Zoff-Moment in Talkrunde

„Es reicht!“ Ziemiak im ZDF heftig angegangen - dann legt Markus Lanz sogar noch nach

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Markus Lanz spricht im ZDF CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak auf die Personaldebatte in seiner Partei an. 

Angriff bei „Markus Lanz“ im ZDF: CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak wird während der Talkrunde brutal angegangen.

  • Angriff im ZDF-Talk „Markus Lanz“ am Donnerstag, 14. November 2019.
  • Zu Gast sind CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak, Welt-Journalistin Claudia Kade, Silbermond-Sängerin Stefanie Kloß und Holocaust-Überlebender Zivi Cohen
  • CDU-Politiker Ziemiak ziert sich in Bezug auf den Machtkampf in seiner Partei. Doch am Ende muss er ein Eingeständnis machen. 

Hamburg - „AKK - Alles kann kommen. Und jetzt kommt auch noch Merz“, eröffnet Markus Lanz den Talk am Donnerstagabend, 14. November. Doch eine Woche vor dem CDU-Parteitag am 22. und 23. November in Leipzig scheint CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak nicht besonders gut über die aktuellen Streitpunkte seiner Partei informiert zu sein. Zumindest will der von Kramp-Karrenbauer geförderte CDU-Politiker von den Kampfansagen von Friedrich Merz gegen die Parteichefin nichts wissen. Und auch nichts von dessen Ankündigung, auf dem Parteitag direkt im Anschluss an die Rede von Kramp-Karrenbauer selbst eine „programmatische Rede“ halten zu wollen. 

Kade beim ZDF-Talk „Markus Lanz“: „Ehrlich gesagt - langsam nervt‘s!“

Auf die Frage, wer den über Merz‘ Redezeitpunkt auf dem Parteitag entscheiden wird, erklärt Paul Ziemiak bei Markus Lanz im ZDF, dass der Redezeitpunkt sich nach dem Motto „wer zuerst kommt, mahlt zuerst“ ergebe. „Wenn Friedrich Merz schnell nach vorne läuft und seinen Zettel einwirft“, dann könne er seine Rede auch im Anschluss anKramp-Karrenbauer halten, sagt Ziemiak. „Ich weiß jetzt aber gar nicht, warum das hier so ein Thema ist“, gibt sich der CDU-Generalsekretär unschuldig. 

„Herr Ziemiak, wo haben sie diesen Augenaufschlag gelernt, damit sie das hier so vortragen können“, fragt Markus Lanz spaßig aber ernst gemeint. Nicht nur der Applaus des Publikums unterstützt Lanz in seiner Einschätzung, dass eine Kampfansage dieses Formats Ziemiak nicht entgangen sein kann. Auch Ziemiak selbst muss ein bisschen lachen.Markus Lanz schaffte es auch Ralf Stegner (SPD) in Bedrängnis zu bringen.

Welt-Journalistin Claudia Kade stellt im Anschluss die eigentliche Frage: „Hat das Adenauerhaus mit der Parteivorsitzenden und mit Ihnen als Generalsekretär die Zügel dieser in dieser Partei noch in der Hand?“ - „Und den Eindruck hat man eben gerade nicht“, schließt die Journalistin selbst. 

ZDF-Talk „Markus Lanz“: Ziemiak will sich nicht zu Merz und AKK äußern

Friedrich Merz wolle sich nach dem Bericht von Kramp-Karrenbauer zu Wort melden, so Ziemiak. Nach der Rede der Parteivorsitzenden habe jedes Parteimitglied die Möglichkeit sich zu Wort zu melden. In diesem Redeblock, so verstehe er es, wolle sich auch Merz zu Wort melden. 

