Nach Beschlagnahmung des High-Speed-„Gokarts“

5 Fragen an den „Bierkisten“-Bastler: „Nächstes Projekt: ein motorisierter Einkaufswagen“

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Laut Bastler Rechlin war die „Bierkiste“ nicht im öffentlichen Verkehr unterwegs.

Harte Zeiten für Thorsten Rechlin aus Oldenburg: Seine preisgekrönte „Bierkiste“ ist weg – beschlagnahmt von der Polizei in Ohmstede, weil er mit seinem bis 70 Km/h schnellen Gefährt Marke Eigenbau auf einer öffentlichen Straße unterwegs gewesen sein soll. Der 31-Jährige bestreitet das vehement. Er will seine Bierkiste zurück und plant schon weitere motorisierte Basteleien.

Gegenüber nordbuzz hat Rechlin fünf Antworten zu dem kuriosen Fall gegeben.

nordbuzz: Die Polizei nannte Dein Gefährt in ihrem Bericht „Gokart“. Wir finden, das trifft es irgendwie nicht. Wie würdest Du das Teil selber nennen?

Thorsten Rechlin: „Gokart“ ist natürlich quatsch. Das Teil ist eine fahrende Bierkiste mit 125 ccm-Kymko-Motor. Ein Gokart sieht doch auch schon ganz anders aus.

Wie bist Du auf die Idee gekommen, so etwas zu basteln?

Ich hatte es mein ganzes Leben einfach schon mit Motoren, ganz egal ob 29 oder 1000 Kubik. Alles, was einen Motor hat, fasziniert mich. In der Richtung hatte ich auch schon alles von Gokarts über Quads zu Trikes.

Was steckt denn noch so in Deiner Bierkiste?

Ich habe eine Us-Front verbaut und das Teil extrem tiefergelegt. Insgesamt sind schon 28.000 Euro in die Umbauarbeiten geflossen, und bis zur letzten Schraube ist alles TÜV-geprüft. Es gibt auch einen DVD-Player und eine Playstation und eben den 125-ccm-Motor aus einer Straßen-Kymco.

Hast Du Dir noch andere Bastelprojekte vorgenommen?

Mein nächstes Projekt ist ein motorisierter und selbstfahrender Einkaufswagen. Etwas in der Art habe ich schon häufiger gesehen. Da waren dann einfach die Rollen abgeflext und der Einkaufswagen tiefergelegt. Und in einer amerikanischen Fernsehsendung habe ich so ein Teil auch schon mal mit Monster-Truck-Reifen gesehen. Da dachte ich mir: Wenn es möglich ist, so etwas zu bauen, dann mach' ich das auch. Ich bin halt einfach ein Bastler und Motoren sind mein Hobby.

Jetzt wurde Deine Bierkiste aber beschlagnahmt, weil Du damit angeblich auf der Straße gefahren sein sollst. Du bist mit dieser Darstellung der Polizei, wie wir hörten, aber so gar nicht einverstanden, richtig?

Die „Bierkiste“ hat einen 125-ccm-Motor in einer tatsächlichen Bierkiste.

Ich bin überhaupt nicht einverstanden, weil ich erstens zu dem Zeitpunkt überhaupt nicht gefahren bin. Das können auch mehrere Zeugen bestätigen. Und zweitens fahre ich, wenn, nur auf meinem Privatgrundstück oder auf einem benachbarten, befriedeten Firmengelände, wofür ich auch eine Genehmigung habe. An dem Tag lief es so ab: Ich stand mit Nachbarn in meinem Garten, als plötzlich die Polizei auf mein Grundstück kam. In der offiziellen Meldung der Polizei hieß es, ich hätte mein sogenanntes „Gokart“ vor den Beamten versteckt. Das stimmt schon nicht.

Ich habe erst mal schnell mein Garagentor zugemacht, das stimmt, aber sobald ich gehört hatte, worum es geht, habe ich den Polizisten meine Bierkiste gezeigt, obwohl die gar keinen Durchsuchungsbefehl hatten. Da waren keine Androhungen weiterer Sanktionen nötig, wie behauptet wurde. Auch ein Beschlagnahme-Protokoll hatten die nicht dabei, und trotzdem habe ich kooperiert und sogar geholfen, meine Bierkiste auf das Polizeiauto zu laden. Jetzt habe ich arge Angst, dass ich meine Bierkiste gar nicht mehr zurück bekomme. Und das, obwohl es eigentlich überhaupt keinen Verdachtsmoment gibt. Das Ding stand da komplett kalt. Ich bin damit nicht gefahren und mir auch sonst keiner Schuld bewusst.

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