2. Bundesliga, 33. Spieltag

Kellerkind Bielefeld haut Aufstiegsaspirant Braunschweig weg

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Bejubeln den Treffer zum 2:0: Julian Börner (r.) und Torschütze Tom Schütz (l.).

München - Am vorletzten Spieltag verschafften sich Aue und Düsseldorf Luft im Abstiegskampf der 2. Bundesliga. Ein anders Kellerkind schockte einen Aufstiegsaspiranten.

Union Berlin - 1. FC Heidenheim

Union Berlin hat sich einen Spieltag vor Saisonschluss endgültig aus dem Aufstiegsrennen der 2. Fußball-Bundesliga verabschiedet. Die Eisernen verloren ihr letztes Heimspiel gegen den 1. FC Heidenheim nach einer blutleeren Vorstellung mit 0:1 (0:0) und verspielten damit auch ihre letzte Chance auf Relegationsplatz drei. Dabei hatte Konkurrent Eintracht Braunschweig bei Arminia Bielefeld klar gepatzt und Union nochmal die Tür zur Bundesliga geöffnet. Union wird die Saison auf Rang vier beenden, das ist die beste Zweitliga-Platzierung der Vereinsgeschichte. Doch das dürfte die Fans nach dem enttäuschenden letzten Auftritt im Stadion an der Alten Försterei vor 21.700 Zuschauern erstmal nicht trösten. Den Siegtreffer für Heidenheim erzielte Sebastian Griesbeck (82.). Die Berliner wirkten nicht so, als ob sie noch um ihre Minimalchance kämpfen würden. Sie erspielten sich kaum zwingende Torchancen gegen einen Gegner, der aus den vorangegangenen zwölf Spielen nur eins gewinnen konnte. In der zweiten Halbzeit erhöhte der Gstgeber nochmal den Druck, doch es fehlten Zielstrebigkeit und Präsizion.

TSV 1860 München - VfL Bochum

Entsetzen beim TSV 1860 München: Die „Löwen“ sind im Abstiegskampf der 2. Fußball-Bundesliga am vorletzten Spieltag nach einer 1:2 (1:1)-Heimniederlage gegen den VfL Bochum auf den Relegationspatz gestürzt. Am letzten Spieltag muss das Team von Trainer Vitor Pereira auswärts beim 1. FC Heidenheim antreten. Auch der direkte Abstieg ist bei zwei Punkten Vorsprung auf die Würzburger Kickers noch möglich. VfL-Joker Tom Weilandt erzielte vor 40 300 Zuschauern in der Münchner Arena in der 79. Minute das entscheidende Tor. Für die Bochumer hatte zuvor der Ex-Löwe Peniel Mlapa getroffen (31.). Nur drei Minuten später konnte Abdoulaye Ba ausgleichen.

1. FC Nürnberg - Fortuna Düsseldorf

Fortuna Düsseldorf hat einen riesigen Schritt zum Klassenverbleib in der 2. Fußball-Bundesliga gemacht. Die Rheinländer gewannen am Sonntag mit 3:2 (1:1) auswärts gegen den 1. FC Nürnberg und vergrößerten den Abstand auf den Relegationsrang auf drei Zähler. Direkt absteigen kann die Fortuna nicht mehr. Jerome Kiesewetter (27. Minute), Rouwen Hennings (70.) und Alexander Madlung (88.) sorgten vor 30 279 Zuschauern für die Tore der Rheinländer. Abdelhamid Sabiri (13.) und Kevin Möhwald (75.) trafen für den „Club“. In einer Woche empfangen die Rheinländer den FC Erzgebirge Aue und können dort alles klar machen.

Hannover 96 - VfB Stuttgart

Die beiden Absteiger Hannover 96 und der VfB Stuttgart haben gute Chancen auf die direkte Rückkehr in die Fußball-Bundesliga. Hannover 96 besiegte den Tabellenführer im Topspiel der 2. Liga am Sonntag 1:0 und hat vor dem 34. Spieltag wie die Schwaben 66 Punkte. Weil Verfolger Eintracht Braunschweig gegen Arminia Bielefeld verlor und das schlechteste Torverhältnis der drei Spitzenteams hat, können sich Hannover und der VfB womöglich sogar eine knappe Niederlage leisten. Ein Punkt reicht beiden in jedem Fall. Vor 49 000 Zuschauern in der ausverkauften HDI-Arena traf Felix Klaus zum 1:0 (40. Minute). Salif Sané sah nach einer Notbremse Rot

