5. Bundesliga-Spieltag

1899 dreht die Partie in Mainz, Bayer Leverkusen mit Rückschlag

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Leitete die Aufholjagd der Hoffenheimer ein: Sandro Wagner (r.)

Hoffenheim siegte durch einen Last-Minute-Treffer bei Mainz 05. Aufsteiger Hannover 96 verpasste es durch ein 1:1 den Sieg gegen Freiburg. Bereits seine dritte Pleite musste  Leverkusen mit 1:2 bei Hertha BSC hinnehmen.

FSV Mainz 05 - 1899 Hoffenheim 2:3 (2:2)

Mark Uth hat eine Energieleistung von 1899 Hoffenheim mit dem sehr späten Siegtor beim FSV Mainz 05 gekrönt. Nach einem Zwei-Tore-Rückstand gewann die Mannschaft von Trainer Julian Nagelsmann dank ihres Stürmers am 5. Bundesliga-Spieltag noch 3:2 (2:2) und steht mit elf Punkten exzellent da.

Danny Latza (5.) und Yoshinori Muto (16.) trafen für den FSV. Nadiem Amiri (23.) und Sandro Wagner (45.+1) waren für Hoffenheim erfolgreich, bevor Uth den Siegtreffer erzielte (90.+2).

Die 23.477 Zuschauer sahen zu Beginn starke Gastgeber, die sich früh durch den Latza-Treffer aus der Distanz belohnten. Schon in den Minuten vor dem Tor hatten die Mainzer, die ohne Abdou Diallo, Niko Bungert, Alexander Hack und Gaetan Bussmann auskommen mussten, großen Druck entwickelt.

Auf das frühe Attackieren waren die Hoffenheimer laut Nagelsmann eingestellt. Dennoch wurden die Kraichgauer, bei denen Serge Gnabry, Ermin Bicakcic und der Ex-Mainzer Adam Szalai fehlten, auch nach dem Rückstand weiter in die Defensive gedrängt. Levin Öztunali hätte die Mainzer Führung ausbauen können (11.).

Die Rotation Nagelsmanns bekam den Hoffenheimern zunächst gar nicht. Im Vergleich zum 1:1 vom Sonntag gegen Hertha BSC nahm der "Trainer des Jahres" fünf Veränderungen beim Europa-League-Teilnehmer vor. So saßen unter anderem Spielmacher Kerem Demirbay und Stürmer Andrej Kramaric auf der Bank.

Nagelsmanns Kollege Sandro Schwarz tauschte gegenüber dem 0:4 am Samstag bei Bayern München vier Spieler. Aufgrund der Verletzung des Franzosen Diallo war es eine Änderung mehr als gewollt. Dennoch spielten die Mainzer die TSG teilweise schwindelig, der zweite Treffer durch den Japaner Muto nach einer Viertelstunde war folgerichtig.

Dass die Hoffenheimer schon kurz darauf nach einer tollen Kombination zum Anschlusstor durch Amiri kamen, war überraschend. Danach waren die Gäste aber voll im Spiel. Lukas Rupp scheiterte in der 30. Minute an FSV-Torhüter René Adler, der Ausgleich in der packenden Partie lag in der Luft.

Es waren allerdings Öztunali und Viktor Fischer auf der Gegenseite, die große Möglichkeiten auf den dritten Mainzer Treffer vergaben (43. und 44.). In der Nachspielzeit der ersten Hälfte war es dann Wagner, der nach einer Ecke von Rupp per Kopf den schmeichelhaften Ausgleich erzielte.

Zu Beginn des zweiten Durchgangs kam Demirbay, später dann auch Kramaric. Die erste gute Chance hatten aber wieder die Gastgeber durch Daniel Brosinski (49.). Danach passierte zunächst nicht mehr allzu viel. Erst in der 71. Minute prüfte Latza den Hoffenheimer Torwart Oliver Baumann.

Hertha BSC - Bayer Leverkusen 2:1 (2:0)

Hertha BSC hat Angstgegner Bayer Leverkusen in der Fußball-Bundesliga in die Knie gezwungen und Tuchfühlung mit den Europapokalplätzen aufgenommen. Die Berliner setzten sich am 5. Spieltag gegen die Werkself verdient mit 2:1 (2:0) durch und rückten mit acht Punkten in die obere Tabellenhälfte vor. Mathew Leckie (16.) mit seinem vierten Saisontor und Salomon Kalou (24.) trafen für die Hausherren. Nationalspieler Julian Brandt (84.) brachte Bayer spät noch einmal heran.

Leverkusen, das in den zehn Spielen zuvor gegen Hertha nur einmal verloren hatte, agierte nach vorne gefällig, war aber vor allem in der Defensive oft zu leichtfertig. Am Ende blieb die Mannschaft von Trainer Heiko Herrlich auswärts weiter ohne Punkt und steht mit nur vier Zählern aus fünf Spielen schon gehörig unter Druck.

Vor nur 32.825 Zuschauern im halbleeren Olympiastadion hatte Herthas Coach Pal Dardai mit seiner Rotation wieder richtig gelegen. Niklas Stark, Vladimir Darida, Kalou und Vedad Ibisevic rückten in die Startelf und gaben dem Spiel von Beginn an viel Inspiration und Elan.

