Selecao schlägt Bolivien

Copa America: Langweiler zum Auftakt - Brasiliens Präsident mit ungewöhnlicher Maßnahme

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Ein wenig ungeduldig? Brasiliens Staatspräsident Jair Bolsonaro.

Brasilien gewinnt den Auftakt der Copa America gegen Bolivien. Schlagzeilen macht aber eher das Staatsoberhaupt.

Sao Paulo - Gerade nochmal gut gegangen: Brasilien ist mit einem Sieg gegen Bolivien in die Copa America gestartet. Tore gab es aber erst nach der Pause - da kam Philippe Coutinho: Wie schon bei der WM 2018 riss der Offensivspieler vom FC Barcelona die brasilianische Fußball-Selecao aus der Anfangs-Lethargie. Coutinho legte am Freitag mit einem Doppelpack den Grundstein zum 3:0.

"Nach dem Tor haben wir angefangen, korrekt zu spielen, und der Sieg war nur die logische Folge", sagte der 27-Jährige kurz nach Spielschluss im mit 47.260 Zuschauern nur gut zu zwei Dritteln gefüllten Morumbi-Stadion von Sao Paulo. Auch in Russland hatte Coutinho die ersten beiden Treffer des Rekord-Weltmeisters erzielt, zudem war er bei der Copa America 2016 in den USA erster Selecao-Torschütze gewesen.

Brasilien startet mit Sieg in die Copa America

Vor einem Jahr hatte Neymar mit gerade ausgeheiltem Fußbruch die Brasilianer noch angeführt, diesmal lag der Superstar mit einem Eisbeutel um das verletzte rechte Fußgelenk daheim auf dem Bett und drückte den Kollegen die Daumen. Geholfen hat es vor allem Coutinho, der sich trotz der 11 auf dem Rücken als neue Nummer 10 präsentierte.

Zur Feier des Tages hatte sich die Elf von Nationaltrainer Tite für die Eröffnung des ältesten Nationenturniers der Welt ungewöhnlich in Weiß gekleidet, trug eine Nachbildung des historischen Trikots mit blauen Details, in dem die Selecao vor exakt 100 Jahren bei der ersten Austragung am Zuckerhut erstmals Südamerika-Meister geworden war. Zu dumm, dass sich 45 Minuten lang der Fußball im Tempo dem Retro-Look anpasste.

Brasilien gegen Bolivien bei der Copa America: Pfeifkonzert von der Tribüne

Einer lauen ersten Halbzeit mit einem warnenden Pfeifkonzert von der Tribüne folgte nach Wiederpfiff ein Aufreger, als der argentinische Schiedsrichter Nestor Pitana, der bei der WM 2018 das Auftaktspiel sowie das Endspiel gepfiffen hatte, nach Studium der Videobilder auf Handelfmeter entschied. Coutinho (50.) verwandelte sicher und erhöhte nach einem sehenswerten Angriff per Kopf auf 2:0 (53.). 

Den Schlusspunkt setzte der eingewechselte Everton (85.). Trotz der Tore in Durchgang zwei blieb das Spiel ein Langweiler, daher gerieten nicht einmal die fußballverrückten Fans der Gastgeber in Erregung.

Brasiliens Präsident verschwindet frühzeitig vom Eröffnungsspiel der Copa America

Staatspräsident Jair Bolsonaro hatte gar vorzeitig die Nase voll, verließ die Arena gut 15 Minuten vor Spielschluss. Die VIP-Loge sei "schlecht, um das Spiel zu sehen", hatte sich der Regierungschef bereits zur Pause augenzwinkernd beschwert.

Immerhin: Am Ende wichen die Pfiffe Applaus. Aus den Lautsprechern drang im Samba-Land Jazz-Musik. Aber auch das passte irgendwie an diesem Abend ins Bild. Brasilien trifft nun in der Vorrundengruppe A am Dienstag in Salvador auf Venezuela. Zuvor spielt Bolivien in Rio gegen Peru. Die jeweils beiden bestplatzierten Teams der drei Vorrundengruppen sowie die zwei besten Tabellendritten ziehen ins Viertelfinale ein. Neben der Copa America gibt es in der Sommerpause weiteren Fußball zu sehen: Zum Beispiel die Frauen-WM in Frankreich oder die U21-EM in Italien und San Marino.

Massive Stromausfälle in Teilen Südamerikas. Selbst Züge mussten offenbar anhalten.

sid

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