Zum Tod von Joseph Hannesschläger

„Und er war mein Freund“: Max Müllers Worte greifen ans Herz

Seit 2002 standen Joseph Hannesschläger (links) und Max Müller (rechts) als oberbayerische Ermittler für die beliebte ZDF-Krimiserie „Die Rosenheim-Cops“ vor der Kamera. In seiner Trauerrede erzählte Müller manche Anekdote aus der gemeinsamen Zeit.
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Seit 2002 standen Joseph Hannesschläger (links) und Max Müller (rechts) als oberbayerische Ermittler für die beliebte ZDF-Krimiserie „Die Rosenheim-Cops“ vor der Kamera. In seiner Trauerrede erzählte Müller manche Anekdote aus der gemeinsamen Zeit.

Der Tod von Joseph Hannesschläger, der vor allem durch die Krimiserie „Die Rosenheim-Cops“ bekannt war, bewegte viele Menschen. In einer ergreifenden Trauerrede nahm Max Müller Abschied von seinem Kollegen und Freund. Jetzt stellte er sie Wort für Wort auf Facebook.

Seit dem Start der Krimiserie „Die Rosenheim-Cops“ (dienstags, 19.25 Uhr) im Jahr 2002 standen Joseph Hannesschläger als Korbinian Hofer und Max Müller als Michi Mohr gemeinsam vor der Kamera. Sie begeisterten als oberbayerische Ermittler die ZDF-Zuschauer. Nach dem Tod von Hannesschläger, der am 20. Januar im Alter von 57 Jahren seinem Krebsleiden erlag, veröffentlichte Müller nun seine berührende Trauerrede im Wortlaut auf Facebook - mit „lieben und traurigen Grüßen“.

„'Freund' - das sage ich nur sehr wenigen Menschen. Der Joseph war ein Freund“, so Müller eingangs. Weiter erzählte er, wie er Hannesschläger kennengelernt hatte: natürlich beim Casting für „Die Rosenheim-Cops“: „Der erste Mensch, dem ich im Zuge dieses Castings begegne, ist der Joseph Hannesschläger. In all seiner bayerischen Pracht und mit allen Abgründen seiner wunderschönen schwarzen Stimme“, so der 54-Jährige. „Beide Herren: ausgesprochene Ratschkateln. Das war hilfreich.“

Nach dem erfolgreichen Casting ermittelten die beiden gemeinsam in über 400 Folgen. „Der Joseph war in allem, was er tat und war, XXL. Mindestens“, so Müller. „Ein Schauspieler mit einer geradezu unverschämten Präsenz. Eigentlich eine Urgewalt. Selbstbewußt. Ungebremst. Ohne Zügel.“ Immer wieder schmückte Müller seine Trauerrede mit kleinen unterhaltsamen Anekdoten aus ihren gemeinsamen jahrelangen Erfahrungen, wie zum Beispiel diese: „Einmal im Jahr durfte ich ihn sogar anschreien. Ganz offiziell. Auf das hat er sich immer sehr gefreut, hat sich zurückgelehnt, hat mich schreien lassen, und so nach circa zwei bis drei Minuten kam dann: 'So, bist jetzt fertig?' Und dann ham'ma g'lacht.“

„Ein Mensch mit Ecken und Kanten“

Durch Hannesschläger habe er gelernt, was „Barock“ sei, so Müller. „Weil, 'barock' war eigentlich alles, was er war und wofür er stand: ein Lebemann, der ins Leben hineinbeißt, wie in einen reifen Apfel. Dem so gut wie nichts fremd ist. Er selber war die Quintessenz seiner barocken Bayerischen Heimat, oder eigentlich seiner Münchner Heimat, die er so sehr geliebt hat. Barock, das ist aber nicht nur Lebensfreude, Barock heißt auch, das Leben annehmen, wie es ist. Mit aller Hingabe. Bis zum Unbegreiflichen. Und er hat das Leben angenommen. Und auch das Sterben. Klar, demütig und ohne Kompromisse.“

Am Ende der bewegenden Rede sprach Müller von den Ecken und Kanten eines jeden Menschen. „Ecken und Kanten sind definitiv spannend. Aber sie sind auch unbequem. Sie können sogar wehtun.“ Und er schloss seine Rede, wie er sie begonnen hatte: mit dem Wort „Freund“. „Der Joseph war ein Mensch mit Ecken und Kanten. Und mit einem sehr großen Herzen. Und er war mein Freund.“

Die vielen Kommentare unter dem Post verdeutlichen, dass Max Müller, der als „Rosenheim-Cop“ Michi Mohr beim Publikum ungeheuer beliebt ist, die Herzen berührt hat. „Das ist kein Blala von einem, der einen anderen würdigt. Hier lässt ein echter Freund sein Herz sprechen“, heißt es da unter anderem.

teleschau

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