Ein Profiteur war Leckie, der gerade noch vom Leverkusens Innenverteidiger Panagiotis Retsos am Torschuss gehindert wurde (9.). Sieben Minuten später war der Neuzugang aber mit einer feinen Einzelleistung zur Stelle. Erst ließ der Australier zwei Leverkusener an der Strafraumgrenze ins Leere laufen, ehe er den Ball mit links ins lange Eck schlenzte.

Die Spielfreude bei den Gastgebern hielt an. Im Mittelfeld waren Per Skjelbred und Darida deutlich giftiger als ihre Gegenspieler. Leverkusen kam oft einen Schritt zu spät. So auch beim 0:2. Ibisevic spitzelte den Ball vor Keeper Bernd Leno weg, bediente von der Außenlinie Kalou, und der Ivorer köpfte ohne Gegenwehr zum 2:0 ein. Kurz vor der Pause zwang Ibisevic Leno mit einem Kopfball aus kurzer Distanz zur Großtat.

Bayer-Coach Herrlich agierte auf die drohende Pleite nach der Pause und brachte Admir Mehmedi für Karim Bellarabi und Jonathan Tah für Wendell. Vor allem über rechts wurde das Spiel der Gäste auch gefälliger, doch mit den hohen Flanken in den Strafraum hatten die Berliner um Keeper Rune Jarstein wenig Mühe.

In der Folge wurde die Partie immer zerfahrener. Hertha beschränkte sich darauf, nur noch das Nötigste zu tun und sammelte schon wieder Kräfte für die nächsten Aufgaben in den englischen Wochen. Dardai nahm Ibisevic und Ondrej Duda frühzeitig vom Feld. Mit einer Einzelaktion machte Brandt es am Ende noch einmal spannend.

SC Freiburg - Hannover 96 1:1 (0:0)

Die "Unbezwingbaren" von Hannover 96 punkten eifrig weiter, diesmal aber auch mit etwas Glück: Der glänzend in die Saison gestartete Aufsteiger erkämpfte sich am 5. Spieltag der Fußball-Bundesliga beim SC Freiburg ein 1:1 (0:0) und ist mit nun elf Punkten so gut wie noch nie zu diesem Zeitpunkt.

Martin Harnik (66.) erzielte mit seinem vierten Saisontreffer zunächst die Führung für Hannover. Der eingewechselte Nils Petersen (83.) glich für Freiburg, das in Person von Florian Niederlechner zudem einen Foulelfmeter (54.) verschoss, kurz vor Schluss noch aus.

Zumindest verhalten jubeln durften die Hannoveraner dennoch. Denn durch das nächste Spiel ohne Niederlage setzte sich die beeindruckende Serie mit Trainer André Breitenreiter fort. Seitdem der 43-Jährige bei 96 verantwortlich ist - und das sind nunmehr immerhin 15 Pflichtspiele - verlor Hannover nicht einmal. Dementsprechend zuversichtlich waren die Niedersachsen angesichts dieser Vorzeichen nach Freiburg gereist.

Im Spiel nach vorne blieb bei den Gästen über weite Strecken aber vieles Stückwerk, gegen angriffslustige Freiburger war die Defensive zudem mehr gefordert als vielleicht erwartet. Denn beim 0:4 in Leverkusen waren die Breisgauer noch erschreckend harmlos aufgetreten - auch wegen der katastrophalen Bilanz von gerade einmal vier Torschüssen schickte SC-Trainer Christian Streich vom Papier her eine etwas offensivere Startelf auf den Platz.

Und die machte ihre Sache richtig gut. Vor allem der quirlige Niederlechner gefiel mit herausragender Laufarbeit, er besaß mit dem Distanzschuss in der 19. Minute auch die erste Chance zum Führungstreffer. Während der Sport-Club, wie in dieser Szene, hauptsächlich nach Balleroberungen in die Gefahrenzone drang, profitierte Hannover von Standardsituationen. So köpfte Niclas Füllkrug (24.) den Ball nach einer Ecke nur knapp über die Querlatte.

Verdienter wäre die Führung zur Halbzeit aber ohnehin für die Gastgeber gewesen. Freiburg erspielte sich von Minute zu Minute mehr Mut, Marco Terrazzino (28.), Mike Frantz und Niederlechner (32.) prüften 96-Keeper Philipp Tschauner in der unterhaltsamsten Phase der ersten Halbzeit gleich dreimal.

So schwungvoll setzte sich das Duell nach dem Seitenwechsel zwar nicht fort, Freiburg blieb allerdings das bestimmende Team. Auch nach dem Fauxpas von Niederlechner, der den Strafstoß selbst herausgeholt hatte, wirkte der SC keinesfalls verunsichert oder geknickt. Er suchte weiter den Weg nach vorne mit der Hoffnung auf das erlösende Tor.

Dies erzielte auf der anderen Seite Harnik, der eine scharfe Hereingabe von Füllkrug aus kurzer Distanz verwertete. Streich musste agieren, er wechselte seinen Top-Joker Petersen und Liverpool-Leihgabe Ryan Kent (64.) ein und versuchte damit, zumindest noch einen (verdienten) Punkt zu retten. Mit Erfolg: Neun Minuten nach seiner Einwechslung drückte Petersen den Ball mit rechts über die Linie.

sid

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