Schauspieler wird 60

Wolfgang Bahro: So sollte der „Bösewicht der Nation“ Jo Gerner ursprünglich heißen

Seit 1993 Deutschlands bekanntester TV-Fiesling: Als Jo Gerner wurde Wolfgang Bahro bei "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" zum Star.
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Seit 1993 Deutschlands bekanntester TV-Fiesling: Als Jo Gerner wurde Wolfgang Bahro bei „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ zum Star.

Schauspieler und „GZSZ“-Star Wolfgang Bahro wird am Freitag 60 Jahre alt. Anlässlich seines runden Geburtstags erscheint nicht nur seine Biografie, im ZDF verriet er außerdem, welchen historisch belasteten Namen Jo Gerner ursprünglich tragen sollte.

Der Titel lag nahe: Für die meisten Fernsehzuschauer, insbesondere für Fans der RTL-Vorabendserie „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“, ist Schauspieler Wolfgang Bahro unmittelbar mit seiner Figur, dem fiesen und intriganten Anwalt Jo Gerner, verbunden. Kein Wunder also, dass der Name auch im Titel seiner Biografie „Immer wieder Gerner - Mein Leben als Bösewicht der Nation“ (ab 15. September im Handel) auftaucht, die anlässlich seines 60. Geburtstags erscheint. Dem Journalisten und Co-Autor des Buches Andreas Kurtz gab Wolfgang Bahro nun ein Interview, in dem er ausführte, dass trotz seines beachtlichen Erfolges als Jo Gerner auch in seinem Leben längst nicht alles nach Plan lief.

„Selbst wenn ich in meiner 'GZSZ'-Figur Dr. Gerner sehr populär bin, gab es auch in beruflicher Hinsicht einige Niederlagen und Irrungen. Sie sind ebenfalls Teil meines Lebens und dieses Buches“, gesteht der geborene Berliner. Wie kann man sich diese Niederlagen vorstellen? „Ich erzähle, wie ich mich mal nackig machte, um mehr CDs zu verkaufen, was misslang“, gesteht Bahro. „Auch waren meine Ausflüge in die Kinowelt nicht immer von Erfolg gekrönt.“ Aber was nicht ist, kann ja noch werden - auch mit fast 60 Jahren hat der Schauspieler diesen Traum nicht aufgegeben. „Auf eine richtige Kinokarriere hoffe ich also auch heute noch. Aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.“

Wolfgang Bahro will Vorurteile über Freimaurer beseitigen

Für viele sicherlich überraschend: Wolgang Bahro ist Mitglied bei den Freimaurern. Um die Loge ranken sich viele Vorurteile und Mythen. Obwohl die Logenbrüder als sehr verschwiegen gelten, widmet Bahro dem Bund ein ganzes Kapitel. Für ihn kein Problem: „Seit Jahren wagen wir Freimaurer eine dezente Öffnung für das verständliche Interesse der Öffentlichkeit. Natürlich existieren Regeln, an die ich mich im Buch gehalten habe. Ich werde mich freuen, wenn es mit diesem Kapitel gelingt, alte Vorurteile über die Freimaurer zu beseitigen.“ Skandalöse Enthüllungen darf der Leser wohl nicht erwarten, auch wenn Bahro sich im Scherz selbst eine Klage an den Hals wünscht: „Das kann man nur hoffen, weil es gut für die Reklame wäre. Aber solche Hoffnungen werden ja meist enttäuscht.“

Was würden wohl seine verstorbenen Eltern von Bahros Memoiren halten? „Mein Vater wäre vielleicht über mein großes Verständnis für seine ewige Frage gerührt, ob ich nicht doch noch einen soliden Beruf ergreifen möchte“, erklärt der Berliner. Aufgrund des elterlichen Drucks hatte Bahro zunächst ein Psychologie-Studium begonnen, doch entschied er sich dann für einen Abbruch und für die Schauspielerei.

Bahro verrät Gerners fieseste Nummer

Dass der Name Jo Gerner in der deutschen TV-Landschaft weithin für einen der bekanntesten Fieslinge steht, war nicht von Anfang an geplant. Wie Bahro am Dienstag in der ZDF-Sendung „Volle Kanne“ verriet, hätte der Anwalt fast einen anderen Namen erhalten. In der ersten Drehbuchfassung trug er nämlich den historisch vorbelasteten Namen Adolf. „Aber das haben wir schnell gelassen“, verriet er Moderator Ingo Nommsen. Und auch wenn Gerner schon viele hinterlistige Aktionen startete, hat Wolfgang Bahro einen klaren Favoriten, wenn es um seine fieseste Nummer geht: „Als Jo seine eigene Tochter entführen ließ und seiner Frau vorgaukelte, dass sie gestorben ist.“ Solch eine perfide Aktion sticht tatsächlich selbst in der Vita eines Jo Gerners heraus.

Anlässlich seines 60. Geburtstags würdigt außerdem eine Dokumentation den Schauspieler Wolfgang Bahro. Pünktlich zu den Feierlichkeiten am Freitag, 18. September, wird auf der Streamingplattform TVNOW „Keinen haben wir Gerner - Happy Birthday Wolfgang Bahro!“ abrufbar sein. In der Sendung kommen alte Weggefährten zu Wort, des Weiteren soll neben der Rolle des Jo Gerner auch die Privatperson Wolfgang Bahro im Mittelpunkt stehen. „Die Doku von TVNOW ist nicht nur ein tolles Geburtstagsgeschenk, sondern auch eine riesige Ehre. Meine Familie und ich erwarten den Film mit großer Spannung“, freut sich der Jubilar. „Wie alt ich eines Tages auch werde - meine Rolle des Jo Gerner ist jetzt schon unsterblich.“

teleschau

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