Tedesco-Nachfolger

Dugandzic: Nächster Musterschüler fürs Oberhaus?

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Damir Dugandzic könnte sich auch gut vorstellen, Trainer zu trainieren. Foto: Uwe Anspach

Damir Dugandzic ist der Nachfolger von Domenico Tedesco - als Notenbester des Fußballlehrer-Lehrgangs. Noch kennt den Stützpunkttrainer kaum jemand. Ob sich das ändert, liegt wohl vor allem an ihm selbst.

Karlsruhe (dpa) - Eine so rasante Karriere wie Domenico Tedesco wird Damir Dugandzic wahrscheinlich nicht hinlegen. Er will das auch nicht unbedingt, obwohl er mit dem Trainer des FC Schalke 04 einiges gemeinsam hat.

Als Tedesco 2016 seine Lizenz als Klassenbester überreicht bekam, kannten den heutigen Schalke-Trainer nur die allergrößten Experten. Dugandzic schloss den Lehrgang im Jahr 2017 ebenfalls mit der besten Note ab. Und dennoch werden sich auch bei seinem Namen die Allermeisten fragen, wer dieser Damir Dugandzic überhaupt ist.

Wie auch Tedesco zeichne Dugandzic eine hohe Sozial-, Fach- und Vermittlungskompetenz aus, sagt DFB-Chefausbilder Frank Wormuth. Er begleitete die beiden Ausnahmekönner auf ihrem Weg zum höchsten deutschen Trainerschein fast ein Jahr lang an der Hennes-Weisweiler-Akademie. Tedesco war damals als Jugendtrainer von 1899 Hoffenheim nach Hennef gekommen. Dugandzic bewarb sich als Stützpunktleiter des Badischen Fußballverbands (BFV), eine große Karriere als Spieler hatte er ebenfalls nicht.

Tedesco arbeitet auch ohne Profi-Erfahrung zumindest bisher trotzdem äußerst erfolgreich im Ruhrgebiet. Die Bestnote hatte ihm die Tür zu einem unvergleichbar steilen Aufstieg im turbulenten Trainergeschäft geöffnet. Und Dugandzic? "Eigentlich ist es mir fast zu eng, ausschließlich Trainer zu sein", sagt er.

Beim Gespräch mit dem 41-Jährigen überrascht nicht nur diese Aussage. Dugandzic hockt in einer Sitzecke seines Büros in der Karlsruher Sportschule Schöneck. Er trägt Vollbart, trinkt Kaffee und nimmt sich vor fast jeder Antwort eine kurze Bedenkzeit, die zwar minimal ausfällt, aber trotzdem auffällt. "Was ich sicher spannend fände, wäre, ein Trainer für die Trainer zu sein. Dadurch hätte man einen viel größeren Hebel, etwas zu bewirken", sagt der Familienvater. Was er meint: Die Ausbildung der verschiedenen Trainer eines Proficlubs würde ihn reizen. Was das auch bedeutet: dass er selbst gar nicht unbedingt eine Rampenlicht-Karriere á la Tedesco anstrebt.

Er gibt ein Beispiel. Während seiner Ausbildung zum Fußballlehrer wurde im Lehrgang die Frage gestellt, wer bei einem Anruf des Zweitligisten Arminia Bielefeld sofort - ohne nachzudenken - als Trainer zusagen würde. "Da hat die große Masse den Arm gehoben. Und da sag' ich: Das musst du nicht machen", sagt Dugandzic. Er glaube nämlich nicht, dass diese Aufgabe zu ihm passen würde. "Das ist ähnlich wie mit Schokolade, du nimmst dir ein Stück und bist glücklich. Und fünf Minuten später bereust du es schon wieder."

Dabei hat es natürlich auch für ihn schon attraktive Anfragen gegeben. "In der heutigen Zeit, in der Verantwortungsträger auf unbekannte Namen setzen, zählt er sicher zu denjenigen, die auch das Potenzial für das Profigeschäft hätten", sagt Wormuth. Clubs aus der 3. Liga und sogar aus dem Ausland interessierten sich bereits für den ehemaligen Verbandsliga-Fußballer.

Auch dank Tedesco sind die Klassenbesten wieder attraktiv geworden, das war nicht immer so. Ehemalige Musterschüler wie Frank Kramer oder Alexander Zorniger fanden in der Bundesliga bisher nicht ihr Glück. Ob Dugandzic jemals einen solchen Weg einschlagen will, weiß er selbst nicht. Natürlich habe das Profigeschäft seinen Reiz, sagt er. Aber es müsse schon passen, denn: "Ich glaube auch nicht, dass ich für jeden Verein der richtige Mann wäre."

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