Die Bayern-Lage vorm Spiel in Glasgow

Rummenigge bügelt Lewandowski-Forderung ab

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Robert Lewandowski will einen Backup für sich selbst.

Diese Woche hat es für die Bayern nochmal in sich. In Glasgow soll auch ohne Torjäger Lewandowski vorzeitig der Sprung ins Achtelfinale der Champions League gelingen. Der bekam seine Äußerungen als Bumerang zurück.

Rückblende: Es ist gerade mal fünf Wochen her, als die Bosse des FC Bayern München nach einem desaströsen 0:3 gegen Paris Saint-Germain beim Bankett in Frankreichs Hauptstadt saßen und die Daumen für Trainer Carlo Ancelotti senkten. Am Dienstagabend könnten Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß nun in Schottland im Falle eines Sieges gegen Celtic Glasgow mit Jupp Heynckes auf den vorzeitigen Einzug ins Achtelfinale der Champions League anstoßen.

„Gewünscht haben wir es uns so“, sagte der Vorstandsvorsitzende Rummenigge zur furiosen sportlichen Entwicklung unter Rückkehrer Heynckes: „Es ist gut gearbeitet worden. Jupp macht das sehr gut, und die Mannschaft zieht großartig mit. Jetzt sind wir zufrieden.“

AUSGANGSLAGE: Weiter im Pokal, Erster in der Bundesliga - national hat Heynckes in kürzester Zeit die Dinge ins Lot gebracht. Und nach dem 3:0 im Hinspiel gegen Celtic vor zwei Wochen bietet sich die Chance, mit einem Auswärtserfolg zumindest Platz zwei in Gruppe B klarzumachen. „Wir wollen das Achtelfinale klar machen, wir dürfen uns keinen Fehler erlauben“, sagte Nationalspieler Joshua Kimmich. Die Münchner Profis freuen sich auf die tolle Atmosphäre im mit über 60 000 Zuschauer ausverkauften Celtic Park. „Es macht Spaß, da zu spielen. Aber hauptsächlich geht's ums Gewinnen“, sagte Arjen Robben.

PERSONAL: „Wahnsinn!“ Mit diesem Wort beurteilte Jérôme Boateng den aktuellen Offensivnotstand im Münchner Kader. Neben Thomas Müller und Franck Ribéry fällt gegen Celtic auch noch der unersetzbare Torjäger Robert Lewandowski aus. Kingsley Coman reiste zudem angeschlagen mit nach Schottland. Heynckes muss improvisieren. „Ich denke, dass ich eine Lösung finden werde“, sagte er vor dem Abschlusstraining am Montag im Celtic Park. Optionen: Eine Doppelspitze mit Robben und Coman. Oder ein Mittelfeldspieler als sogenannte „falsche Neun“.

STURM-DISKUSSION: Robert Lewandowski hatte via Sport Bild einen Backup für sich selbst gefordert: „„Ich spiele derzeit bei Bayern und in der Nationalmannschaft alle drei Tage von Anfang an“, so der Pole. „Kein Spieler kann aber in einer Saison in jedem Spiel 90 Minuten spielen.“ Lewandowski weiter: „In diesem Moment gibt es keine andere Möglichkeit. Wir haben keinen Backup auf meiner Position.“ Die Kritik hat Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge zurückgewiesen. Er sagte laut Goal.com: „Baustellen haben wir erstmal gar nicht. Es ist sicherlich nicht angenehm, dass wir jetzt speziell einige verletzte Offensivspieler haben, aber der Trainer ist bekannt dafür, dass er nicht lamentiert. Er wird Rezepte finden.“

GEGNER: Celtic setzt auf den Heimvorteil und die Unterstützung der leidenschaftlichen Fans. „Wir lieben es, hier im Celtic Park zu spielen“, sagte Trainer Brendan Rodgers. Er wünscht sich, dass sich sein Team anders als in München diesmal „wettbewerbsfähig“ zeigt. Verteidiger Dedryck Boyata will das Fehlen von Lewandowski und Thomas Müller ausnutzen. „Das sind zwei Schlüsselspieler für Bayern. Wir haben nichts zu verlieren“, sagte der belgische Innenverteidiger.

AUSBLICK: Eine große Aufgabe jagt beim FC Bayern die nächste. Rummenigge sprach von einer „wichtigen Woche“, an deren Ende noch das Bundesliga-Topspiel bei Borussia Dortmund auf dem Programm steht. „Bisher läuft alles super. Ich hoffe, dass wir durch die Woche noch positiv durchkommen“, sagte Rummenigge. Danach ist Länderspielpause. Heynckes plant für das große Kräftemessen mit dem BVB auch schon wieder mit Lewandowski. „Ich gehe davon aus, dass er am Samstag spielen kann.“ Ein Einsatz in Glasgow aber wäre „unsinnig“ gewesen.

tz.de* bietet einen Live-Ticker zum Spiel an.

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dpa

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