Ronaldo-Wechsel als mahnendes Beispiel

50+1-Gegner Kind kritisiert Bundesliga scharf: „Fußball-Zug rauscht an Deutschland vorbei“

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Martin Kind sieht die Bundesliga ins internationale Hintertreffen geraten.

Vor dem Beginn der neuen Saison der Bundesliga hat Martin Kind, Präsident von Hannover 96 und Gegner der 50+1-Regel, scharfe Kritik am deutschen Fußball geübt.

Hannover - Kurz vor dem Start der neuen Saison hat Clubboss Martin Kind von Hannover 96 die fehlende Anziehungskraft und das sportliche Niveau der Fußball-Bundesliga kritisiert. „Der immer schneller rasende Fußball-Zug rauscht an Deutschland vorbei“, sagte der 74-Jährige in einem Interview der „Bild“-Zeitung (Donnerstag). „England, Spanien und Italien sind längst an uns vorbeigezogen, Frankreich hängt uns ebenfalls ab. Die großen Pokale werden woanders in den Himmel gereckt. Die letzte Trumpfkarte der Bundesliga ist Bayern. Ich fürchte, dass es noch schlimmer wird.“

Kind versucht gerade, auf gerichtlichem Weg die sogenannte 50+1-Regel zu Fall zu bringen, die es nur im deutschen Profifußball gibt und die den Einfluss externer Investoren auf einen Verein begrenzen soll. Der Unternehmer ist der festen Überzeugung, dass eine solche Regel die Entwicklungsmöglichkeiten der Bundesliga-Clubs bremst.

„Das Fußball-Geschäft wird weiter anziehen, Europas Ligen sind längst zu Show-Bühnen geworden“, sagte der 96-Boss. „Ronaldo wechselt mit 33 Jahren für 100 Millionen nach Turin. Die Hälfte der Summe haben die Italiener nach kurzer Zeit durch den Trikotverkauf wieder eingespielt. Wir rümpfen die Nasen, die Tifosi sind happy. Juve war schlau. Zu uns kommt Ronaldo eben nicht.“

dpa

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