Münchner zuversichtlich vor CL-Halbfinale

Diese Lehren haben die Bayern aus Real-Duell vor einem Jahr gezogen

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Will Cristiano Ronaldo diesmal nicht zum Weiterkommen gratulieren: Arjen Robben (r.) und der FC Bayern visieren das Finale in Kiew an.

Mit viel Rückenwind geht der FC Bayern in das Duell mit Real Madrid. Spieler und Verantwortliche zeigen sich frohen Mutes, den scheinbar übermächtigen Konkurrenten in die Knie zwingen zu können.

München - Bayern München mit großem Selbstvertrauen, Real Madrid mit martialischen Sprüchen: "Wir sind in Form. Und wir werden unseren Titel bis zum Tod verteidigen", sagte Real-Trainer Zinedine Zidane vor dem Gigantenduell am Mittwoch (20.45 Uhr/ZDF und Sky) an der Isar - und sein Präsident Florentino Perez ergänzte: "Der FC Bayern ist eine Größe in Europa. Unsere Spieler werden ihre Seele auf dem Platz lassen." Man wolle "die Legende von Real weiter nähren".

Und die Bayern? Weniger forsch, aber nach einer beeindruckenden Saison unter Erfolgstrainer Jupp Heynckes, den Marca "El Zorro", den Fuchs, taufte, "mit breiter Brust", wie Kapitän Thomas Müller betonte. Man habe beim 1:3 von Cristiano Ronaldo und Co. im Viertelfinale gegen Juventus Turin gesehen, "dass sie verwundbar sind".

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Für Rummenigge ist Real der Favorit

Dennoch: Für Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge ist Real mit Superstar "CR7", der wieder einmal in der Form seines Lebens ist, vor dem mit Spannung erwarteten Halbfinal-Hinspiel immer noch "die beste Mannschaft der Welt. Zweimal in Folge die Champions League zu gewinnen, ist noch keinem Klub vorher gelungen. Wir wissen, dass Real der Favorit ist", sagte er, aber: "Wenn im Moment einer Real Madrid schlagen kann, dann der FC Bayern. Die Mannschaft hat offenbar die Riesenqualität, alles zu schaffen, was sie sich vornimmt."

Vergleiche mit dem Triple-Jahr 2013 sind längst nicht mehr von der Hand zu weisen, als die Münchner mit Konsequenz und vor allem mannschaftlicher Geschlossenheit alles abräumten. Seitdem war trotz großer Ambitionen spätestens im Halbfinale der Königsklasse Endstation gewesen, zweimal auch gegen Real: 2013/2014 unter Pep Guardiola im Halbfinale mit 0:1 und einer 0:4-Klatsche zu Hause, vergangenes Jahr mit Carlo Ancelotti nach einem 1:2 in der Allianz Arena und einem 2:4 n.V. in Madrid.

Im Nationalteam Kollegen, im Klub Konkurrenten: Bayerns Fan-Liebling Thomas Müller (r.) stellt sich dem Ex-Münchner Toni Kroos entgegen.

Fokus auf bessere Leistung im Heimspiel

Diesmal wollen die Bayern im heimischen Stadion die Weichen für das Finale in Kiew (26. Mai) stellen. "Das ist das Wichtigste, dass wir zu Hause besser spielen", unterstrich Rummenigge. "Das war der Fehler letztes Jahr. Im Heimspiel haben wir nicht unsere beste Leistung gebracht, ein bisschen ängstlich gespielt. Das darf jetzt nicht mehr passieren", betonte Arjen Robben. Und auch Müller forderte mehr Mut: "Wir müssen nach vorne spielen und Tore erzielen."

Zuversicht macht den Münchnern, dass sie diesmal bis auf die Ausfälle von Manuel Neuer, Kingsley Coman und Arturo Vidal keine gravierenden Probleme auf den Schlüsselpositionen haben. Im vergangenen Frühjahr fehlten im Hinspiel gegen die Königlichen, die vor ihrem 13. (!) Titel im wichtigsten europäischen Vereinswettbewerb stehen, die verletzten Mats Hummels und Robert Lewandowski. Im Rückspiel waren sie zwar dabei, aber lange nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte. Jerome Boateng quälte sich angeschlagen durch die Partie, Manuel Neuer erlitt eine Fußfraktur, Javi Martinez war gesperrt und Vidal flog vom Platz. Die Bayern seien "beschissen" worden, polterte Rummenigge damals, inzwischen sei dies allerdings kein Thema mehr, beteuerte er.

Hoeneß gibt sich „vorsichtig optimistisch“

"Da war ja alles so komisch", sagte Präsident Uli Hoeneß im Rückblick, "jetzt kann Jupp aber aus dem Vollen schöpfen. Ich glaube schon, dass wir in einer besseren Verfassung sind als vergangenes Jahr um diese Zeit". Er erwarte, so Hoeneß weiter, "auf jeden Fall einen großen Kampf". Er sei "vorsichtig optimistisch".

Zumal Kumpel Heynckes in seiner Trainer-Karriere bisher immer das Finale der Königsklasse erreichte - und den Henkelpott in drei Anläufen zweimal gewann: 1998 mit Real, 2013 mit den Bayern.

Eine Garantie mag der 72-Jährige daraus nicht ableiten. "Die Champions League zu gewinnen ist wahnsinnig schwierig, auch jetzt noch, wo drei Mit-Favoriten ausgeschieden sind", betonte Heynckes. Man wisse, "wie gut Real ist - aber wir sind auch nicht schlecht", fügte er mit einem Schmunzeln an.

sid

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