„Alle heulten, als wir die ehemalige Grenze passierten“

Stefanie Hertel erinnert sich im Interview an die Wendezeit

"Ich habe nicht studiert, aber jede Menge fürs Leben gelernt": Stefanie Hertel betont, sie habe nach drei Jahrzehnten gesamtdeutscher Karriere keinen Grund zu hadern. Anlässlich des Jubiläums der Wiedervereinigung erinnert sich die 41-Jährige an bewegte Jahre, spricht über erfüllte Träume, enttäuschte Hoffnungen und einen Rechtsruck, den sie scharf verurteilt.
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„Ich habe nicht studiert, aber jede Menge fürs Leben gelernt“: Stefanie Hertel betont, sie habe nach drei Jahrzehnten gesamtdeutscher Karriere keinen Grund zu hadern. Anlässlich des Jubiläums der Wiedervereinigung erinnert sich die 41-Jährige an bewegte Jahre, spricht über erfüllte Träume, enttäuschte Hoffnungen und einen Rechtsruck, den sie scharf verurteilt.

30 Jahre Wiedervereinigung - dazu gibt es dieser Tage unzählige Geschichten zu bestaunen. Diese hier begann wie ein Märchen und erzählt von einem Mädchen aus dem Vogtland, das zum ersten gesamtdeutschen Kinderstar avancierte: Stefanie Hertel, heute 41 Jahre alt, reist im Interview nochmals durch drei bewegte Jahrzehnte und zurück in die Wendezeit: „Ich war erst zehn Jahre alt, aber ich habe eine Menge mitgekriegt und kann mich gut erinnern - auch an das Eingesperrtsein.“

Als die Mauer fiel, war sie ein Kind. Und doch war Stefanie Hertel damals in ihrer ostdeutschen Heimat nach ersten Auftritten im DDR-Fernsehen bereits eine kleine Berühmtheit. Dass der Tochter des in der DDR überaus beliebten Vogtländer Musikanten Eberhard Hertel dann direkt der Sprung auf die große gesamtdeutsche Bühne gelang, ist eine jener wundersamen Begebenheiten, die die Wendezeit so mit sich brachte. Noch 1990 trat Stefanie Hertel im Dirndl bei Carolin Reiber vor einem Millionenpublikum auf und wurde prompt entdeckt; 1991 war die Sängerin zum ersten Mal beim Grand Prix der Volksmusik und lernte bei der Gelegenheit gleich ihr westdeutsches Pendant kennen: Mit dem Traunsteiner Kinderstar Stefan Mross verband sie bald eine rührende Teenagerliebe, die dank Yellow Press zu guten Teilen öffentlich stattfand - inklusive der Geburt der gemeinsamen Tochter Johanna (2001), einer Traumhochzeit (2006) und der Scheidung (2012). Es ist in den vergangenen 30 Jahren viel passiert - in der Gesellschaft, in der Unterhaltungsbranche und im Leben der Stefanie Hertel, die mit ihrem neuen Mann, dem aus Österreich stammenden Countrymusiker Leopold „Lanny“ Lanner, im Chiemgau lebt und immer noch ein gefragter Star im deutschsprachigen Raum ist. Anlässlich des Jubiläums der Wiedervereinigung erinnert sich die 41-Jährige an bewegte Jahre, spricht über erfüllte Träume, enttäuschte Hoffnungen und einen Rechtsruck, den sie scharf verurteilt.

nordbuzz: Wie sind Sie bisher durch die Corona-Pandemie gekommen?

Stefanie Hertel: Gut! Natürlich gibt es Einbußen, ohne Konzerte. Alles, was geplant war, fiel aus oder wurde verschoben. Aber, um ehrlich zu sein, hat uns als Familie diese Zeit in die Hände gespielt. Ich denke sowieso immer positiv. Daran hat sich nichts geändert. Ich bin guter Dinge.

nordbuzz: Was genau finden Sie an Corona positiv?