Dieser Versuch den Konflikt zwischen Kramp-Karrenbauer und Merz künstlich zu entschärfen gelingt Ziemiak aber nicht. Denn bevor Markus Lanz seine nächste Frage platziert, macht der ZDF-Moderator klar, dass er nicht sieht, dass es bei der CDU auf dem Parteitag um Inhalte gehe. „Auch wenn Sie im weiteren Verlauf der Sendung immer wieder sagen werden, dass es um Inhalte gehe“, greift Lanz Ziemiak vor, sei doch klar: „Es geht um ein Showdown von Friedrich Merz und Annegret Kramp-Karrenbauer. Um die Frage, wie lange bei wem geklatscht wird.“ 

Ziemiak versucht die Personaldebatte auf die Medien abzuschieben. Über Anträge werde weniger berichtet. Die Journalisten suchten sich dann etwa einen Streit - „einen gegen den anderen“. „Für die Personaldebatten sorgen sie schon selber“, wirft Kade ein. „Tun sie doch nicht so, als ob das für sie nicht spannend wäre“, wirft Ziemiak dagegen auf. Die Personaldebatte verkaufe sich besser, weil sie spannender sei. Dann rutscht es Kade heraus: „Ehrlich gesagt - langsam nervt‘s!“ 

CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak.

Das Publikum bei Markus Lanz im ZDF beginnt nur zögerlich zu klatschen. Kade lächelt leicht verlegen. „Sie meint das nicht so“, lenkt Lanz ein, bevor er sagt: „Aber sie hat natürlich ein bisschen Recht. Nein, sie hat total Recht, wenn sie sagt, dass die Personaldebatte nicht von außen an die Partei herangetragen wird.“

Markus Lanz kehrt zu der Frage zurück: „Wer entscheidet denn, wann Friedrich Merz spricht?“ Ziemiak windet sich sichtlich. „Es gibt ein Tagungsgremium“, sagt er. Dieses entscheide. Wer reden möchte, könne den Zettel mit seinem Namen abgeben, diese Zettel würden dem Tagungsgremium vorgelegt, dieses entscheide in welcher Reihenfolge.

Journalistin Claudia Kade kichert etwas verlegen. 

ZDF-Talk mit Markus Lanz: „Ich will Sie nicht weiter quälen“

„Ich will Sie nicht weiter quälen“, befreit Markus Lanz Ziemiak im ZDF scheinbar, der sich wohl partout nicht dazu äußern möchte, ob Merz seinen Platz als zweiter Redner bereits innehat - lange bevor er seinen Redezettel auf dem Parteitag überhaupt abgeben kann. Aber, nimmt Lanz ihn in die Mangel: „Wie viel würden sie darauf wetten, dass Merz nicht an zwei spricht?“ Für Aufsehen sorgte nun auch Merz‘ Auftritt beim Landestag der Jungen Union Baden-Württemberg.

„Na ja, er war schon immer flink“, gesteht Paul Ziemiak ein. Aber darum würde es nicht gehen. „Es geht darum, was er inhaltlich sagt und was sagen andere und was diese Aussagen zu der programmatischen Ausrichtung der Partei beitragen.“ Der politische Gegner stehe doch links und rechts von der Union und nicht innerhalb der Partei. Markus Lanz kontert: „Wissen das auch die Mitglieder ihrer Partei?“

Es sei doch schön, dass seine Partei so breit aufstellt sei, sagt Ziemiak: „Jede andere Partei würde uns doch um diese Auswahl beneiden.“ Lanz und Kade lachen - und auch Ziemiak kann sich hier nicht zurückhalten und kichert mit. „Es gibt keine Partei, die so viele prominente Köpfe hat“, lenkt er aber zu Ernsthaftigkeit zurück. Zumindest in diesem Punkt muss Lanz ihm recht geben. 

„Markus Lanz“ - ZDF-Talk: Keine Zusammenarbeit mit der AfD

Paul Ziemiaks klare Absage beim ZDF-Talk von Markus Lanz an eine Zusammenarbeit mit der AfD stößt bei Holocaust-Überlebendem Zivi Cohen auf Zustimmung. Er nickt, als Ziemiak argumentiert: „Es gibt Leute die Fragen jetzt: Warum bezeichnest du Höcke als einen Nazi? - Ja, weil er einer ist.“ 

Silbermond-Sängerin Kloß spricht darüber, dass politische Themen im Privaten nicht mehr besprochen würden, aus Angst vor Konfrontation und aus Unfähigkeit zuzuhören. „Wir müssen einander wieder zuhören“, appelliert die Ostdeutsche. 

nai

In der ZDF-Talkshow „Markus Lanz“ berichtet eine Seenot-Retterin von einem dramatischen Einsatz auf dem Mittelmeer. Sie schildert erschütternde Szenen.

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