Remis in Düsseldorf

Deutschland und Spanien liefern sich rasantes Testspiel

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Die beiden letzten WM-Titelträger (Deutschland 2014, Spanien 2010) hatten in Düsseldorf richtig Bock auf einen feinen Kick.

Deutschland und Spanien haben den Auftakt ins WM-Jahr mit einem sehenswerten Testspiel-Kick eingeläutet. Besonders in Halbzeit eins lassen die Titelanwärter ihr spielerisches Können aufblitzen.

Die Weltmeisterschaft im Sommer in Russland? Kann kommen! Die Elf von Jogi Löw holte im Duell zweier Top-Favoriten ein 1:1 (1:1) gegen Spanien. Der aktuelle Titelträger ließ sich im vorletzten Härtetest vor der Kader-Nominierung auch durch einen frühen Rückstand nicht verunsichern und biss sich zurück in die Partie, auch dank eines Traumtores. 

Die beiden letzten WM-Titelträger (Deutschland 2014, Spanien 2010) hatten in Düsseldorf richtig Bock auf einen feinen Kick. Kein Wunder: Die Verantwortlichen in Düsseldorf hatten das Dach der Esprit-Arena geschlossen. Statt unangenehmer sechs Grad wie im Rest der NRW-Landeshauptstadt durften die Top-Stars bei wohligen 16 Grad ran. 

Zu Beginn einige ungewohnte Fehlpässe in der DFB-Hintermannschaft

Zunächst fühlten sich die Spanier bei diesen Bedingungen wohler - wen wundert’s? Thiago, Andres Iniesta und Co. drängten die deutsche Viererkette mit den drei Bayern Jerome Boateng, Mats Hummels und Joshua Kimmich weit hinten rein. Vor allem Letztere fabrizierten zu Spielbeginn ungewohnt viele Fehlpässe. Einer davon führte zum spanischen Einwurf. Dann ging es ganz schnell: Tiki, taka, Tor! Maestro Iniesta schüttelte einen für ihn so typischen Traumpass aus dem Fußgelenk, Rodrigo Moreno entwischte Hummels. Zack, 0:1 nach sechs Minuten. 

Ticker zum Nachlesen: Deutschland gegen Spanien

Und die Jogi-Elf brauchte einige Zeit, um die bittere spanische Tapa (zu Deutsch: Appetithäppchen) zu verdauen. Erst segelte Timo Werner hauchdünn an einer Kimmich-Flanke vorbei (9.), dann verzog Kölns Jonas Hector einen Volley knapp. Leipzig-Knipser Werner war übrigens Löws Antwort auf die Frage: Wagner oder Gomez? 

Die Sturm-Rakete war allerdings oft alleine unterwegs, nur die linke deutsche Offensivseite mit Hector, Julian Draxler und Mesut Özil kombinierte sich ab und an ansehnlich durch. So brauchte es einen echten Hammer zum Ausgleich! Die DFB-Elf hatte Spanien mal eingeschnürt, Sami Khedira spielte Thomas Müller frei - und der nagelte das Leder aus dem Stand in den linken Winkel (35.). Gästekeeper David de Gea (Größe: 1,92 Meter) machte sich vergeblich lang. Müller mit Traumtor? Kein Wunder! Schließlich hatte der FCB-Raumdeuter die Schienbeinschoner von DFB-Stimmungskanone Lukas Podolski unter die Stutzen geklemmt. ARD-Experte Thomas Hitzlspeger, Spitzname zu aktiven Zeiten The Hammer, meinte zu Müllers Sahnestück ganz trocken: „Das kann man nicht besser machen.“ Basta! Mit dem 1:1 ging’s in die Pause. 

Schockmoment für das DFB-Team kurz nach der Halbzeit

Weil in Düsseldorf alle so viel Spaß an dieser Fernschuss-Granate hatten, eröffnete Draxler den zweiten Durchgang gleich mal mit einem ähnlichen Pfund. Aus 23 Metern feuerte er gen rechter Knick, dieses Mal aber langte die Körpergröße von Schlussmann de Gea für eine sehenswerte Parade (47.). Dann gab’s einen Schockmoment für Jogi: Khedira ging nach Duell mit Thiago zu Boden, fasste sich ans rechte Knie und humpelte vom Feld. Für ihn kam in Minute 53 Ilkay Gündogan. 

Wie DFB-Elf: Gruppengegner testen möglichst schwere Teams

Das Tempo der Partie blieb hoch, zum Teil war es schwindelerregend - vor allem für die jeweils bedrohte Defensive. Manchmal aber auch für die Angreifer. Den besten Beweis lieferte Isco. Reals Edeltechniker brachte es nach Vorlage von Jordi Alba fertig, aus fünf Metern an DFB-Keeper Marc-Andre ter Stegen zu scheitern (56.). Fast im Gegenzug musste wieder de Gea seine ganze Klasse zeigen, das tat er gegen einen Flachschuss von Gündogan gerne. Hummels köpfte noch auf die Latte (65.), Spanien-Kante Diego Costa scheiterte nach Hectors Bock an Boatengs Oberschenkel (76.). Die Teams begnügten sich dann mit dem Remis  - war ja auch warm in der Düsseldorfer Arena. 

Jonas Austermann, Manuel Bonke

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