Covid-19-Pandemie

Mehr als 35.000 Corona-Tote: Mexiko überholt Italien

Coronavirus Mexiko Immer mehr Infizierte und Tote
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Ein Mädchen und seine Mutter trauern in Mexiko um die gestorbene Großmutter. Die Zahl der Corona-Opfer in dem mittelamerikanischen Land stieg zuletzt rasant.

Das Coronavirus ist in Lateinamerika weiter stark auf dem Vormarsch. Mexiko ist inzwischen das Land mit den viertmeisten registrierten Todesfällen im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19.

  • In Mexiko sind jetzt mehr Menschen an Covid-19 gestorben als in Italien
  • Fast 300.000 Corona-Infektionen bestätigt
  • Wenige Tests: Wahre Corona-Fallzahlen wahrscheinlich noch deutlich höher

Die Zahl der Corona-Toten in Mexiko stieg nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Sonntag (Ortszeit) auf 35.006. Damit überholte das nordamerikanische Land Italien. Die offizielle Zahl der bestätigten Infektionen mit dem Coronavirus* liegt in Mexiko inzwischen bei 299.750 - die siebtmeisten weltweit nach Statistiken der Johns Hopkins Universität in den USA.

Die wahren Zahlen dürften in Mexiko allerdings noch deutlich höher liegen. Äußerst wenige Menschen werden dort auf das Coronavirus getestet. Nach Statistiken, die von Forschern der englischen Universität Oxford zusammengetragen wurden, lag die Zahl der täglich durchgeführten Tests in Mexiko zuletzt bei 4,83 pro 1000 Einwohner - in Deutschland waren es 76,1 und in den USA 117,58.

Mexiko und Brasilien neue Brennpunkte der Corona-Pandemie

Lateinamerika gehört derzeit zu den Brennpunkten der globalen Corona-Pandemie. Nach Zahlen der Europäischen Union wurden dort bisher mehr als drei Millionen Infektionen und mehr als 140.000 Todesfälle im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 registriert. Brasilien steht mit mehr als 1,8 Millionen Infizierten und mehr als 72.000 Toten in beiden Kategorien weltweit nur hinter den USA.

Mexikos Präsident Andrés Manuel López Obrador* steht international in der Kritik für seinen sehr laxen Umgang mit dem Coronavirus.* Ähnlich wie US-Präsident Donald Trump und wie der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro hatte López Obrador das Virus lange als harmlose Grippe abgetan. „AMLO“, wie ihn seine Anhänger nennen, verteilte lange Zeit auch munter weiter Küsschen und Umarmungen für seine Fans. Der mexikanische Präsident weigert sich bis heute, eine Maske zu tragen.

Zuletzt geriet der mexikanische Präsident auch in der Kritik wegen eines geplanten Besuchs bei US-Präsident Donald Trump. Doch López Obrador hat politisch-pragmatische Gründe für seine Reise*. Kritik hagelte es auch für die Entsendung Tausender Soldaten an die mexikanisch-amerikanische Grenze. Die vorgeblich flüchtlingsfreundliche Regierung von López Obrador* versuchte mit diesem Schritt Washington milde zu stimmen. (tom/dpa) *fr.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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