„Ich wusste erst gar nicht, warum“

Pfeif-Eklat bei Länderspiel - Löw irritiert und sauer

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Jochim Löw, hier kurz vor Anpfiff.

Joachim Löw hat nach dem Heimsieg der deutschen Nationalmannschaft gegen San Marino die Pfiffe gegen den Leipziger Angreifer Timo Werner bei dessen Einwechslung verurteilt.

Update vom 18. Juni 2017: Nach der EM ist vor der WM. Deutschland ist als Weltmeister für den Confed Cup qualifiziert. Wir haben bereits zusammengefasst, wie Sie das Spiel Deutschland gegen Australien beim Confed Cup 2017 live im TV und im Livestream sehen können.

Nürnberg - Timo Werner hatte am Ende eines aus seiner Sicht gebrauchten Abends keinen Bock auf das Reizthema Nummer 1. "Nö", sagte der Nationalstürmer von RB Leipzig nach dem 7:0 (4:0) der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in der WM-Qualifikation gegen San Marino, er habe die Pfiffe und Buhrufe der Fans in Nürnberg gegen ihn nicht wahrgenommen.

Irgendjemand muss den 21-Jährigen aber doch noch auf die Feindseligkeiten gegen seine Person aufmerksam gemacht haben, im Gehen ließ er seinem Frust darüber freien Lauf. "Ich weiß nicht, was die Gemüter so bewegt hat", schimpfte Werner, "monate-, jahrelang wurden Schwalben gemacht - und bei mir wird es so aufgebauscht, nur, weil ich bei RB spiele."

Timo Werner wurde ausgepfiffen.

Überrascht haben dürfte ihn jedoch kaum, dass sein Faller gegen Schalke 04 aus dem Dezember die Fans noch immer so aufwühlt. In den Bundesliga-Stadien steht er als Schmäh-Objekt seither Woche für Woche vor einem Spießrutenlauf. Und am Ballermann auf Mallorca übergießt die grölende Masse einen "Imo Erner" zur Melodie "Heaven is a place on earth" von Belinda Carlisle seit Monaten mit üblen Beleidigungen.

Bundestrainer Joachim Löw war empört über den neuesten Sittenverfall. "Es gab mal eine Schwalbe, er hat einen Fehler gemacht, den hat er zugegeben. Aber das ist ein sehr, sehr junger Spieler", sagte Löw mit erhobener Stimme: "Ein Nationalspieler, der am Anfang seiner Karriere steht und in der Bundesliga 21 Tore erzielt hat, der darf nicht ausgepfiffen werden, das ist nicht in Ordnung."

Mehrere verdienten sich Note 2: Das DFB-Team in der Einzelkritik

Auch der dreifache Torschütze Sandro Wagner verteidigte seinen Konkurrenten im Sturmzentrum leidenschaftlich. "Er ist ein unglaublich talentierter Spieler, ich habe noch nie in dem Alter einen so guten Stürmer gesehen, es ist doch toll für uns Deutsche, dass wir so einen tollen Stürmer haben", sagte er. Deshalb empfand er es als eine "Unverschämtheit, dass man ihn auspfeift, was soll das? Das ist überflüssig."

In Nürnberg allerdings nichts Neues. Im März 2013 wurde Nationaltorhüter Manuel Neuer beim 4:1 gegen Kasachstan nach einem Fehler, der zum Gegentor geführt hatte, ebenfalls gnadenlos ausgepfiffen. Werners Leiden begann mit seiner Einwechslung in der 56. Minute; und überhaupt steht seine junge Nationalmannschaftskarriere unter keinem guten Stern. Beim Debüt im März in Dortmund gegen England (1:0) verletzte er sich, das 1:1 in Kopenhagen gegen Dänemark am vergangenen Dienstag verpasste er wegen eines Magen-Darm-Virus. Nun, beim zweiten Einsatz, störten nicht nur die Pfiffe.

Werner lebt von seiner unglaublichen Schnelligkeit, er ist der perfekte Konterstürmer - diese Qualität war gegen das ultradefensive San Marino aber nicht gefragt. In der 74. Minute ließ die Stadionregie dennoch die Tormelodie für ihn spielen, die nach einigen Sekunden jäh verstummte. Werners Kopfball war nur am rechten Außenpfosten gelandet.

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Nach dem Sieg und vor dem Confed Cup ist fürs DFB-Team nun ein wenig Erholung angesagt - bevor es weitergeht.

sid

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