Bundesliga, 16. Spieltag

Costa rettet schwache Bayern - Pleite für Leverkusen

+
Der Brasilianer Douglas Costa (rechts) erlöste seine Bayern mit einem Traumtor. 

Darmstadt - In einer zähen Begegnung erlöst Bayerns Flügelflitzer Douglas Costa den Rekordmeister mit einem echten „Sonntagsschuss“. Damit holen sich die Münchner die Tabellenführung zurück. 

Ein Geniestreich von Douglas Costa hat einem lustlosen FC Bayern drei Tage vor dem Bundesliga-Gipfel gegen RB Leipzig die Tabellenführung gerettet. Als seine Mitspieler beim wackeren Schlusslicht Darmstadt 98 siebzig Minuten lang ohne Ideen angerannt waren, schnappte sich der Brasilianer 25 Meter vor dem Tor den Ball und schoss ihn krachend zum 1:0 (0:0)-Endstand in den Winkel. Der Schuss ins Glück kaschierte eine erstaunlich schwache Leistung.

Am Mittwoch (20.00 Uhr/Sky) reicht den Bayern am 16. Spieltag ein Unentschieden gegen die Leipziger Emporkömmlinge, um gemäß ihrem Selbstverständnis Weihnachten an der Spitze zu feiern - wie immer in den vergangenen fünf Jahren.

Kompakte Darmstädter machen es dem Rekordmeister schwer

Die um jeden Zentimeter kämpfenden Lilien schienen am vierten Advent an einer wundersamen Weihnachtsgeschichte zu schreiben. Im zweiten Spiel unter ihrem Interimstrainer Ramon Berndroth zeigten sich die Südhessen gegen fahrige Münchner deutlich kompakter, doch schließlich gingen sie zum siebten Mal in Serie als Verlierer vom Platz.

Ohne den für das RB-Spiel geschonten Arjen Robben, den verletzten Jerome Boateng (Schulter-OP) und den kurzfristig ausgefallenen Philipp Lahm (Oberschenkelprobleme) brauchte der Rekordmeister ungewohnt lange, um auf Betriebstemperatur zu kommen. In der Anfangsphase leisteten sich die Gäste mehrere Abspielfehler, dank derer die Lilien zumindest in die Nähe des Tores von Manuel Neuer kamen.

In der Offensive fiel dem Branchenführer in der ersten Halbzeit nicht viel ein. Robbens Vertreter Costa über links und Weltmeister Thomas Müller, der den bis zur 69. Minute auf der Bank sitzenden Franck Ribéry auf der rechten Seite ersetzte, strahlten zu wenig Gefahr über die Außenpositionen aus. In der Mitte stellten die Gastgeber Robert Lewandowski meist drei kopfballstarke Verteidiger entgegen.

Pech hatte der Rekordmeister in der 40. Minute, als Schiedsrichter Bastian Dankert (Rostock) nach einem Zweikampf zwischen Mario Vrancic und Mats Hummels im Lilien-Strafraum auf Elfmeter hätte entscheiden können. Die Pfeife des Unparteiischen blieb stumm. Kurz darauf feierte der Großteil der 17.400 Zuschauer im ausverkauften Stadion am Böllenfalltor das 0:0 zur Pause.

Bayern haben Probleme mit aggressiven Spielstil

Das war für die tapfer kämpfenden Lilien, bei denen Holger Stanislawski ein Kandidat für den Trainerposten sein soll, nicht unverdient. Die Abstiegskandidaten warfen sich in jeden Ball und machten den technisch hoch überlegenen Gästen das Leben schwer. Berndroth hatte die bisher älteste Darmstädter Bundesliga-Startelf (im Schnitt 29 Jahre und 204 Tage) ins Spiel geschickt.

Die Bayern hatten auch nach der Pause Mühe mit dem aggressiven Spielstil des Gegners. Müller zwang Lilien-Torwart Michael Esser in der 52. Minute zu einer Parade. Auf der Gegenseite setzte Jerome Gondorf einen Freistoß knapp am Bayern-Tor vorbei (58.).

Die besten Darmstädter Spieler waren Kapitän Aytac Sulu und Marcel Heller. Bei den Bayern überzeugten Thiago und Costa, der Held des Tages.

Ingolstadt siegt in Leverkusen: Bayer-Aufholjagd gestoppt

Der FC Ingolstadt hat die Aufholjagd von Bayer Leverkusen in der Fußball-Bundesliga vorerst gestoppt. Nach einem enttäuschenden Auftritt musste sich Leverkusen am Sonntag zuhause mit 1:2 (0:1) geschlagen geben. Alfredo Morales (26.) und Almog Cohen (74.) sicherten dem Abstiegskandidaten aus Bayern den dritten Sieg im fünften Spiel unter dem neuen Trainer Maik Walpurgis. Für die Leverkusener traf Admir Mehmedi (63.). Bayer rutschte auf Rang neun ab. Ingolstadt verbesserte sich auf Platz 16. Leverkusen musste nach der frühen Gelb-Roten Karte von Charles Aranguiz (49.) zu zehnt auskommen und kassierte die siebte Pleite in der Liga.

SID/dpa

Das könnte Dich auch interessieren

Kommentare