Kreml-Kritiker

Nach Giftanschlag an Nawalny: Russland kündigt Gegensanktionen gegen Berlin und Paris an

Im August überlebte der Kreml-Kritiker Alexey Nawalny einen Gift-Anschlag. Die EU reagiert mit Sanktionen gegen Russland. Nun plant Moskau Gegensanktionen.

  • Im August brach der Kreml-Kritiker Alexey Nawalny auf einem Flug nach Moskau zusammen.
  • Er wurde mit einem Nervengift vergiftet - Die EU leitete Sanktionen gegen Russland ein.
  • Nun plant der Kreml Gegenmaßnahmen gegen deutsche und französische Regierungsmitarbeiter.

Moskau/Berlin - Russland kündigt als Reaktion auf die Strafmaßnahmen der EU wegen des Giftanschlags auf den Oppositionspolitiker Alexej Nawalny* Gegensanktionen an. Wie die Deutsche Presse Agentur berichtet, sollen davon ranghohe deutsche und französische Regierungsmitarbeiter betroffen sein.

„Da Deutschland die treibende Kraft hinter den EU-Sanktionen war und die Sanktionen direkt ranghohe Mitarbeiter der Präsidialverwaltung der russischen Föderation betreffen, werden unsere Gegensanktionen dies widerspiegeln“, sagte Russlands Außenminister Sergej Lawrow am Donnerstag.

Der Kreml-Kritiker Nawalny war im August auf einem Flug von Tomsk nach Moskau zusammengebrochen. Nach einem Aufenthalt in einem sibirischen Krankenhaus wurde er in die Berliner Charité verlegt. Dort erhielt er Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Nach Erkenntnissen deutscher und anderer europäischer Experten war Nawalny mit einem Nervengift der Nowitschok-Gruppe vergiftet worden.

Giftanschlag auf Nawalny: Russland kündigt Gegensanktionen gegen Berlin an

Der Anschlag auf Nawalny hätte nach Einschätzung der EU nicht ohne Wissen und Genehmigung staatlicher russischer Stellen stattfinden können. Daraufhin verhängte die EU im Oktober Sanktionen gegen hochrangige russische Funktionäre im engsten Umfeld von Wladimir Putin. Betroffen davon war unter anderem der Vize-Chef der Präsidialverwaltung, Sergej Kirijenko. Nawalny selbst sagte, er gehe davon aus, dass Putin persönlich den Anschlag auf ihn bewilligte. Der Kreml hat dagegen jede Beteiligung an dem Anschlag bestritten.

Außenminister Lawrow sagte am Donnerstag, Moskau habe „Grund zu glauben“, dass das Nervengift erst in Nawalnys Nervensystem gelangt sei, als dieser im Flugzeug nach Berlin transportiert wurde oder bereits in Deutschland gewesen sei. Belegte dafür legte er der Deutschen Presse Agentur zufolge nicht vor. Nawalnys Sprecherin Kira Jarmysch erklärte, die Annahme, der Oppositionspolitiker könne in Deutschland vergiftet worden sein, sei die „idiotischste von allen“. Nawalny befindet sich nach wie vor zur Behandlung in Deutschland, hat jedoch angekündigt, nach seiner vollständigen Genesung nach Russland zurückzukehren. (dpa/aka) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Alexei Nikolsky/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa

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