Hertel: Natürlich stellt die Pandemie die ganze Welt, die Gesellschaft und uns alle vor riesige Herausforderungen. Aber ich weiß: Wir hatten Glück - die Gesellschaft, aber vor allem auch wir als Familie, und dafür bin ich dankbar. Wir hatten viel mehr gemeinsame Tage als in anderen Jahren, konnten Dinge tun, an die wir sonst nicht im Traum gedacht hätten. Eine Zeit, die nicht nur meine Seele gut tat, sondern auch unserer Familien-Band More Than Words auf die Sprünge half, die ich mit Lanny und Johanna gegründet habe. Wir haben unser Debütalbum „Home“ herausgebracht, das Projekt nahm Fahrt auf, auch weil wir viel Energie in unseren Facebookauftritt gesteckt haben und kleine Auftritte spielen konnten. Die Fangemeinde wächst.

„Wir hatten Glück - die Gesellschaft, aber vor allem auch wir als Familie“

nordbuzz: Was vielleicht einige überrascht: More Than Words macht englischsprachigen Country-Pop.

Hertel: Ja, ich liebe den Gitarrensound. Das hat in erster Linie damit zu tun, dass Lanny ein Countrymusiker mit Leib und Seele ist. Er denkt 24 Stunden am Tag an nichts anderes (lacht). Außerdem hat uns unsere Lieblingsserie, „Nashville“ mit Connie Britton und Hayden Panettiere, inspiriert. Wir haben jede Folge gesehen, die Lieder nachgesungen, und irgendwann konnten wir uns nicht mehr gegen die Idee wehren: Wir mussten die Band machen! Eigentlich stand dieses Jahr endlich eine Reise nach Nashville auf der Agenda, aber da hat uns Corona einen Strich durch die Rechnung gemacht. Wir hoffen, es klappt 2021.

„Ich spürte, dass wir ein seltsam eingeschränktes Leben führten“

nordbuzz: Denken Sie manchmal noch an die Zeit zurück, als für Sie alles begann?

Hertel: Ja, oft: an die ersten Momente im DDR-Fernsehen. Und an die ganzen Meilensteine, angefangen mit dem Auftritt bei Carolin Reiber in der „Volkstümlichen Hitparade“ 1990. Ein unvergessener Tag, so kurz nach der Wende.

nordbuzz: Wie war das damals?

Hertel: Es kribbelt noch, wenn ich daran denke. Wir waren als Familie mit unserem Wartburg zum allerersten Mal in München - die Hertels in der großen Stadt im Westen, auf einer riesigen Bühne, und alle waren da: von den Wildecker Herzbuben über das Naabtal Duo und die Kastelruther Spatzen bis zu Vico Torriani. Ich war elf Jahre alt, sang mein „Wanderlied“ - und wurde prompt vom großen Musikmanager Hans R. Beierlein entdeckt. Seine rechte Hand, Bizzi Nießlein, kam nach der Sendung zu uns und lud uns in die Räume seines Musikverlags Montana in Schwabing zu Gesprächen ein.

nordbuzz: Und die Familie Hertel war natürlich sofort dabei, oder?

Hertel: Nein, im Gegenteil. Wir waren erst mal total skeptisch, weil wir eben erst sehr schlechte Erfahrungen mit einem vermeintlichen Supermanager aus dem Westen gemacht hatten. Ein Scharlatan, der uns total über den Tisch gezogen hatte ... Doch dann hat man uns gesteckt, mit welcher Größe wir es diesmal zu tun hatten.

nordbuzz: Beierlein war der Manager von Udo Jürgens, er erfand diverse Unterhaltungssendungen, unter anderem die Eurovisionsgala „Grand Prix der Volksmusik“ ...

Hertel: Und er war maßgeblich für die Karrieren von Stefan und mir. Wir lernten uns durch ihn, 1991 bei Beierleins „Grand Prix der Volksmusik“, kennen, und mit dem Titel „Über jedes Bacherl geht a Brückerl“ gewann ich den „Grand Prix der Volksmusik“ des Folgejahres. Verrückte Zeiten. Wir waren plötzlich Kinderstars.

nordbuzz: Wenn man seinen Durchbruch in den Wendejahren geschafft hat, hat man zwangsläufig einen positiven Blick auf jene Zeit, oder?

