„Ganz nebenbei“

Trotz Autorenprotesten: Woody Allens Autobiografie erscheint auf Deutsch

„Ganz nebenbei“ wird, wie geplant, am 7. April erscheinen. Die Autobiographie von Woody Allen (im Bild mit seiner Frau Soon Yi Previn) hatte zuletzt für Proteste unter Autoren des Rowohlt-Verlags gesorgt.
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„Ganz nebenbei“ wird, wie geplant, am 7. April erscheinen. Die Autobiographie von Woody Allen (im Bild mit seiner Frau Soon Yi Previn) hatte zuletzt für Proteste unter Autoren des Rowohlt-Verlags gesorgt.

Woody Allens Autobiographie „Ganz nebenbei“ wird in Deutschland wie geplant erscheinen. Dies gab der Rowohlt-Verlag am Donnerstag bekannt.

Diese Entscheidung sorgt für böses Blut unter deutschen Autoren: Die umstrittene Autobiographie „Ganz nebenbei“ des US-Filmregisseurs Woody Allen wird wie geplant am 7. April in Deutschland veröffentlicht. Das bestätigte der Verlag Rowohlt am Donnerstag in einer Pressemitteilung. Zuvor hatten sich 16 Rowohlt-Autoren in einem öffentlichen Brief gegen die Veröffentlichung ausgesprochen.

„Wir stehen zu der Entscheidung, die Autobiographie von Woody Allen, dessen Erzählungen seit 1980 im Rowohlt Taschenbuch erscheinen, im April in einer deutschen Übersetzung zu veröffentlichen“, schreibt Rowohlt-Verleger Florian Illies in dem Statement. Durch die Veröffentlichung „können sich interessierte Leserinnen und Leser ihr eigenes Urteil bilden“.

Die Diskussionen und Sorgen der Öffentlichkeit nehme der Verlag dennoch sehr ernst, heißt es weiter: „Dies betrifft insbesondere den Vorwurf, dass unsere Entscheidung als unangemessen und missverständlich gegenüber Missbrauchsopfern gewertet werden kann.“ In naher Zukunft plane der Verlag in diesem Kontext eine Debatte über „grundsätzliche Fragen des Verlegens von Büchern im Spannungsfeld von Ethik und Meinungsfreiheit im digitalen Zeitalter“.

Seit Anfang der 1990er-Jahre stehen gegen den vierfachen Oscar-Preisträger Missbrauchsvorwürfe im Raum: Allen soll sich an seiner damals erst siebenjährigen Adoptivtochter Dylan Farrow vergangen haben. Die Anschuldigungen, die erstmals im Sorgereichtsstreit mit seiner damaligen Frau Sorgerechtsstreit mit Mia Farrow erhoben wurden und im Zuge der „MeToo“-Debatte neu aufflammten, hat der vierfache Oscarpreisträger stets zurückgewiesen. Vor einer Woche nahm der US-amerikanische Verlag „Grand Central“ von der Veröffentlichung des Buches Abstand, nachdem Mitarbeiter aus Protest ihre Arbeit niedergelegt hatten.

teleschau

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