So kamen die Roten zum Ziel

Bayern Münchens Weg zum 28. Meistertitel

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Gegen Dortmund siegte der FC Bayern mit 6:0.

Bayern München hat sich zum 28. Mal die deutsche Fußball-Meisterschaft gesichert. Eine Chronologie des bisherigen Münchner Saisonverlaufs.

Es war der sechste Titel in Folge - in den fünf europäischen Topligen wird diese Serie nur von Olympique Lyon übertroffen, das in Frankreich von 2002 bis 2008 siebenmal nacheinander Meister wurde. Juventus Turin ist in Italien allerdings ebenfalls auf dem Weg zum siebten Titel in Folge (seit 2012). - Eine Chronologie des bisherigen Münchner Saisonverlaufs:

1. Juli: Noch ohne Rekordeinkauf Corentin Tolisso (41,5 Millionen Euro) sowie die ebenfalls neuen Confed-Cup-Sieger Sebastian Rudy und Niklas Süle startet die Vorbereitung. Übrigens unter einem gewissen Carlo Ancelotti.

11. Juli: Topstar James Rodriguez kommt als Leihgabe von Real Madrid.

16. Juli: Start der knapp zweiwöchigen Asienreise, die Torjäger Robert Lewandowski später für den Holperstart verantwortlich macht ("keine Zeit für Training").

31. Juli: Hasan Salihamidzic - nicht Philipp Lahm oder Max Eberl - wird neuer Sportdirektor. "Hasan ist von ganz unten gekommen und hat sich durchgebissen, ohne Eltern, zuerst in Hamburg, dann bei uns und danach auch in Turin", sagt Präsident Uli Hoeneß.

5. August: Erster Titel der Saison im Supercup-Duell mit Borussia Dortmund (2:2, 5:4 i.E.). Salihamidzic sieht in der Mannschaft "das Bayern-Gen", Ancelotti meint: "Wir sind noch nicht in Top-Form."

12. August: Beim Chemnitzer FC (5:0) glückt auch der Start in die DFB-Pokal-Saison.

18. August: Liga-Auftakt, Blitz und Donner über der Münchner Arena, 3:1 gegen Leverkusen trotz dürftiger Leistung. Salihamidzic: "Es müssen ein paar Sachen geändert werden, es sind nicht alle 100 Prozent fit."

9. September: Erste Pflichtspielpleite, 0:2 in Hoffenheim. "Unsere größte Baustelle", sagt Mats Hummels, sind die fehlenden Chancen.

12. September: 3:0 gegen Anderlecht zum Auftakt der Champions League, es folgt ein überzeugendes 4:0 gegen Mainz in der Liga.

18. September: Kapitän Manuel Neuer verletzt sich im Training erneut am Mittelfuß. OP, monatelange Pause.

19. September: 3:0 auf Schalke, Neuzugang James brilliert. Alles gut? Nein.

22. September: 2:2 nach 2:0 gegen Wolfsburg. "Wir wollten, aber wir waren taktisch nicht gut aufgestellt", sagt Hummels. Ancelotti meint: "Wir waren langsam, hatten wenig Intensität im Spiel und standen nicht kompakt." Es rumort.

27. September: Die Explosion. Beim Kracher in der Champions League bei Paris St. Germain brüskiert Ancelotti mit seltsamer Aufstellung ein halbes Dutzend Stars, das 0:3 ist sein Offenbarungseid. Noch in der Nacht fällen die Bosse den Entschluss, den Italiener zu feuern. Co-Trainer Willy Sagnol übernimmt.

1. Oktober: 2:2 nach 2:0 bei Hertha BSC. "Das darf uns nicht passieren", sagt Sagnol. Der Rückstand des Tabellen-Zweiten auf Spitzenreiter Dortmund beträgt fünf Punkte.

6. Oktober: Der FC Bayern gibt bekannt, dass "Rentner" Jupp Heynckes den Trainerposten bis Sommer übernimmt - zum vierten Mal! "Er ist zum jetzigen Zeitpunkt der ideale Trainer", sagt Klubchef Karl-Heinz Rummenigge. Heynckes meint, dass es sich um "kein Comeback" handele: "Es ist ein Freundschaftsdienst."

14. Oktober: 5:0 gegen Freiburg zum Einstand von Heynckes, der erste von neun Pflichtspielsiegen in Serie.

28. Oktober: Nach dem Pokalerfolg in Leipzig gelingt auch in der Liga ein Sieg gegen RB (2:0), die Bayern klettern erstmals auf Platz eins.

24. November: Bei der Jahreshauptversammlung startet Hoeneß ("alle schweben nur noch") seine "Charmeoffensive", um "Glücksfall" Heynckes zu einem längeren Verbleib zu bewegen.

25. November: 1:2 in Gladbach, erste Niederlage für Heynckes. Der ist sauer - wegen Hoeneß. "Ich weiß nicht, was Uli dazu bewegt hat, so was zu sagen. Wir haben eine ganz klare Vereinbarung bis zum 30. Juni", sagt er.

5. Dezember: Die Jupp-Bayern schlagen auch Paris (3:1).

20. Dezember: Im letzten Pflichtspiel 2017 gelingt ein 2:1 im Pokal-Achtelfinale gegen Rivale Dortmund, der in der Liga inzwischen 13 Punkte Rückstand hat.

21. Dezember: Stürmer Sandro Wagner kehrt aus Hoffenheim zu seinem Heimatverein zurück.

12. Januar: Die Bayern lassen nicht nach, 3:1 zum Rückrundenauftakt in Leverkusen.

24. Februar: Nach 14 Siegen hintereinander reicht es gegen Hertha nur zu einem 0:0.

4. März: Heynckes verabschiedet sich nach dem 4:0 von Freiburgs Trainer Christian Streich: "Es ist sicher die letzte Begegnung von uns beiden in der Liga."

9. März: Heynckes macht eine "Rolle rückwärts" (Rummenigge): "Ich habe nie gesagt, dass ich am 30. Juni definitiv aufhöre." Was das genau bedeutet, bleibt zunächst offen.

14. März: 3:1 im Achtelfinal-Rückspiel der Königsklasse bei Besiktas, für Heynckes der elfte Sieg in der Champions League in Serie (Trainerrekord).

18. März: 1:2 bei RB Leipzig, die zweite Niederlage unter Heynckes. "Es gibt solche Spiele", sagt er.

25. März: Die Trainerfrage hält den FC Bayern in Atem, Thomas Tuchel sagt ab. Heynckes lässt wissen, dass Hoeneß' Werben um ihn nichts bringt. Er hört am 30. Juni auf.

31. März: 6:0 gegen Borussia Dortmund! Der alte Rivale wird gedemütigt, aber weil Schalke gewinnt, muss der Meistertitel noch warten. Rummenigge sagt am Rande, der neue Trainer stünde bis "spätestens Ende April" fest

3. April: Das 2:1 beim FC Sevilla im Viertelfinal-Hinspiel verschafft dem FC Bayern ein glänzende Ausgangsposition für den Einzug in Halbfinale der Champions League.

5. April: Manuel Neuer absolviert erstmals seit seiner Verletzung im September wieder Torwarttraining.

7. April: Der FC Bayern wird zum sechsten Mal in Folge und zum 28. Mal insgesamt deutscher Meister. Ein 4:1 beim FC Augsburg macht den aktuellen Titel perfekt. 

sid

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