Wölfe brauchen Verlängerung

DFB-Pokal: Meyer schießt Schalke ins Viertelfinale - auch Wolfsburg weiter

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Max Meyer. 

Schalke benötigt im Pokal gegen Liga-Schlusslicht Köln viel Geduld, ehe das Weiterkommen perfekt ist. Wolfsburg muss gegen Nürnberg sogar in die Verlängerung.

Gelsenkirchen/Nürnberg - Schalke 04 und Mainz 05 haben es in das Viertelfinale des DFB-Pokals geschafft. Der VfL Wolfsburg musste in Nürnberg in die Verlängerung. Auch Drittligist SC Paderborn steht erstmals in der Runde der besten Acht.

Der FC Schalke 04 hat dank Max Meyer seine starke Hinrunde mit dem Viertelfinal-Einzug im DFB-Pokal gekrönt. Der Mittelfeldspieler erzielte am Dienstag den Siegtreffer per Kopf zum 1:0 (0:0) in einem Geduldsspiel gegen den 1. FC Köln. Damit blieben die in der Bundesliga auf Platz zwei stehenden Königsblauen auch im 13. Pflichtspiel in Serie ungeschlagen. Für die Kölner ist dagegen die total verkorkste Hinrunde komplett. In der Liga abgeschlagen auf dem letzten Platz, folgte nach dem Europa-League-Aus nun auch der Pokal-K.o. auf nationaler Bühne.

Damit konnte Kölns Interimscoach Stefan Ruthenbeck auch keine Eigenwerbung mehr betreiben. Es bleibt unklar, ob der Nachfolger des freigestellten Peter Stöger den FC auch in der Rückrunde betreuen wird.

Schalke wie letztes Jahr im Viertelfinale

Schalke erreichte damit das Viertelfinale wie im Vorjahr, als gegen den FC Bayern München Endstation war. Der FC, der zuvor in fünf Pokal-Duellen mit dem Westrivalen viermal die Oberhand behielt, muss dagegen auch nach acht Jahren auf den nächsten Einzug in die Runde der besten Acht warten.

Für einen Erfolg vor 56 392 Zuschauern auf Schalke fehlten allerdings auch die Mittel. Die Rheinländer konzentrierten sich sehr stark auf die Defensive und hofften gelegentlich auf einen Konter. So kam es zu einem unansehnlichen Spiel. Die Schalker besaßen hohe Ballbesitzanteile, fanden aber kaum die Lücke im Kölner Abwehrriegel.

Noch Anfang Dezember hatte der FC mit dem 2:2 an gleicher Stelle im letzten Spiel unter Stöger für einen Achtungserfolg gesorgt. Einen Tag danach übernahm Ruthenbeck das Kommando, an das erfolgreiche Gastspiel konnte der FC diesmal aber nicht anknüpfen. In den ersten 45 Minuten kamen die Gäste eher zufällig oder halbherzig wie bei den Schüssen von Lukas Klünter (2.) und Milos Jojic (3.) zu kleineren Gelegenheiten. Erschwerend kam für den FC jedoch hinzu, dass wieder ein gutes Dutzend an Spielern fehlte.

FC konzentrierte sich auf die Defensive

Trotzdem stand der FC zumindest in der Defensive lange sicher. Es dauerte eine halbe Stunde, ehe die Mannschaft von Domenico Tedesco zu ersten Chancen kam. Zwei Schüsse von Amine Harit (31.) und Franco di Santo (34.) sowie ein Kopfball von Matija Nastasic (33.) sorgten für ein wenig Gefahr.

Gleiches Bild auch im zweiten Durchgang: Schalke drückte, doch die letzte Konsequenz fehlte, wie bei den Schüssen von Guido Burgstaller (52.) und Harit (54.). Richtig gefährlich wurde es erst in der 62. Minute, als Nastasic nach einer Ecke aus kurzer Entfernung abzog und Timo Horn per Fußabwehr auf der Linie klärte.

Eine Minute später war es aber doch passiert. Nach einer Ecke von Bastian Oczipka verlängerte Meyer ein wenig glücklich den Ball per Kopf in einer Art Bogenlampe über Horn und die Kölner Abwehrspieler hinweg ins Tor. Für Meyer war es das erste Saisontor. Breel Embolo (80. und 90.+1) und Weston McKennie (88.) verpassten danach die Vorentscheidung. Für den FC kam Dominique Heintz zu einer guten Chance kam (86.).

Versöhnlicher Jahresabschluss für VfL Wolfsburg

Youngster Felix Uduokhai und Daniel Didavi haben den VfL Wolfsburg vor einem peinlichen Aus beim Zweitligisten 1. FC Nürnberg bewahrt und die Niedersachsen im Nachsitzen doch noch ins Pokal-Viertelfinale geschossen. Mit seinem Tor in der 96. Minute bescherte der 20-Jährige dem erneut enttäuschenden Bundesligisten die Führung. Der frühere Nürnberger Didavi mit seinem Treffer in der 118. Minute sorgte dann für den 2:0 (0:0, 0:0)-Sieg in der Verlängerung bei den mutigen Franken.

Drei Tage nach der 0:1-Blamage beim Bundesliga-Letzten 1. FC Köln verabschiedete sich das Team von Trainer Martin Schmidt einigermaßen versöhnlich in die Winterpause. Der Pokalsieger von 2015 durfte sich vor 26 104 Zuschauern auch beim glänzend aufgelegten Ersatzkeeper Max Grün bedanken, dass nicht schon wie im Vorjahr im Achtelfinale Endstation war.

Dabei zeigten sich die Nürnberger in den Zweikämpfen bissiger und versuchten, schnell nach vorne zu spielen. Das auf sechs Positionen veränderte VfL-Team hatte in der Abwehr mehr zu tun, als ihm lieb war. Die Gäste traten viel zu verhalten auf. Immer wieder gestikulierte Trainer Schmidt wild und trieb seine Mannschaft an.

Erst die Schlussphase gehörte dem Bundesligisten, der Club rettete sich in die Verlängerung. Und war in der Nachspielzeit zunächst wieder am Drücker, ehe Guilavogui die Flanke von Didavi zur Siegtreffer nutzte. Der Kampf des nie aufsteckenden Clubs war nicht belohnt worden. Die Wolfsburger brachten den Sieg routiniert über die Zeit, Didavi machte dann endgültig alles klar.

Auch Mainz und Underdog Paderborn eine Runde weiter

Zuvor hatten der FSV Mainz 05 und Drittligist SC Paderborn bereits die Runde der besten Acht erreicht. Die Rheinhessen setzten sich im Bundesliga-Duell mit dem VfB Stuttgart mit 3:1 (0:1) durch. Paderborn gewann gegen den Zweitligisten FC Ingolstadt mit 1:0 (0:0).

Die Achtelfinal-Runde im DFB-Pokal wird am Mittwoch mit dem Klassiker zwischen dem FC Bayern München und Borussia Dortmund abgeschlossen. Am 6./7. Februar geht es dann mit dem Kampf um den Einzug ins Halbfinale weiter, die Viertelfinal-Begegnungen werden am 7. Januar ausgelost. Das Endspiel wird am 19. Mai in Berlin ausgetragen.

Weitere Informationen zu Schalke 04 finden Sie bei wa.de*.

dpa

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