Hertel: Ja, den habe ich - aber unabhängig von meiner Karriere. Ich war 1989 zwar erst zehn Jahre alt, aber ich habe eine Menge mitgekriegt und kann mich gut erinnern - auch an das Eingesperrtsein. Wir lebten in Grenznähe, im sächsischen Vogtland, da war alles noch strenger. Meine Tante wohnte im Sperrgebiet, was hieß: für jeden Besuch einen Passierschein beantragen. Ich erinnere mich, dass mein Vater eine Einladung für einen Auftritt im 20 Kilometer entfernten Hof bekommen hatte, aber es gab keinen Weg, dorthin zu kommen. Ich weiß auch noch, dass, wenn wir daheim über gewisse Dinge redeten, zum Beispiel über die Kirche, meine Eltern oft sagten: „Sag das bloß nie in der Schule!“ Ich hatte eine tolle Kindheit, aber ich spürte, dass wir ein seltsam eingeschränktes Leben führten. Die Grenzöffnung empfand ich schon als Kind mit zehn Jahren als ungeheure Befreiung.

„Angst habe ich vor gar nichts“

nordbuzz: Was waren Ihre ersten Eindrücke?

Hertel: (lacht) Am ersten Morgen, nachdem die Grenze auf war, fehlte in der Klasse eine Handvoll Schüler. Die sind mit ihren Eltern rübergefahren. Ich musste warten - weil mein Vater gerade auf Tournee war und meine Mutter sagte: „Wenn wir rüberfahren, dann gemeinsam.“ Mit zwei Wochen Verspätung fuhren wir dann mitsamt der Omi im Auto nach Franken. Alle heulten, als wir die ehemalige Grenze passierten.

nordbuzz: Was haben die Eltern Ihnen im Westen als Erstes gekauft?

Hertel: Das weiß ich wirklich noch: Weil in Hof totaler Trabi-Alarm war, fuhren wir nach Kulmbach, dort gab's vom Begrüßungsgeld ein - festhalten! - Klo für die Barbie Puppe, die ich zuvor schon von der West-Verwandtschaft geschickt bekommen hatte. Aber am lustigsten war für mich damals eine Apotheke mit automatischer Tür. Ich ging, glaube ich, 20-mal durch.

nordbuzz: Wie fühlt sich die Erinnerung an?

Hertel: Gut - man blickt viel zu selten zurück, finde ich. Dabei lohnt es sich so sehr. Eine aufregende Zeit für das ganze Land und für mich als junges Mädchen, das plötzlich mit Volksmusik berühmt wurde.

nordbuzz: War das nicht auch beängstigend damals?

Hertel: Nee, Angst habe ich vor gar nichts. Auch Existenzängste kenne ich nicht - wenn es mit der Karriere mal nicht so läuft, weiß ich immer noch, wer ich bin und wohin ich gehöre. Mich haut nichts so schnell um. Es gab natürlich immer mal Phasen, in denen ich mich ärgerte und zu kämpfen hatte ...

nordbuzz: Worüber und womit genau?

Hertel: Es waren eigentlich immer irgendwelche Mediengeschichten ... Ich musste eben auch erst lernen, damit umzugehen - es herrschte um Stefan und mich von Anfang an ein Riesenrummel, und nicht alle bunten Magazine waren damals fair zu uns. Aber im Rückblick verklärt sich wohl auch das: Ich hatte insgesamt fantastische erste Karrierejahre, durfte jeden Winkel in Deutschland kennenlernen und habe überall tolle Menschen getroffen. Alles, was passiert ist, hat mich dorthin gebracht, wo ich heute bin - und da bin ich glücklich.

„Ich habe nicht studiert, aber jede Menge fürs Leben gelernt“

nordbuzz: Sie führen also das Leben, von dem Sie schon als Teenager geträumt hatten?

