Artensterben

Greta Thunberg: Schockbericht der UN soll Topnachricht werden

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Vom Aussterben bedroht: Blauaugenmakis sind in der freien Natur nur noch selten zu finden.

Der Mensch ist dabei seinen Lebensraum zu zerstören, das geht aus einem UN-Bericht zum Artensterben hervor. Eine Million Tier- und Pflanzenarten sind demnach vom Aussterben bedroht.

Paris - Der UN-Bericht zur Artenvielfalt klingt alarmierend - rund eine Million Tier- und Pflanzenarten sind demnach vom Aussterben bedroht, viele davon möglicherweise schon in den kommenden Jahrzehnten. Ob wir bereits von einem sechsten „Massenaussterben“ sprechen können, ist Experten zufolge eine Frage der Definition. In jedem Fall aber ist die Geschwindigkeit des derzeitigen Artensterbens besorgniserregend. Verantwortlich ist diesmal der Mensch - der damit gleichzeitig seine eigenen Lebensgrundlagen zerstört.

Dennoch halten die Autoren des Berichts eine Kehrtwende für möglich. „Die Trends sind beunruhigend, aber Nachhaltigkeitsziele lassen sich mit Umsteuern erreichen“, sagte Mitautor und Landschaftsökologe Ralf Seppelt vom Leipziger Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung, am Dienstag in Berlin. Dafür müsse allerdings ein generelles Umdenken von der Politik über Unternehmen bis hin zu jedem Einzelnen einsetzen.

Fridays-for-Future-Aktivistin Greta Thunberg wünscht sich mehr Aufmerksamkeit für den UN-Bericht

Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg hält die Aufmerksamkeit der Medien für den UN-Bericht zur verheerenden Lage der Artenvielfalt für völlig unzureichend. Obwohl in dem Bericht festgestellt werde, dass wegen menschlicher Aktivitäten eine Million von insgesamt acht Million Arten vom Aussterben bedroht seien und die Zerstörung der Natur die Menschheit bedrohe, sei dies nicht die Topnachricht gewesen, schrieb Thunberg am Dienstag auf Twitter.

In Schweden habe nur eine Zeitung das Thema auf die Titelseite gesetzt, und das lediglich mit einem winzigen Beitrag. „Solange das so weitergeht, solange die Medien daran scheitern, Verantwortung zu übernehmen, haben wir keine Chance.“

Greta Thunberg: Nachrichten zum Klimawandel zu nachrangig behandelt

Thunberg demonstriert seit August vor dem Reichstag in Stockholm dafür, dass sich die schwedische Politik an die Klimaziele der Pariser Weltklimakonferenz hält. Ihre Protestaktion hat weltweit Abertausende Anhänger gefunden. Die 16-Jährige ist der Ansicht, dass die Medien in aller Welt viel zu selten und zu nachrangig über das Klima und die Umwelt berichten.

afp/dpa

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