FC St. Pauli - SpVgg Greuther Fürth

Der FC St. Pauli hat seine gute Form in der Rückrunde auch nach dem gesicherten Klassenerhalt in der 2. Fußball-Bundesliga nicht verloren. Die Mannschaft von Trainer Ewald Lienen erkämpfte sich nach einer Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit zu Hause noch ein 1:1 (0:1) gegen Greuther Fürth und ist damit seit sieben Spielen ungeschlagen. Vor 29.546 Zuschauern im ausverkauften Millerntor-Stadion brachte Robert Zulj die Franken per Kopf (38.) zunächst in Führung, Lasse Sobiech (70.) sorgte ebenfalls mit einem Kopfball für den Ausgleich der Hamburger. Die Kiezkickern ließen aber über weite Strecken bei sommerlichen Temperaturen das Tempo vermissen, das sie zuvor zu fünf Siegen in Serie getragen hatte. St. Pauli reist am letzten Spieltag zum VfL Bochum, Fürth beendet die Saison mit einem Heimspiel gegen Union Berlin. Bei den Hamburgern überzeugten Lasse Sobiech und Bernd Nehrig, Fürth hatte in Jürgen Gjasula und Daniel Steininger seine Besten.

Würzburger Kickers - SV Sandhausen

Aufsteiger Würzburger Kickers steht vor dem direkten Sturz zurück in die Fußball-Drittklassigkeit. Die Mannschaft von Trainer Bernd Hollerbach unterlag am Sonntag vor heimischem Publikum dem SV Sandhausen mit 0:1 (0:1) und rutschte nach dem 16. sieglosen Spiel nacheinander auf den vorletzten Tabellen-Platz ab. Vor 11 571 Zuschauern markierte Korbinian Vollmann (20. Minute) das Tor des Tages. Während die Kickers schon zwei Zähler Rückstand auf 1860 München auf dem Relegationsrang haben, konnte sich Sandhausen mit dem verdienten Dreier hingegen endgültig retten.

Erzgebirge Aue - 1. FC Kaiserslautern

Erzgebirge Aue hat einen Spieltag vor Saisonschluss einen Riesenschritt Richtung Klassenerhalt in der 2. Fußball-Bundesliga gemacht. Die Veilchen setzten sich im Abstiegsduell gegen den 1. FC Kaiserslautern mit 1:0 (0:0) durch und können nur noch theoretisch auf den Relegationsrang 16 zurückfallen. Den Siegtreffer erzielte Mario Kvesic (59.). Aue reicht im letzten Saisonspiel kommende Woche bei Fortuna Düsseldorf ein Punkt, um sich zu retten. Doch selbst im Falle einer Niederlage stehen die Chancen auf ein weiteres Jahr 2. Liga für den Aufsteiger gut. Kaiserslautern muss dagegen zum Saisonabschluss vor heimischen Fans gegen den 1. FC Nürnberg nochmal um den Klassenerhalt zittern. Vor 10.000 Zuschauern war beiden Teams die enorme Bedeutung der Partie deutlich anzumerken. Weder Aue noch Lautern ging ein höheres Risiko ein, das Spiel fand fast ausschließlich zwischen den Strafräumen statt, wo sich beide Mannschaften weitgehend neutralisierten. Nach dem Rückstand erhöhte Lautern den Druck, blieb aber weitestgehend ungefährlich.

Karlsruher SC - Dynamo Dresden

Dynamo Dresden hat seine Sieglosserie beendet und gegen Absteiger Karlsruher SC beim vorerst letzten Zweitligaspiel im Wildparkstadion mit 4:3 (3:1) gewonnen. Durch die Zuschauer-Strafe für den KSC sahen nur 5972 Fußball-Fans die sportlich nahezu bedeutungslose Partie.

In einer turbulenten Partie ging Karlsruhe durch Oskar Zawada in Führung (7. Minute). Torwart Dirk Orlishausen parierte einen Foulelfmeter von Stefan Kutschke (12.) - doch Dresden drehte das Spiel noch in der ersten Hälfte. Erst traf Jannik Müller (12.), dann gelang Akaki Gogia ein Doppelpack (35./Foulelfmeter und 37.) binnen weniger Minuten. Müller machte das 4:1 (80.), ehe der KSC durch Zawada und einen von Gaetan Krebs verwandelten Handelfmeter noch Ergebniskosmetik betrieb (91.).

dpa/sid

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