Täterin ist der Polizei bekannt

Terror in der Schweiz? Messer-Angriff auf Frauen in Kaufhaus - „Situation von größtem Ernst“

In der Schweiz ist offenbar zu einer Terror-Attacke in einem Kaufhaus gekommen. Die Täterin ist der Polizei bekannt und soll mit der Terrormiliz IS sympathisieren.

  • Am Dienstagnachmittag ereignete sich eine mutmaßliche Terror-Attacke in der Schweiz.
  • In einem Kaufhaus in Lugano griff die Täterin zwei Frauen mit einer Stichwaffe an.
  • Die Täterin soll Sympathien für die Terrormiliz IS haben.

Update von 25. November, 8.00 Uhr: Nach dem Messerangriff einer Frau mit mutmaßlichen Sympathien für die Terrormiliz IS in einem Kaufhaus in Lugano gehen die Ermittlungen der Behörden in der Schweiz weiter. „Dieser Angriff überrascht mich nicht“, sagte die Direktorin der Bundespolizei Fedpol, Nicoletta della Valle, am Dienstagabend wenige Stunden nach der Attacke. Derartige Taten würden überall auf der Welt geschehen. Die Frau konnte direkt nach der Tat verhaftet werden. Ein schwer
verletztes Opfer war nicht in Lebensgefahr. 

Die 28-jährige Schweizerin hatte nach Polizeiangaben Dienstagnachmittag zwei Frauen in einem Kaufhaus in ihrer Heimat in Lugano im Kanton Tessin angegriffen. Ein Opfer wurde dabei schwer verletzt, ein weiteres leicht. Nach ersten Erkenntnissen packte die mutmaßliche IS-Sympathisantin eine Frau am Hals, während sie die zweite Frau mit einer Stichwaffe am Hals verletzte. „Die Täterin ist Fedpol bekannt aus polizeilichen Ermittlungen im Jahr 2017 mit dschihadistischem Hintergrund“, teilte die Bundespolizei auf Twitter mit.

„Ich hörte Schreie und drehte mich um. Da sah ich eine Frau am Boden - inmitten einer Blutlache“, sagte eine Augenzeugin laut La Regione. Wie Medien aus Tessin berichteten, soll die Angreiferin das Messer zuvor aus der Haushaltsabteilung des Einkaufszentrums gestohlen haben. Während des Angriffs soll sie nach Zeugenaussagen in Medien gerufen haben, dass sie der Terrormiliz IS angehöre. Die Täterin wurde von einem Paar gestoppt, an den Haaren gezogen und bis zum Eintreffen der Polizei festgehalten. 

Die Bundesanwaltschaft hat die Ermittlungen aufgenommen. Für den Kommandanten der Tessiner Kantonspolizei Matteo Cocchi sei die Bedrohung durch den Terrorismus omnipräsent. Mehr Details gebe es derzeit noch nicht. Der Tessiner Regierungspräsident Norman Gobbi ging davon aus, dass die Frau radikalisiert worden sei: „Die Situation ist von größtem Ernst.“ Die Polizei in der Schweiz ist seit der Terrorattacke mit vier Todesopfern in Wien Anfang November in Alarmbereitschaft. Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz verurteilte den jüngsten Messerangriff auf Twitter und sprach der Schweiz seine Solidarität aus.

Terror in der Schweiz: Frau attackiert zwei Passantinnen mit Messer in Lugano

Erstmeldung vom 24. November: Lugano - Eine Frau hat in einem Warenhaus in Lugano im schweizerischen Kanton Tessin am Dienstagnachmittag zwei Passantinnen mit einem Messer angegriffen. Die Bundesanwaltschaft geht von einem „mutmaßlichen terroristisch motivierten Angriff“ aus, wie sie auf Twitter schrieb.

Terror in Lugano (Schweiz): Behörden-Chefin sieht Verbindung zu Attacken in Frankreich

Nach Angaben der Polizei war eine 28-jährige Schweizerin aus zunächst ungeklärten Gründen auf die anderen Frauen losgegangen. Laut einem Bericht des Portals Ticino Online griffen nach ersten Erkenntnissen dann zwei Kunden ein und machten die Angreiferin „bewegungsunfähig“. Es sei ein Paar gewesen, das die Messerstecherin „an den Haaren“ gepackt habe, schreibt die Boulevardzeitung Blick.

Die Direktorin des Schweizerischen Bundespolizeiamtes, Nicoletta della Valle, erklärte, der Angriff überrasche sie nicht. Es gebe wohl eine Verbindung zu den Vorfällen in Frankreich. Die Attentäterin sei „radikalisiert“ und bereits aktenkundig, hieß es bei einer Pressekonferenz. (dpa/fn)

Rubriklistenbild: © Pablo Gianinazzi/KEYSTONE/Ti-Press/dpa

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