Strafe für Corona-Sünder

Corona-Knast bei Hamburg: Regel-Sünder werden eingesperrt

Quarantäne-Verweigerer können künftig hier eingebuchtet werden. Die ehemalige Jugendarrestanstalt Mortsfelde bei Neumünster wartet schon auf Covidioten.

  • Schleswig-Holstein ergreift Maßnahme gegen Quarantäne-Verweigerer.
  • Alte Gefängnisanstalt in Neumünster wird zum Corona*-Knast umfunktioniert.
  • Mehrfache Corona-Sünder müssen hier ihre Quarantäne absitzen – was erwartet sie dort?

Update vom Sonntag, 11. April 2021, 10:18 Uhr: Moltsfelde – Nun hat es den ersten Corona-Sünder erwischt. Weil er gegen seine Quarantäne-Auflagen verstieß, sperrte man ihn kurzerhand in der Jugendarrestanstalt in Moltsfelde ein.

Corona-Knast bei Hamburg: Regel-Sünder werden eingesperrt

Neumünster (Schleswig-Holstein) – Schon von außen hat es etwas Bedrohliches und Abschreckendes, das Gebäude der Jugendarrestanstalt Mortsfelde. Das verwaiste Gefängnis wird jetzt kurzerhand zum Corona-Knast umfunktioniert. Mit dieser Maßnahme will der Kreis Segeberg Quarantäne-Verweigerer zur Einsicht bringen und sie im schlimmsten Fall zur Isolierung zwingen.

GefängnisJugendarrestanstalt Moltsfelde
AdresseIsarstraße 44, 24539 Neumünster
Telefon04321 4890680

Coronavirus-Knast bei Hamburg: Wer Quarantäne verweigert, landet im Gefängnis in Neumünster

Wer mehrfach gegen Corona-Regeln verstößt, der kann mit einem Aufenthalt in der Anstalt rechnen. Doch so schnell landet hier niemand – es muss einiges passieren, damit diese harten Maßnahmen ergriffen werden: „Das ist für uns die letzte Möglichkeit, wenn sich jemand einfach nicht an die Regeln halten will. Dem muss aber einiges vorausgehen“, erklärt Landrat Jan-Peter Schröder (53, parteilos) gegenüber der Bild.

Wer sich nicht an die Quarantäne hält, landet hier: in der Jugendarrestanstalt Moltsfelde. (24hamburg.de-Montage)

Erst nachdem ein Corona-Sünder mehrfach von der Polizei beim Ignorieren der angeordneten Quarantäne erwischt wurde, folgt eine „Gefährder-Ansprache.“ Fruchtet auch das nicht, hat das Amtsgericht das letzte Wort. Jeder Landkreis aus Schleswig-Holstein kann die Einrichtung für solche Fälle nutzen“, meint Schröder.

Schleswig-Holsten: Corona-Sünder müssen in kleinster Zelle im Gefängnis leben

Einladend ist ein Aufenthalt zumindest nicht: Wer in der Jugendarrestanstalt landet, dem droht eine zwölf Quadratmeter kleine geflieste Zelle mit Bett, Regal, Tisch, Stuhl und einer kleinen Nasszelle. Anders als im normalen Gefängnis sind Handy- und Fernsehnutzung hier erlaubt. Bis zu sechs Corona-Sünder können in der Einrichtung untergebracht werden. 12 bis 15 Mitarbeiter, die über Honorarverträge angestellt sind, passen rund um die Uhr auf, dass die Sträflinge ihre Zellen nicht verlassen. Außerdem haben sich 30 ehemalige Polizei- und Justizvollzugsbeamte freiwillig für diese Aufgabe gemeldet.

Unklar ist, wie viele Quarantäne-Verweigerer es in Schleswig-Holstein gibt. Sönke E. Schulz, Geschäftsführer des Schleswig-Holsteinischen Landkreistags, hofft, dass die Sünder durch diese harten Maßnahmen Einsicht erlangen. „Wenn die Person glaubhaft versichern kann, dass sie sich jetzt zukünftig an die Anordnung hält, [...] wird man auch ermöglichen können, dass die Person nach Hause zurückkehren kann“, meint er gegenüber RTL. Bis zum 1. Februar 2021 solle die Einrichtung startklar sein, für die Quarantäne-Verweigerer wurde ein separater Trakt eingerichtet.

Die Jugendarrestanstalt Moltsfelde von außen.

Quarantäne-Verweigerer in Hamburg: So geht die Hansestadt mit Corona-Sündern um

Auch Hamburg* will die Zahl der Corona-Sünder so niedrig wie möglich halten. Doch hier zeigt man sich hinsichtlich der Strafen noch etwas zurückhaltender: Masken-Muffeln und Quarantäne-Verweigerern drohen bisher „nur“ saftige Bußgelder. Bisher hat die Stadt mehr als 1,5 Millionen Euro Bußgelder durch Corona-Straftaten eingenommen, berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa). Dabei wurden bis zum 8. Januar 13.726 Bußgeldbescheide erlassen.

„Den meisten Verfahren liegen Verstöße gegen das Abstandsgebot zugrunde“, teilte Matthias Krumm, Sprecher des Einwohnerzentralamtes mit. Wer sich nicht an den Mindestabstand von 1,5 Metern hält, der muss bis zu 150 Euro zahlen. Wer sich zudem nicht an die neue Maskenpflicht in der Hansestadt hält, muss ebenfalls mit hohen Geldstrafen rechnen, wie 24hamburg.de berichtet. Eine strenge Verfolgung von Quarantäne-Verweigerern scheint es bisher noch nicht zu geben. „Zu Quarantänebrechern beziehungsweise Verstößen gegen das Gebot der Absonderung sind bislang keine Anzeigen erfasst“, sagte Krumm. *24hamburg.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Christian Charisius/dpa

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