Ungewohnte Bilder in den Stadien

Fan-Protest: Darum werden die ersten zwölf Minuten an diesem BL-Spieltag anders

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Fahnen wie diese der Bayern-Ultras werden in den ersten Minuten nicht zu sehen sein. 

In der Fußball-Bundesliga wird sich in den Fankurven der Stadien am anstehenden Spieltag ein ungewohntes Bild bieten. Fanverbände rufen zu einem Protest auf. 

Am 20. Spieltag der Fußball-Bundesliga wird der ein oder andere Stadionbesucher verwundert in die Fankurven der Stadien blicken. Denn: Am letzten Januar-Spieltag haben zahlreiche Fanverbände zu Protesten aufgerufen. In den ersten zwölf Minuten der Spiele verzichten die Fanszenen auf den Einsatz sämtlicher Fanmaterialien. 

„Wir werden unsere Mannschaft zwölf Minuten lang allein mit unserer Stimme unterstützen“, erklären hierzu stellvertretend die Freiburger Ultras „Corillo“ auf ihrer Homepage. Ziel sei, auf eine möglicherweise entstehende Tristesse in den deutschen Stadien hinzuweisen. Dem soll in Form eines bundesweiten Aktionstages Ausdruck verliehen werden. Das Motto: „Freigabe aller Fanutensilien bundesweit - Jetzt!“

Mannschaften werden lediglich mit Gesängen unterstützt

Der Club Nr. 12, eine Vereinigung von Fans des FC Bayern München, erklärte auf seiner Facebook-Seite: „Aktuell ist die Situation in den deutschen Stadien bis runter zur fünften Liga uneinheitlich, undurchsichtig und teilweise sinnlos restriktiv. Von den Komplikationen, die bei der Anmeldung einer Choreographie anfallen, ganz zu schweigen.“ Unsummen müssten für brandfesten Stoff ausgegeben werden, „während der ‚Premiumsponsor‘ parallel mit Flyern aus Papier für sein jeweiliges Produkt werben darf.“

Um der Forderung Nachdruck zu verleihen würden auch die Fans des FC Bayern in den ersten zwölf Minuten beim Heimspiel gegen Hoffenheim auf sämtliche Fanutensilien verzichten. „Wir werden keine Trommeln aufbauen, keine Fahnen schwenken und keine Zaunfahnen aufhängen.“ Die Mannschaft werde lediglich mit Fangesängen unterstützt. Nach Ablauf der Zeit werde aber alles wieder wie gewohnt sein. 

Dieser Kontrast soll den Fokus auf die potentiell entstehende Einförmigkeit und Monotonie in den deutschen Fankurven lenken. „Gleichzeitig möchten wir ein unmissverständliches Zeichen nach Frankfurt senden, dass die Herren ihren ganzen Worten nach wie vor Taten schuldig sind!“

Schon 2012 ähnlicher Protest

Schon vor einigen Jahren, im Dezember 2012, gab es in den deutschen Fußball-Ligen einen medienwirksam angelegten Protest. Unter dem Motto „Ohne Stimme keine Stimmung“ unterstützten damals die Fans für die ersten 12 Minuten und 12 Sekunden ihre Mannschaft nicht. Damals wollten die Anhänger der Vereine auf die DFL einwirken, auf die Fans zuzugehen und einen Dialog zu initiieren. Zahlreiche aktive Anhänger waren mit dem DFL-Sicherheitspapier, das am 12. Dezember verabschiedet wurde, nicht einverstanden. 

fmü

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