Erst großes Zittern, dann großer Triumph

Paulding dreht auf: EWE Baskets siegen in Würzburg

+
Mladen Drijencic und Rickey Paulding

Es war ein regelrechter Basketball-Krimi, den die EWE Baskets am späten Samstagabend, 28. Oktober, bei s.Oliver Würzburg lieferten. Zunächst sah es so aus, als müssten die Oldenburger die Halle als Verlierer verlassen. Doch dann riss Kapitän Paulding in einem starken Finish das Ruder rum.

Dass es für die Baskets in Würzburg kein Spaziergang werden würde, war klar. Dass es aber ein an Dramatik kaum noch zu überbietender Basketball-Showdown werden würden, war aufgrund des Spielverlaufs nicht unbedingt zu erahnen.

Mehr aktuelle Sport-News gibt's in unserer Sport-Rubrik.

Die EWE Baskets haben am siebten Spieltag der easyCredit BBL bei s.Oliver Würzburg mit 86:84 gewonnen, den fünften Saisonsieg eingefahren und der Überraschungsmannschaft aus Bayern die zweite Niederlage in Folge und die erste Heimniederlage in dieser Spielzeit verpasst.

Es schien lange so, als sollten die Oldenburger als Verlierer vom Parkett gehen. Vermutlich hatte der Sieg gegen Pinar Karsiyaka am Mittwoch in der Basketball Champions League zu viele Körner gekostet. Was sich jedoch im letzten Viertel abspielte, ist ein weiteres Kapitel der Geschichte: Rickey Paulding - der Mann für die unglaublichen Comebacks!

Der Spielverlauf:

Der Reihe nach: Ein wenig ungewohnt im Vergleich zu den Partien der letzten Wochen verliefen die ersten zehn Minuten vor 3.100 Zuschauern in der ausverkauften s.Oliver Arena für die EWE Baskets. Zwar erzielten die Oldenburger für ihre Verhältnisse magere 11 Punkte, dafür hielten sie die Gastgeber in der Defensive weitestgehend in Schach, denn auch Würzburg hatte vor allem in der Anfangsphase Ladehemmung und kam erst ab Minute 6 in Schwung und ging nach dem 1. Viertel mit 18:11 in Führung.

Im zweiten Durchgang schafften die Oldenburger dann aber den zwischenzeitlichen - und wie sich später zeigen soltte - auch nur den vorübergehenden Turnaround. Ein 17:11-Lauf brachte die EWE Baskets bis zur 16. Spielminute auf 28:29 heran. Spätestens ab diesem Zeitpunkt wurde es psychologisch und kämpferisch intensiv. So intensiv, dass Würzburgs Coach Dirk Bauermann sich bei einer Verteidigungsarbeit von Oldenburgs Power Forward Maxime De Zeeuw (6 Punkte, 3 Rebounds) gegen Robin Benzing (7 Punkte, 2 Assists) bei den Schiedsrichtern zu lautstark beschwerte und dafür ein Technisches Foul gegen die Bank kassierte.

Es war also Feuer drin in der Partie zwischen der Überraschungsmannschaft der bisherigen Saison und dem deutschen Vize-Meister aus Oldenburg. Mit zunehmender Dauer wurde das Spiel immer intensiver, die EWE Baskets gewannen zwar das 2. Viertel mit 24:23, Würzburg ging aber mit einer Sechs-Punkte-Führung in die Halbzeit, nachdem der Ex-Oldenburger Mo Stuckey (15 Punkte) mit einem Buzzer Beater zur Pausensirene per Dreier traf. Benzing hatte Oldenburgs Verteidigung im Griff, der Topscorer der Liga kam bis dahin nur auf 4 Punkte.

Im 3. Viertel erlebten die Oldenburger, die noch unter der Woche in der BCL gegen den türkischen Club Pinar Karsiyaka ein Offensiv-Feuerwerk abgebrannt hatten, in den ersten fünf Minuten einen Einbruch. Auch eine erneut gute Vorstellung von Bryon Allen (14 Punkte, 10 Rebounds, 4 Assists), dem wie schon gegen Karsiyaka stark aufspielenden Brad Loesing (10 Punkte, 4 Assists) sowie 15 Punkten von Rasid Mahalbasic reichten bis dahin nicht. Würzburg hatte nun das Momentum auf seiner Seite und bog bereits deutlich auf die Siegstraße ein. Dann aber schlug die Stunde von Rickey Paulding!

Pauldings Gala-Vorstellung

War Oldenburgs Kapitän bis dahin kein Faktor, so drehte der vor wenigen Tagen 35 Jahre alt gewordene Paulding (23 Punkte, 2 Rebounds, 2 Steals) wie aus dem Nichts mächtig auf und erzielte allein im 4. Viertel 17 Punkte und zeigte auf, dass, wenn es darauf ankommt, auf ihn in fast schon unheimlicher Weise Verlass ist. Die Würzburger fanden kein Mittel gegen Paulding, der nun machte, was er wollte und sein Team fast im Alleingang über die Ziellinie zog.

Das sagt Head Coach Mladen Drijencic:

„Wir haben heute ein sehr umkämpftes Spiel erlebt, beide Mannschaften haben sehr viel investiert. Es war ein Spiel, das in Wellen verlaufen ist. Beide Teams hatten gute Phasen, das sieht man auch an den Viertelergebnissen. Im letzten Viertel haben wir durch Rickey Paulding extrem effizient gespielt. Die Option mit Rickey auf der Vier hat das Spiel für uns entschieden. Für uns war es sehr schwer, uns richtig vorzubereiten, weil wir am Mittwoch das Europapokalspiel in Vechta hatten.“

Das könnte Dich auch interessieren

Kommentare