Nach Auswechslung im CL-Finale

Diagnose da! So geht es Mohamed Salah - Liverpool-Star meldet sich bei Twitter

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Mohamed Salah am Boden.

Nach der Auswechslung von Mohamed Salah im Champions-League-Finale hat der ägyptische Fußballverband die Diagnose beim FC-Liverpool-Star mitgeteilt.

Kairo - Mohamed Salah weinte - und mit ihm ein ganzes Land. Der König der Pharaonen, der beste Fußballer, den Ägypten je hervorgebracht hat, war am Boden zerstört. Niedergezerrt vom unerbittlichen Sergio Ramos, böse gestürzt und noch schlimmer aufgeprallt. Die Fans in Kairo, Alexandria oder Gizeh standen unter Schock, Salahs Trainer Jürgen Klopp reagierte bestürzt.

Die Schulterverletzung des Stürmerstars sei "wirklich sehr ernst" und "sehr schlecht für Ägypten", sagte der Teammanager des FC Liverpool nach dem 1:3 (0:0) im Champions-League-Finale gegen Real Madrid. Auch wenn die endgültige Diagnose auf sich warten ließ, der Verdacht auf Schulter- oder Schlüsselbeinbruch ließ nur einen Schluss zu: Die WM in Russland (14. Juni bis 15. Juli) ist für Salah in großer Gefahr.

Der ägyptische Fußballverband wollte die Hoffnung auf seinen Ausnahmespieler nicht aufgeben und verbreitete noch in der Nacht die Nachricht einer Bänderverletzung. Ausfallzeit: mindestens zwei Wochen. Ein schwacher Trost angesichts der ersten WM-Partie der Pharaonen am 15. Juni gegen Uruguay. Aber Ausdruck der Verzweiflung: Keines der für Russland qualifizierten Teams ist derart abhängig von einem Spieler wie Ägypten von Salah.

Die Furcht vor dem WM-Aus erschütterte das Land entsprechend bis in höchste Kreise. "Meine herzlichsten Genesungswünsche an unseren Champion. Ich hoffe, er wird schnell auf den Platz zurückkehren und sein Stern wird wieder erstrahlen", twitterte Staatspräsident Abdel Fatah El-Sisi.

Salah selbst weiter an seine Teilnahme an der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland. „Es war eine sehr harte Nacht, aber ich bin ein Kämpfer. Ungeachtet aller Prognosen bin ich zuversichtlich, dass ich in Russland dabei sein werde, um Euch alle stolz zu machen“, twitterte der Ägypter am Sonntag etwa 22 Stunden nach dem Match in Kiew. „Eure Liebe und Unterstützung wird mir die Kraft geben, die ich brauche“, wandte er sich an seine Fans.

Salah (25) ist eben mehr als ein vielseitig begabter Torjäger, mehr als ein preisgekrönter und als Spieler des Jahres in der Premier League ausgezeichneter Fußballstar. Salah ist ein Held des Volkes in seiner Heimat, spätestens seit seinem Siegtor in der fünften Minute der Nachspielzeit gegen die Demokratische Republik Kongo, das die Tür zur WM-Endrunde aufstieß. Der ersten für die stolzen Ägypter seit 28 Jahren.

"Mit der WM-Qualifikation ging für mich ein als Fußballer, als ägyptischer Staatsbürger und als Fan lange gehegter Traum endlich in Erfüllung", hatte Salah gesagt. Es könnte ein böses Erwachen geben, und Sergio Ramos hat daran keinen geringen Anteil. "In Ägypten", mutmaßte Klopp, habe sich der Spanier mit seinem Foul "wohl keine Freunde gemacht".

Die Wrestling-Einlage mit dem bitteren Ende für Salah sorgte nach 30 starken Minuten nicht nur für den Bruch im Liverpooler Spiel, sie sorgte auch für Wut und Entrüstung im Internet. Das Ziel: Ramos, in seinen Zweikämpfen oft ebenso furchtlos wie fahrlässig, und diesmal vielleicht spielentscheidend?

"Der Schock war offensichtlich, und wir haben uns dann zu sehr zurückgezogen. Wir wissen nicht, was gewesen wäre ohne die Verletzung, aber jeder hat die ersten 30 Minuten gesehen.", sagte Klopp: "Wir wollten alles und haben nichts bekommen und noch weniger. Ägypten hat Salah vielleicht für die WM verloren."

Der "Täter" Ramos schickte noch in der Nacht Genesungswünsche. "Manchmal zeigt einem der Fußball seine gute Seite und manchmal seine schlechte", schrieb er bei Twitter: "Werde bald wieder gesund." Ein frommer Wunsch, und das einzige, was Ramos und Millionen Ägypter derzeit vereint.

In der Nacht zu Sonntag hatte Liverpool-Trainer Jürgen Klopp noch von einer „ernsthaften“ Verletzung gesprochen. „Es sieht nicht gut aus“, wurde Klopp auf der Webseite der „Reds“ zitiert. Stürmerstar Salah war im Champions-League-Finale gegen Madrid in einem überharten Zweikampf mit Real-Kapitän Sergio Ramos auf die Schulter gefallen. Er musste nach einer halben Stunde ausgewechselt werden. Real Madrid gewann das Finale mit 3:1.

dpa/sid

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