„Lügenpresse"

Moderatorin Dunja Hayali auf Corona-Demo in Berlin wüst beschimpft und angefeindet - ZDF bricht Dreh ab

Journalistin und Moderatorin Dunja Hayali lächelt mit schief gelegtem Kopf in die Kamera. In der Hand hält sie einen Preis.
+
Die ZDF-Moderatorin hat sich am Samstag unter die Demonstranten bei der Corona-Demo in Berlin gemischt. (Archivbild)

Die ZDF-Moderatorin Dunja Hayali hat sich bei der Corona-Demo am Samstag in Berlin unter die Demonstranten gemischt und wurde von diesen wüst beschimpft.

  • Die ZDF-Moderatorin Dunja Hayali hat sich unter die Demonstranten bei der Corona-Demo* in Berlin gemischt.
  • Dort wurde die 46-Jährige Opfer von wüsten Beleidigungen und bekam den ganzen Zorn der Demonstranten ab.
  • Dem Sicherheitsdienst wurde die Lage zu gefährlich und die Journalistin musste den Dreh abbrechen.

Update vom 2. August: In Berlin demonstrierten tausende gegen die Corona-Regeln. Auf zehntausendfach geteilten Facebook-Postings wird behauptet, über eine Million seien auf der Straße gewesen - klassische Falschinformation. Unterdessen sieht sich auch die Polizei heftiger Kritik ausgesetzt.

Moderatorin Dunja Hayali auf Corona-Demo in Berlin wüst beschimpft und angefeindet - ZDF bricht Dreh ab

Erstmeldung vom 1. August:

Berlin - Am Samstag (1. August) zogen über 20.000 Demonstranten im Rahmen mehrerer Demonstrationen und Kundgebungen gegen die staatlichen Corona-Maßnahmen* durch Berlin, um gegen die Einschränkungen und Hygieneverordnungen zu protestieren, welche die Regierung wegen der Corona-Pandemie eingeführt hatte. Da sich der Großteil der Demonstranten nicht an die geltenden Abstandsgebote hielt und auf Masken verzichtete, wurde die Kundgebung letztlich von der Polizei aufgelöst. Viele Demonstranten ließen sich von dem Eingreifen der Polizei aber dennoch nicht beirren und zogen weiter mit Spruchbändern und Schlachtrufen durch die Hauptstadt. Auf Twitter trendete der Hashtag „Covidioten“ in Deutschland.

ZDF-Moderatorin Dunja Hayali auf Corona-Demo wüst beschimpft - „Lügenpresse"

Neben anderen Vertretern der Presse hatte sich auch die ZDF-Moderatorin Dunja Hayali unter die Demonstranten auf der Straße des 17. Junis gemischt, um das wilde Treiben festzuhalten und den einen oder anderen Demo-Teilnehmern über seine Motive zu befragen. Begleitet von einem Kamerateam und einem Tontechniker bahnte sich die 46-Jährige einen Weg durch die dicht an dicht gedrängten Demonstranten. Während die Moderatorin das Geschehen mit ihrem Handy festhielt und live über Instagram streamte, gab sie sich vor allem wegen ihrem Kamerateam schnell als Presse-Vertreterin zu erkennen.

Was die Demonstranten von Journalisten - vor allem der Öffentlich-Rechtlichen - halten, zeigte sich dabei schnell. Auf dem von Hayali aufgenommenen Video kann man im Hintergrund fast durchgehend hören, wie Teilnehmer der Kundgebung „Lügenpresse“ skandieren oder die Journalistin zum „abhauen" auffordern. Hayali die immer wieder versuchte, mit einzelnen Demonstranten ins Gespräch zu kommen wurde von ihren Gegenübern auch oft direkt beleidigt.

Video: Tausende demonstrieren in Berlin gegen Corona-Auflagen

Situation droht zu eskalieren - Dunja Hayali muss Dreh abbrechen: „Das ist Deutschland 2020“

Sie solle sich schämen für die Arbeit, die sie macht. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk solle endlich aufhören zu Lügen und über die Wahrheit über die Corona-Pandemie verbreiten. So lauten viele Vorwürfe, die der 46-Jährigen entgegengebracht werden. Hayali versucht dabei ruhig zu bleiben und hält mit der Kamera auf das Geschehen drauf. Wie ein Reporter der Bild berichtet, wurden aber auch noch wüstere Beleidigungen gegen Hayali ausgesprochen. Die Moderatorin soll als „Schlampe“ bezeichnet und gestoßen worden sein. Auch auf Hayalis Aufnahmen ist zu sehen, wie ihr vor Wut tobende Demonstranten gefährlich nahe kommen.

Dem Sicherheitsdienst, der Hayali auf ihrem Weg durch die Demonstration begleitet, wird das irgendwann zu viel - Dreh-Abbruch. Hayalis Team geht schnellen Schrittes aus der Menschenmenge heraus in Sicherheit. Die 46-Jährige klärt ihre Follower in ihrem Instagram-Live-Video darüber auf, was passiert ist. „Der Sicherheitsmann sagt Abbruch des Drehs - zu gefährlich. Alter Schwede, das ist Deutschland 2020.“ Auf dem Weg raus aus der Demonstranten-Traube kommt Hayali dennoch in mehrere Gespräche mit Demonstranten und zieht anschließend noch ein Fazit für ihre Follower. Dort stellt die Moderatorin auch etwas resigniert fest: „Beleidigungen und Bedrohungen gehören mittlerweile wohl dazu, wenn man irgendwo hingeht und einfach ganz offen fragt“. (fd) *merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Das könnte Dich auch interessieren

Kommentare