Hertel: Na ja, einerseits, andererseits: Ich wollte immer professionell Musik machen, aber damals hatte ich schon damit geliebäugelt, noch viel mehr Instrumente richtig zu lernen und Musik zu studieren. - Auch weil ich mir sicher war, dass es irgendwann mit dieser Karriere des Kinderstars vorbei sein würde. Und spätestens dann, wenn kein Hahn mehr nach mir kräht, so dachte ich damals, brauche ich ein solides Fundament. Aber es ging weiter - zum Glück. Jedenfalls gibt es keinen Grund, zu hadern. Ich habe nicht studiert, aber jede Menge fürs Leben gelernt.

nordbuzz: Wie wäre wohl Ihre Karriere ohne Wende und Wiedervereinigung verlaufen?

Hertel: Vermutlich hätte ich studiert und wäre so ein typischer DDR-Künstler geworden - auch nicht schlecht. Ich hatte ja im DDR-Fernsehen schon einen guten Start. Manchmal denke ich auch, dass aus mir etwas ganz anderes hätte werden können: eine Köchin. Ich stamme aus einer Familie, in der alle Frauen hervorragende gelernte Köchinnen waren. Das Talent hätte ich.

nordbuzz: Ihre Tochter Johanna wurde zwölf Jahre nach der Wende, geboren. Denken Sie, diese Generation kann das Epochale jener Zeit nachvollziehen?

Hertel: Wir reden gerade wieder ziemlich viel über damals, aber so ganz können die das wohl nicht erfassen. Wir haben etwas Einzigartiges erlebt: eine Revolution im Frieden, die Wende, eine neue Zeit; und vorher die DDR - mit all ihren Facetten. Wir hatten damals natürlich auch das Gefühl, dass uns die Welt offen steht, aber heute ist es nochmals ganz anders: Die jungen Leute haben fantastische Möglichkeiten, sich zu entfalten. Man müsste eigentlich noch viel mehr dankbar dafür sein, dass alles so gekommen ist.

„Ich habe die Vogtländerin nie abgelegt“

nordbuzz: Sie leben heute mit Ihrem Mann Lanny, der aus Österreich stammt, im Chiemgau. Welche Verbindung haben Sie noch in die sächsische Heimat Oelsnitz?

Hertel: Eine total lebendige. Dort ist meine Familie, ich habe viele Freunde da - ich habe die Vogtländerin nie abgelegt. Auch Johanna ist mindestens eine halbe Vogtländerin. Die haben wir ja früher immer bei Oma und Opa abgestellt, wenn wir auf Tournee gefahren sind.

nordbuzz: Sie sind ein Star in Ost und West-Deutschland, treten im gesamten deutschsprachigen Raum auf, moderieren im MDR-Fernsehen Unterhaltungsshows für ein Millionenpublikum ... Fühlen Sie sich als Pendlerin zwischen den Welten?

Hertel: Nein, so empfinde ich das schon lange nicht mehr - das sind keine zwei Welten mehr. Es ist vieles zusammengewachsen, es ist ein Land - trotz all der Unterschiede, die es natürlich noch gibt.

nordbuzz: Also dann: Wie steht es um die Einheit der Deutschen, 30 Jahre Jahren nach der Wiedervereinigung?

Hertel: Ich sage: Wir sind ganz schön weit gekommen, aber es fehlt noch eine ganze Menge.

nordbuzz: Woran hapert es?

Hertel: Gerade der Generation, die etwas älter als meine ist, den über 50-Jährigen, fehlt es an der Einsicht, dass es nicht mehr Ost und West gibt. Wobei das kein Vorwurf ist - denn das beruht ja alles auf Wahrheiten und gelebten Biografien. Dass es noch heute in gewissen Bereichen eine Ungleichbehandlung gibt, ist ja nicht von der Hand zu weisen. Denken wir an die Löhne. Das ist einfach ungerecht. Trotzdem frage ich mich, warum es im Osten so starke rechte Tendenzen, Pegida und solche Geschichten, gibt. Das gefällt mir ganz und gar nicht.

nordbuzz: Was schlagen Sie vor?

