U21-EM in Polen

"Ein Funke Euphorie": Für hungrige U21 zählt zum EM-Start nur ein Sieg

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U 21-Nationalmannschafts-Trainer Stefan Kuntz im EM-Trainingslager.

Es kann losgehen: Die deutsche U21 startet am Sonntag gegen Tschechien in die EM in Polen. Ein Sieg ist fest eingeplant - und auch notwendig.

Krakau - Auf Rechenspiele hat Davie Selke keine Lust. "Wenn wir ganz sicher gehen wollen, müssen wir jedes Spiel gewinnen. Ganz einfach", sagt der Torjäger der deutschen U21 vor dem kniffligen EM-Start am Sonntag (18.00 Uhr/ZDF) gegen Tschechien. Ein Sieg gegen den Nachbarn ist auf dem Weg zum erhofften Titel in Polen fest eingeplant - und wegen der neuen EM-Arithmetik wohl auch notwendig. 

Die Krux: Weil an der Endrunde erstmals zwölf Teams teilnehmen, erreichen nur die drei Gruppensieger und der beste Zweite das Halbfinale. "Durch die neue Regelung wird es noch härter. Man kann sich eigentlich keinen Fehler erlauben", sagt der künftige Herthaner Selke. Schon ein Remis gegen Tschechien könnte im erwarteten Duell mit Italien um den Gruppensieg zu wenig sein. Doch daran denkt im DFB-Team keiner. 

Bei den Buchmachern ist die deutsche Mannschaft Favorit auf den Titel, auf einen Sieg gegen Tschechien sowieso. Besonders die Offensive kann sich sehen lassen. "Davie Selke brennt, Max Meyer möchte zeigen, warum er unbedingt spielen will, und Maximilian Philipp ist seit seinem Wechsel zum BVB aufgeblüht", sagt DFB-Trainer Stefan Kuntz. Sein Fazit: "Es ist ein Funke von Euphorie zu erkennen." Jener Funke soll auf dem Feld auf das gesamte Team überspringen. 

„Verlieren verboten“

Gespannt ist Kuntz, wie seine junge Mannschaft mit dem "Verlieren verboten"-Druck umgehen wird. Während die Youngster in ihren Vereinen noch eine Art Welpenschutz genießen, müssen sie bei der EM Verantwortung übernehmen. "Hier gibt es dieses Schlupfloch nicht. Da kann ich testen, ob ich bereit für ein großes Turnier bin, ob ich mit dem Modus umgehen kann", sagt Kuntz. Vor einer Bewährungsprobe steht unter anderem Torhüter Julian Pollersbeck. Der 22-Jährige von Zweitligist 1. FC Kaiserslautern hat erst zwei U21-Länderspiele absolviert, ist in Polen aber die deutsche Nummer eins. Pollersbeck wird zudem seit Tagen mit dem Hamburger SV in Verbindung gebracht - keine einfache Aufgabe für den jungen Schlussmann. 

Gefährlich werden könnte Pollersbeck und damit der deutschen Mannschaft vor allem Tschechiens Stürmer Patrik Schick. Der 21-Jährige von Sampdoria Genua war in der Qualifikation mit zehn Treffern der torgefährlichste Spieler, Kuntz hat seine Abwehr bereits auf den gefährlichen Linksfuß vorbereitet. Geht es nach dem Trainer, muss sich aber Tschechien ganz nach dem DFB-Team richten, nicht umgekehrt. 

Gelingt das, ist der Grundstein für eine erfolgreiche EM-Mission gelegt. An den großen Ambitionen besteht jedenfalls kein Zweifel. "Ich kann doch nicht zur EM fahren und sagen: Och, ja, vielleicht ein Unentschieden gegen Tschechien und eine knappe Niederlage gegen Dänemark", sagt Kuntz: "Nee, ich will den Titel. Und das wollen die Spieler auch." - die voraussichtliche deutsche Aufstellung: Pollersbeck (1. FC Kaiserslautern) - Gerhardt (VfL Wolfsburg), Stark (Hertha BSC), Jung (Hamburger SV), Klünter (1. FC Köln) - Dahoud (Borussia Mönchengladbach), Arnold (VfL Wolfsburg) - Philipp (SC Freiburg), Meyer (Schalke 04), Gnabry (Werder Bremen) - Selke (RB Leipzig)

SID

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