Annette Frier über die Folgen von MeToo

„Unsicherheit im Umgang mit Frauen ist doch gut“

Annette Frier wuchs „dermaßen emanzipiert“ auf, wie sie nun in einem Interview verriet.
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Annette Frier wuchs „dermaßen emanzipiert“ auf, wie sie nun in einem Interview verriet.

Entertainerin Annette Frier wuchs laut Eigenaussage „im Matriarchat“ auf. Daher habe sie erst lernen müssen, dass die Männer im Comedy-Geschäft „einfach ein bisschen lauter schreien“, wie die 46-Jährige nun verriet.

Als eine der ersten Frauen setzte sich Annette Frier Ende der 90er-Jahre mit der „Wochenshow“ wie selbstverständlich im deutschen Comedy-Fernsehen durch. Und das trotz einiger Hürden: „Im Laufe des Berufslebens wurde mir klar, gerade in der Comedybranche, dass die Männer einfach ein bisschen lauter schreien“, offenbart die 46-Jährige jetzt in einem Interview mit der Nachrichtenagentur teleschau. Männer in der Branche würden „viel schneller ein Vakuum besetzen“, so Frier. „Wenn da in der ersten Reihe etwas frei wird, setzen sich die Männer dort sofort hin. Egal, welche Qualifikation sie haben.“

Bei Frauen sei dies ein wenig anders, vermutet die Comedienne: „Das ist vielleicht der große Unterschied: Frauen müssen erst darüber nachdenken.“ Sie glaube allerdings nicht, „dass Frauen grundsätzlich besser sind als Männer“. Die Entwicklungen infolge der MeToo-Bewegung hält Frier trotzdem für wichtig. Sie nennt es „absolut überfällig, diese Hausaufgaben nachzuholen“. Gegenüber der teleschau sagte die Kölnerin: „Unsicherheit im Umgang mit Frauen ist doch gut. Man soll einfach vorher fragen, ob man den Stuhl ranrücken, die Tür aufhalten oder den Mantel abnehmen soll. Diese Dinge können ja auch schön sein. Aber jetzt können sich die Frauen auch mal fragen, ob sie das wollen. Mehr ist es gar nicht.“

Sie selbst sei hingegen bereits früh anders erzogen worden: „Ich bin sozusagen im Matriarchat aufgewachsen“, verriet Frier im Interview. „Mein Vater war auch dabei, aber der war die beste Frau von uns. Daher kannte ich es von Kindheit an gar nicht anders, als dass ich nach meiner Meinung gefragt werde. Ich bin dermaßen emanzipiert groß geworden, dass ich das ganze Thema erst einmal nachholen musste.“ Für sie „war es ja klar, dass Frauen selbstverständlich alle Berufe machen können“, so die Komikerin und Schauspielerin. „Das hat mir wohl viel Kraft gegeben“.

Ab Donnerstag, 9. April (22.15 Uhr im ZDF), ist Annette Frier in der zweiten Staffel ihrer Serie „Merz gegen Merz“ wieder gemeinsam mit ihrem Kollegen Christoph Maria Herbst zu sehen.

teleschau

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