Hertel: Ich kenne da auch keine Lösung, aber ich finde schon, dass man sich - auch im Westen und seitens der Regierung - noch intensiver mit der Frage nach den Gründen auseinandersetzen muss. Warum sind die Menschen im Osten oft so traurig oder auch wütend? Woher kommt der Hass? Das ist man sich einfach schuldig. Meine ganze Hoffnung setze ich aber auf die neue Generation: Johanna ist diese Ost- und West-Diskussion doch völlig wurscht. Die ist mit dem gleichen Selbstverständnis Chiemgauerin wie sie Vogtländerin ist. Ich bin überzeugt, dass diese Generation endlich ein gemeinsames Deutschland gestalten wird.

„Ich bin keine Politikerin, aber ich habe meine Meinung“

nordbuzz: Sie äußern sich immer wieder mal zu politischen Dingen ...

Hertel: Ja, das hat mir leider auch schon den ein oder anderen Shitstorm eingebracht. Ich bin keine Politikerin, aber ich habe meine Meinung, und mit der halte ich nicht hinterm Berg. Ich finde es wichtig, dass man auch als Künstler oder Schlager-Promi eine Haltung hat, und die darf man in diesem Land zum Glück auch zeigen. Dass viele Leute bei mir ganz genau hinhören, damit muss und kann ich leben.

nordbuzz: Sie haben sich 2018 nach den Ausschreitungen von Chemnitz in einem Interview eindeutig gegen Rechts positioniert. Warum?

Hertel: Es war mir ein Bedürfnis. Dass gerade wir in Deutschland solche Probleme mit Neonazis haben, kann einfach nicht sein. Es macht mich traurig - auch weil ich es schon erlebt habe, wie Menschen aus meinem Bekanntenkreis nach rechts abgedriftet sind. Ich verstehe es nicht. Wobei ich andere Meinungen immer akzeptiere - so lange man vernünftig und zivilisiert miteinander sprechen kann ... Die Welt ist schließlich nicht nur schwarz und weiß. Sehen wir ja auch beim Thema Corona - da weiß ich auch oft nicht mehr, was ich denken soll. Natürlich ist Abstandhalten und Maske aufsetzen kein Problem, ich würde auch nie bei einer Hygiene-Demo mitlaufen, aber müssen wirklich so viele Existenzen in der Unterhaltungsbranche vernichtet werden? Eine Wirtschaft im Keller hilft uns doch auch nicht weiter.

nordbuzz: Was denken Sie sich als Wendekind, wenn bei den sogenannten Querdenker- oder Hygiene-Demos kolportiert wird, wir würden in diktatorischen Verhältnissen leben?

Hertel: Das macht mich fassungslos. Wir leben in einem freien Land. Solche Leute möchte man schütteln.

„Fakt ist, dass wir als Gesellschaft teilweise auf Kosten anderer leben und sie ausnutzen“

nordbuzz: Sie sagten vor einiger Zeit, es sei an der Zeit, Nächstenliebe zu üben und nicht darauf zu warten, „dass Behörden und Politiker unser Zusammenleben in allen Bereichen regeln“. Sie belassen es nicht bei Worten. Auf dem Portal „Stefanie Hertel hilft“ bündeln Sie Ihre Hilfsprojekte...

Hertel: Ja, das ist ein Verein, den ich vor allem deshalb gegründet habe, weil ich andere animieren will, auch etwas zu tun. Jeder kann helfen, es ist relativ leicht. Es ist keine große Sache, da geht es mir auch nicht ums Image. Mir ist nur wichtig, dass jeder Cent dort ankommt, wo er ankommen soll - bei den Menschen vor Ort, etwa in Uganda, wo wir Schulen bauen.

nordbuzz: Müssten wir Deutschen uns mehr engagieren?

Hertel: Ja, auf jeden Fall. Schon alleine deshalb, weil viel Leid auf dieser Welt mit unserem Wohlstand zu tun hat. Man kann es uns nicht als einzelne Bürger vorwerfen, uns persönlich trifft keine Schuld. Aber Fakt ist, dass wir als Gesellschaft teilweise auf Kosten anderer leben und sie ausnutzen. Denken Sie an die Umweltverschmutzung oder an Waffenexporte. Ich möchte niemanden verdonnern, aber ich finde, dass wir sehr wohl eine Verantwortung haben.

teleschau

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