in Aserbaidschan und einem 0:2 in Norwegen entlassen. Es sei schon "von Nutzen, wenn er im nächsten Jahr erst mal international mit seiner Eintracht spielt und diese Erfahrung sammelt", hatte Heynckes zuletzt der Sport Bild gesagt.

Dies war Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge und Präsident Uli Hoeneß bei der Entscheidungsfindung nun aber offensichtlich egal. Nach den Absagen der Wunschlösung Heynckes, der sich ab Juni endgültig in den Ruhestand verabschiedet, und von Thomas Tuchel (zu Paris St. Germain) war die Auswahl ohnehin nicht mehr ganz so groß. Zumal es ein deutschsprachiger Trainer sein sollte. Kovac, der in Frankfurt für 2,2 Millionen Euro aus seinem Vertrag heraus kann, soll einen Zweijahresvertrag erhalten.

Schwieriger Umgang mit Stars

Neuland für Kovac, der in Frankfurt seit März 2016 gute Arbeit leistet und die Hessen mit bescheidenen Mitteln überraschend Richtung Europacup führt, ist auch der oft schwierige Umgang mit den Münchner Stars. Selbst ein erfahrener Trainer wie Ancelotti scheiterte letztendlich an den Eitelkeiten einiger Profis. So sollen sich die Weltmeister Mats Hummels und Thomas Müller, aber auch die beiden Oldies Franck Ribery und Arjen Robben gegen den Italiener ausgesprochen haben.

Für Kovac wird deshalb entscheidend sein, seinen Luxus-Kader bei Laune zu halten. Er muss bei der Aufstellung harte Entscheidungen moderieren. Aus Frankfurt kennt er solche Probleme nicht. Auch mit dem nicht einfachen Umfeld in München mit den Bossen Rummenigge und Uli Hoeneß an der Spitze muss Kovac erst einmal fertig werden.

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Rummenigge mit deutlicher Botschaft an Konkurrenz

Zumindest weiß er, was ihn beim Rekordmeister erwartet. Kovac wurde mit den Bayern Weltpokal-Sieger 2001 sowie Meister und Pokalsieger 2003. Als Trainer soll er an diese Erfolge anknüpfen. Der Druck ist hoch.

Rummenigge richtete bereits eine deutliche Botschaft an die schon jetzt abgehängte Liga-Konkurrenz. "Ich kann schon jetzt für die nächste Saison ankündigen: Wer darauf hofft, dass der FC Bayern in seinen Anstrengungen nachlässt, der hat Pech gehabt. Das wird es nicht geben. Dieses Gen, das satt macht, fehlt in unserer DNA", schrieb der Bayern-Boss vor dem Bundesligaspiel am Samstag (18.30 Uhr/Sky) gegen Borussia Mönchengladbach im Vorwort des Bayern-Magazins.

Man habe den Umbruch in der Mannschaft schon jetzt "erfolgreich eingeleitet. Die Zukunft des FC Bayern steht schon heute auf dem Platz." Nico Kovac, übernehmen sie.

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sid

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