„Das macht Hoffnung ...“

Große Pläne? Merz heizt bei Auftritt Spekulationen an - sein Sprecher muss bremsen

+
Friedrich Merz.

Ein kleines Wörtchen genügt, um konservative CDUler in Aufregung zu versetzen: Friedrich Merz hat am Montag große Pläne angedeutet. Eine andere Option wollte er zumindest nicht dementieren.

  • Friedrich Merz hat am Montag bei einem Auftritt in Niedersachsen für Aufregung gesorgt.
  • Der CDU-Politiker schien Pläne für ein größer angelegtes Comeback anzudeuten.
  • Konservative Parteifreunde griffen das Thema freudig auf - doch Merz‘ ließ sie einbremsen.

Verden/Berlin - Der frühere Unionsfraktionschef Friedrich Merz (CDU) spielt mit dem Gedanken an eine Rückkehr in den Bundestag. "Falls er nochmal ganz in die Politik zurückgeht, würde er sich auch um ein Bundestagsmandat bewerben", erklärte sein Sprecher Armin Peter am Montagabend auf Twitter. Zugleich mahnte Peter: "Personaldebatten müssen derzeit nicht geführt werden, es geht um Sachfragen."

Würde er kandidieren? Friedrich Merz gibt ein knappes „Ja“

Merz selbst hatte die Spekulationen zuvor bei einem Auftritt im niedersächsischen Verden angeheizt. Auf eine Frage aus dem Publikum, ob er neben dem lokalen CDU-Abgeordneten Andreas Mattfeldt für den Bundestag kandidieren würde, antwortete Merz laut einem Bericht der „Kreiszeitung Syke“* vor rund 1.000 Zuhörern knapp „Ja“. Damit sei klar, dass der 65-Jährige ins Parlament zurückwolle, urteilte das Blatt.

Das strikt konservative CDU-Bündnis Werteunion reagierte umgehend entsprechend auf die Äußerung: "Merz kündigt Kandidatur für den Bundestag an", twitterte Werteunion-Chef Alexander Mitsch. "Das macht Hoffnung für den nächsten Kanzlerkandidaten der Union." Das wollte Merz' Sprecher Peter allerdings nicht so stehen lassen - er stellte dann klar, dass es so weit noch nicht sei.

Merz kritisiert bei Auftritt in Verden GroKo - und gibt Brexiteers Unterstützung

In seiner Rede kritisierte Merz unter anderem die Energiepolitik der großen Koalition. Dazu schrieb Merz auf Twitter: "Deutschland steigt gleichzeitig aus der Kernenergie und aus der Braunkohle und der Steinkohle aus. Diese Energiewende gleicht für mich einer Operation am offenen Herzen - ohne Narkose."

Überraschend äußerte sich Merz laut kreiszeitung.de* zum Thema Brexit. „Wer sagt denn, dass es den Briten zunächst schlechter geht? Sie können ab Ende der Übergangszeit alles selbst bestimmen und sich die Regeln selbst geben ohne Rücksicht auf andere“, erklärte er. 

Merz CDU-Kanzlerkandidat? „Ich dementiere nicht, zu diesem Thema sage ich gar nichts“

Seine „Triebfeder noch einmal in die Politik zu gehen“, bestehe darin, an einer „neue Epoche mitzuarbeiten“, sagte Merz weiter. Dass er das als Kanzlerkandidat tun könnte, wollte er der Kreiszeitung* nicht bestätigen. Widersprechen wollte er aber auch nicht: „Nein, ich dementiere nicht, zu diesem Thema sage ich gar nichts“, lautete seine Antwort.

Mit Themen wie der Organisation einer Regierungskoalition befasst sich Merz alledings schon. Er bekundete zuletzt in einem Interview Wohlwollen für die Möglichkeit, sich in einer Koalition nicht bei jedem Thema auf den kleinsten gemeinsamen Nenner zu einigen, sondern jede Partei ressortintern ihre Positionen durchsetzen zu lassen. Das mache auch Sebastian Kurz in Österreich, wo Konservative und Grüne koalieren: „Jeder Koalitionspartner hat seine Themen, die er hundertprozentig durchsetzen kann“, sagte Merz. „Das könnte auch ein Modell für zukünftige Koalitionen unter Führung der Union auf Bundesebene sein.“

dpa/fn

*kreiszeitung.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Das könnte Dich auch interessieren

Kommentare