Gegen Hitze in Städten

Merkel will mehr Stadtgrün für Anpassung an den Klimawandel

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Rund um das Bundeskanzleramt ist es grün: Der Amtssitz der Kanzlerin liegt im Berliner Tiergarten. Foto: Soeren Stache/Archiv

Die Bundeskanzlerin fordert mehr Grün in den Städten, um dem Klimawandel richtig zu begegnen. Eine ihrer Ministerinnen will derweil die deutschen Wälder wiederaufforsten.

Berlin (dpa) - Mit Blick auf den Klimawandel hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) betont, wie wichtig Anpassungen auch im Städtebau seien. Hier müssten die richtigen Schlussfolgerungen gezogen werden, betonte Merkel in ihrem am Samstag veröffentlichten Video-Podcast.

"Wir haben verschiedene Programme, in denen gerade das Grün in den Städten auch verstärkt zum Einsatz kommt, damit Menschen besser sich an die höheren Temperaturen anpassen können." Die Anpassung an den Klimawandel sei inzwischen Teil des Baugesetzbuches.

"Der frühe Hochsommer in diesem Jahr zeigt: Extreme Wetterereignisse werden häufiger. Wir haben mehr warme Tage und auch mehr tropische Nächte, insbesondere in einigen Teilen Deutschlands", sagte die Kanzlerin. "Darauf müssen wir gemeinsam reagieren." In Deutschland war es im Juni so heiß wie noch in keinem Juni zuvor.

Merkel hob zudem die Bedeutung des Waldes hervor. "Gerade der Wald leidet unter extremer Dürre und ist auch vom Schädlingsbefall besonders betroffen", sagte sie. "Und deshalb werden wir gerade den Waldbauern auch in besonderer Weise unter die Arme greifen. Sie haben in diesem Sommer viele, viele Sorgen."

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner fordert derweil ein Programm zur Wiederaufforstung in Deutschland angesichts von Waldbränden, Dürren und Schädlingsbefall. "Einen vergleichbaren Waldverlust hat es in der Vergangenheit kaum gegeben", sagte die CDU-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur.

In den 80er Jahren hätten alle vom Waldsterben gesprochen. "Jetzt ist er in weiten Teilen am Sterben, und kaum einer redet davon." Es bestehe dringender Handlungsbedarf. Dem Agrarministerium zufolge werden mehrere Millionen Bäume benötigt, um den Verlust von insgesamt 110.000 Hektar Wald auszugleichen.

Konkret will Klöckner ein "Mehrere-Millionen-Bäume-Programm", das aus ihrer Sicht aus dem Energie- und Klimafonds der Bundesregierung finanziert werden könnte. "Der Wald ist die Lunge unserer Gesellschaft, ein entscheidender Klimaschützer", sagte sie. Das Pflanzen neuer Bäume sei im Interesse aller.

Den Energie- und Klimafonds (EKF) hat die Bundesregierung eingerichtet, um die Energiewende voranzubringen. 2019 umfasst er nach Angaben der Regierung 4,5 Milliarden Euro, die unter anderem für erneuerbare Energien, Energiesparen, Klimaschutz, Umweltprojekte und die Förderung Elektromobilität ausgegeben werden. Der Waldklimafonds ist Bestandteil des EKF, er fördert die Anpassung der deutschen Wälder an den Klimawandel.

Podcast Merkel

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