Pokal-Traumlos für Drittligisten

Die Bayern kommen: Chemnitz dankt dem Fußballgott

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Der DFB-Pokal - für den angeschlagenen CFC ein willkommenes Zubrot.

Drittligist Chemnitzer FC hat in der 1. Runde des DFB-Pokals ein Traumlos erwischt. In wirtschaftlich turbulenten Zeiten kommt das Duell mit Rekordsieger Bayern München für den früheren DDR-Meister wie gerufen.

Update vom 18. August 2017: Wie geht es weiter im DFB-Pokal? Am Sonntag zieht Carolin Kebekus die nächsten Begegnungen. Wir verraten Ihnen, wie Sie die Auslosung zur zweiten Runde des DFB-Pokals live im TV und Live-Stream sehen können. Außerdem tickern wir die Auslosung live.

Update vom 11. August 2017: Chemnitz ist glücklich, gegen den FC Bayern spielen zu dürfen - und nicht nur die Fans des Drittligisten, sondern auch die des Rekordmeisters dürften das Match gebannt anschauen. Aber wie kann man das Spiel eigentlich live im TV, Stream oder Ticker verfolgen? Antworten finden sich hier.

Chemnitz/Berlin - Die Erleichterung über den mit Mühe verhinderten Sturz in die Bedeutungslosigkeit war noch allgegenwärtig, da brach beim Chemnitzer FC der nächste Jubelsturm los. Begeistert feierten über 100 Fans beim Public Viewing in einem Café in der Innenstadt, als DFB-Präsident Reinhard Grindel bei der Auslosung der ersten Pokalrunde am Sonntag das Traumlos in die Kameras hielt: Die Bayern kommen - und mit ihnen die Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

"Vielleicht hat es der Fußballgott nach der schweren Zeit einfach gut gemeint mit uns", sagte Sportvorstand Steffen Ziffert: "Das ist für uns natürlich ein Traumgegner. Wir freuen uns auf ein Fußballfest."

Drittliga-Lizenz nur unter Auflagen

An ein Duell mit dem Rekord-Pokalsieger aus München hatte der 52-Jährige zuletzt nicht im Traum gedacht. Stattdessen stand für den früheren CFC-Profi in den ersten Wochen seit seinem Amtsantritt im Mai vor allem eine Aufgabe im Vordergrund: die wirtschaftliche Gesundung des finanziell angeschlagenen Traditionsvereins.

Die Erteilung der Drittliga-Lizenz war bis zuletzt fraglich, erst am vergangenen Freitag garantierte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) dem DDR-Meister von 1967 die Zulassung für die kommende Spielzeit - wenn auch nur unter Auflagen. Da kommt der Pokal-Kracher gegen die Bayern gerade recht. Ein ausverkauftes Stadion ist garantiert, die mögliche Live-Übertragung des Spiels könnte weitere Einnahmen generieren. Vielleicht rührt ja auch CFC-Ikone Michael Ballack, der mit den Bayern dreimal das Double gewonnen hat, im Vorfeld die Werbetrommel.

Geld durch Zusatztribünen, wie es Regionalligist Carl Zeiss Jena im Pokalspiel gegen München im Vorjahr erzielte, wird es im Chemnitzer Neubau derweil nicht geben. Für alle, die aufgrund des begrenzten Kartenkontingents nicht ins Stadion kommen, will der Klub ein Public Viewing veranstalten.

Chemnitz kennt sich aus mit Bundesligisten

Mit welcher Mannschaft die Sachsen in das Spiel des Jahres gegen München gehen, ist unklar. Angesichts der bis zuletzt fehlenden Sicherheiten stocken die Personalplanungen. Auch der Nachfolger von Cheftrainer Sven Köhler, dessen zum Monatsende auslaufender Vertrag einvernehmlich nicht verlängert wurde, ist offiziell noch nicht bestimmt. Als aussichtsreicher Kandidat gilt Peter-Sebastian Gunkel, der zuletzt die Zweitvertretung des VfB Stuttgart betreute.

Ungeachtet dessen müssen die Bayern bei der Auswärtsreise nach Chemnitz durchaus gewarnt sein. Vor zwei Jahren hatte Borussia Dortmund trotz eines 2:0-Sieges größere Probleme gegen den CFC, in der Saison zuvor hatten die Sachsen den FSV Mainz 05 (5:4 i.E.) spektakulär in der ersten Runde ausgeschaltet.

Für einen Erfolg gegen den Branchenprimus braucht Chemnitz im August nichtsdestotrotz ein Wunder. Der Fußballgott schien zuletzt immerhin auf der Seite der Himmelblauen zu sein.

sid

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