BVB reist zur Werkself

Angeschlagener Bosz hofft unter dem Bayer-Kreuz auf die Trendwende

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Wie lange wird Peter Bosz noch Trainer beim BVB sein?

Trainer Peter Bosz muss nach der gefühlten Niederlage gegen Erzrivale Schalke 04 mit Borussia Dortmund die Trendwende gelingen. Ansonsten dürfte es eng für ihn werden.

Dortmund - Diskussionen über mangelnde Fitness, Diskussionen über das System und vor allem Diskussionen über den Trainer: Die Nachwehen des 4:4 im spektakulären Revierderby gegen Schalke 04 nach einer 4:0-Führung waren in der Vorbereitung von DFB-Pokalsieger Borussia Dortmund auf den Bundesliga-Schlager bei Verfolger Bayer Leverkusen am Samstag (15.30 Uhr/Sky) deutlich zu spüren. 

Vor allem die Zukunft des umstrittenen Trainers Peter Bosz steht unter dem Werkskreuz auf dem Spiel. Der Niederländer gibt sich trotz der Drucksituation äußerlich gelassen. "Das gehört dazu. Ich bin es nicht anders gewohnt. Ich mache mir keine Gedanken, das bringt mir nichts", sagte der 54-Jährige. 

Dass er sein Team vor dem Match bei Bayer aber abschottete und hinter einem neuen Sichtschutz unter Ausschluss der Öffentlichkeit trainierte, unterstreicht den Stellenwert des Gastspiels in Leverkusen. Bosz muss nach sechs Ligaspielen ohne Sieg liefern, wie er selbst bestätigte: "Wir müssen jetzt Erfolg haben und ein Spiel gewinnen." Falls nicht, sind seine Tage beim BVB wohl gezählt. 

Bekommt Bosz Zeit bis Weihnachten?

Zwar wollen die BVB-Bosse Hans-Joachim Watzke und Michael Zorc ihrem angezählten Chefcoach angeblich noch bis Weihnachten Zeit geben, die Probleme in den Griff zu bekommen, eine weitere Pleite könnte den Klubchef und seinen Sportdirektor aber zum Umdenken bewegen. In verschiedenen Medien wurden in Armin Veh, Julian Nagelsmann, David Wagner oder Hannes Wolf bereits mögliche Nachfolger gehandelt. 

Veh und Nagelsmann haben aber schon erklärt, dass sie nicht zur Verfügung stehen. Die früheren BVB-Nachwuchstrainer Wagner (Huddersfield) und Wolf (VfB Stuttgart) stehen zudem bei anderen Klubs unter Vertrag. Lucien Favre (Nizza) soll ebenfalls ein Kandidat sein. Watzke und Zorc halten sich nachvollziehbar in der Gerüchteküche zurück. Watzke hat vielmehr Bosz noch einmal in die Pflicht genommen. 

Bosz: „Es fehlt nicht nur eine Sache“

Jeder Stein müsse umgedreht werden und eine sorgfältige Fehleranalyse erfolgen, hatte der Geschäftsführer angesichts des bedenklichen Abwärtstrends gefordert. Bosz befolgte die Anweisungen seines Vorgesetzten. "Wir haben das gründlich analysiert. Nicht nur das Schalke-Spiel, sondern die gesamte Phase, in der wir ohne Sieg sind", sagte der Niederländer und stellte fest: "Es fehlt etwas. Es ist nicht nur eine Sache. Es kommen viele Sachen zusammen." 

Dazu zählt auch, dass die Borussia in keinem ihrer letzten elf Liga- und Champions-League-Spiele nach der Pause mehr Tore geschossen hat als der Gegner. Watzke widerspricht aber in der Bild der These, das dies ein Indiz für mangelnde Fitness sei: "Die Zahlen, die wir seit Samstag auswerten, deuten nicht darauf hin, dass wir im läuferischen Bereich zu wenig gemacht hätten." Dies wollen die Borussen in Leverkusen unter Beweis stellen und am Ende auch etwas Zählbares mitnehmen. 

Bürki kehrt zurück, Aubameyang und Götze fehlen

Bosz könnte dafür in Leverkusen wieder auf eine Dreierkette setzen, die in der furiosen ersten Halbzeit gegen Schalke glänzend funktionierte. Einen erneuten Einbruch wie nach der Pause gegen Schalke dürfen sich die auf Platz fünf abgestürzten Westfalen nicht noch einmal erlauben. Bosz muss in Leverkusen auf den gesperrten Torjäger Pierre-Emerick Aubameyang und den verletzten WM-Helden Mario Götze verzichten. 

Wer Aubameyang ersetzen wird, ließ Bosz offen. Torhüter Roman Bürki hingegen steht nach seiner Gesichtsverletzung aus dem Champions-League-Spiel gegen Tottenham Hotspur (1:2) wohl wieder zur Verfügung.

sid

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