Mediziner und Kabarettist

Wehrpflicht? - Dr. Eckart von Hirschhausen fordert „ein Jahr für die Gemeinschaft“

Was tun gegen den Fachkräftemangel in Pflegeberufen? Dr. Eckart von Hirschhausen hat nun ein "Jahr für die Gemeinschaft" gefordert.
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Was tun gegen den Fachkräftemangel in Pflegeberufen? Dr. Eckart von Hirschhausen hat nun ein „Jahr für die Gemeinschaft“ gefordert.

Wie geht es nach der Corona-Krise im Gesundheitswesen weiter? Und welche Maßnahmen könnten im Kampf gegen den Pflegenotstand helfen? Dr. Eckart von Hirschhausen brachte in einem Interview nun „ein Jahr für die Gemeinschaft“ ins Gespräch.

Im Vergleich mit anderen europäischen Ländern scheint Deutschland in der Corona-Krise bislang glimpflich davongekommen zu sein. Einen großen Teil dazu beigetragen hat fraglos die unermüdliche Arbeit von Ärzten und des Pflegepersonals. Dennoch herrscht nach wie vor akuter Fachkräftemangel in der Pflegebranche, und der Bedarf wird angesichts der steigenden Lebenserwartung nicht gerade geringer. In einem Interview mit der Nachrichtenagentur teleschau plädierte der aus dem Fernsehen bekannte Mediziner und Kabarettist Dr. Eckart von Hirschhausen deshalb jetzt für „ein Jahr für die Gemeinschaft“, an dessen Ende das Zertifikat „Pflegehelfer“ stehen solle.

„Der Wehrdienst ist abgeschafft, aber damit leider auch der Zivildienst. Früher haben viele junge Menschen über die konkrete Arbeit in den Krankenhäusern, Altenheimen und Behindertenwerkstätten Kontakt mit anderen sozialen Welten bekommen, neue Talente an sich entdeckt und viel fürs Leben gelernt“, führt der 52-Jährige aus. Dadurch werde eine Gesellschaft zusammengehalten. Besonders in schwierigen Zeiten könne man davon laut von Hirschhausen profitieren: „In Krisen gäbe es dann viele, auf deren Grundwissen wir zurückgreifen können. Die demografische und die ökologische Krise kommen ja erst noch.“

Aktuell sei die Stimmung unter Pflegekräften nicht gut, wie der gebürtige Frankfurter erläuterte: „Keiner aus der Pflege, mit dem ich sprach, glaubt daran, dass nach den großen Versprechungen zu Beginn der Krise wirklich etwas umgesetzt wird.“ Von Hirschhausen befürchtet, dass die Gesellschaft „sehenden Auges auf die Katastrophe“ steuert - „völlig unabhängig von Corona“.

teleschau

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