Ex-Coach über eigene Erfahrungen

Schwul ist cool: Lienen macht Homosexuellen Mut zum Coming-out

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Fordert zu mehr Mut auf: St. Paulis technischer Direktor Ewald Lienen.

Homosexualität im Fußball ist noch immer ein Tabu-Thema. Nun rät Ewald Lienen Schwulen dazu, sich zu outen. Ohne Mut werde in unserer Gesellschaft nichts passieren. 

Hamburg - Der ehemalige Bundesliga-Profi und -Trainer Ewald Lienen hat homosexuellen Fußballern Mut zum Coming-out gemacht. 

„Es ist leicht zu sagen, wenn man nicht selbst in dieser Situation ist. Aber ohne Mut wird in unserer Gesellschaft nichts passieren“, sagte Lienen am Rande eines international besetzten Hallenturniers für schwule Fußballer. Das teilte der schwul-lesbische Sportverein Startschuss Hamburg e.V. (SLSV) als Veranstalter des Turniers am Montag mit.

Er habe in seiner Karriere zwar Tausende von Kickern trainiert, aber keiner von ihnen habe sich ihm gegenüber geoutet. „Ich bin mir sicher, dass ich in meinen Mannschaften immer jemanden dabei hatte“, sagte Lienen, der seit dem Sommer als Technischer Direktor beim Zweitligisten FC St. Pauli tätig ist. „Im Zweifelsfall waren das die kreativsten Leute, die im Mittelfeld die tollen Pässe gespielt haben, und ich habe es nicht mitgekriegt“, fügte der 63-Jährige hinzu.

Bis das Verständnis für Homosexuelle im Fußball zur Normalität werde, sei noch viel Arbeit nötig: „Es ist halt im Fußball nicht immer die fortschrittlichste Klientel, die auf den Tribünen sitzt und dann gleich Hurra schreit“, sagte Lienen. Über die Anhänger seines Kiezclubs meinte er: „Wenn wir einen schwulen Spieler hätten, er wäre bei unseren Fans der Star. Da bin ich mir ganz sicher.“

dpa

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