Internationaler Frauentag

„In der Krise brauchen wir alle, Frauen wie Männer“: Giffey und Karliczek fordern mehr Chancengleichheit

Anja Karliczek (CDU, r), Bundesministerin für Bildung und Forschung, und Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) tragen bei der Kabinettssitzung im Bundeskanzleramt Masken.
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Anja Karliczek und Franziska Giffey setzen sich für die Gleichberechtigung der Geschlechter ein.

Anlässlich des Weltfrauentags fordert Familienministerin Giffey mehr Chancengleichheit für Mann und Frau. Ihre Kollegin wünscht sich mehr weibliche Rollenvorbilder in der Wissenschaft.

Berlin - Seit mehr als 100 Jahren ist am 8. März der Internationale Frauentag. Dabei wird in erster Linie mehr Gleichberechtigung der Geschlechter gefordert und gegen die Diskriminierung der Frau protestiert. Ein weiteres Thema ist auch die besondere Gefahr für Frauen in Kriegsgebieten und die Bedeutung von Frauen für eine nachhaltige Entwicklung. Jedes Jahr steht der Weltfrauentag unter einem bestimmten Motto. Dieses Jahr lautet es „Frauen in Führungspositionen: Für eine ebenbürtige Zukunft in einer COVID-19*-Welt“.

Franziska Giffey: Männer müssen sich auch für Frauenrechte einsetzen

Die Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD)* hat anlässlich des Internationalen Frauentags ein Interview mit dem BR geführt. Dabei fordert sie eine moderne Gesellschaft, in der die Geschlechter gleichgestellt sind und gegen die Gewalt an Frauen gekämpft wird. Die Corona-Pandemie* soll zudem bereits bestehende Ungleichheiten zwischen Mann und Frau noch verstärkt haben. Giffey appellierte dabei auch an die Männer, denn es sei wichtig, dass sich auch diese für mehr Frauenrecht einsetzten.

Giffey fordert dabei in erster Linie eine ausreichende Bezahlung, eine Verbesserung der Arbeitsbedingung und Kinderbetreuung gerade in sozialen Berufen, da in diesen meist Frauen arbeiten. „Wenn einer zuhause bleiben muss, wägt die Familie ab - dann tritt eher der mit dem geringeren Einkommen zurück.“ Das seien meistens die Frauen, „das ist das Problem“, so Giffey. Laut dem Koalitionsvertrag gibt es ab 2025 den bundesweiten Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung, den Giffey als Hoffnung in dieser Hinsicht sieht.

Corona-Pandemie: Steigende häusliche Gewalt und Suchtprobleme bei Frauen

Franziska Giffey zeigt sich auch alarmiert aufgrund der steigenden Zahlen von häuslicher Gewalt und von Suchtproblemen bei Frauen aufgrund der Corona-Pandemie. Sie appelliert dabei an alle Bürger:innen: „Jeder einzelne muss aufmerksam sein, wenn in seinem Umfeld eine Frau ist, bei der man denkt, sie hat vielleicht Probleme - dann lieber einmal mehr nachfragen, lieber einmal mehr hinschauen und Hilfe holen.“

Video: Kanzlerin Merkels Botschaft vor dem Weltfrauentag

Karliczek fordert mehr Rollenvorbilder in der Wissenschaft und Forschung

Giffey ist nicht die einzige Ministerin, die sich am Weltfrauentag für mehr Gleichberechtigung einsetzt. Auch die Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU)* macht darauf aufmerksam, dass Männer und Frauen auch heute immer noch nicht gleichberechtigt sind. Dies soll vor allem durch die Corona-Pandemie noch klarer sein.

„Noch immer haben Frauen mit dem Spagat zwischen Beruf und Privatleben stärker zu kämpfen als Männer. Gerade jetzt in der Krise brauchen wir aber alle, Frauen wie Männer, mit ihren Ideen, Talenten und ihrer Expertise. Wir brauchen mehr weibliche Rollenvorbilder in Wissenschaft und Forschung.“ Um dies umzusetzen, soll das Bundesministerium für Bildung und Forschung* den neuen Förderschwerpunkt „Innovative Frauen im Fokus“ entwickelt haben. Dadurch soll die Sichtbarkeit von Frauen in der Wissenschaft erhöht und die Chancengleichheit verstärkt werden. (Dana Popp) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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