Dankesrede zur Preisverleihung

Spike Lee: Donald Trump wird „mit Leuten wie Hitler in die Geschichte eingehen“

Beeinflusst von den Eindrücken, die der Sturm aufs Kapitol am 6. Januar bei ihm hinterlassen haben, nahm Regisseur Spike Lee eine denkwürdige Dankesrede auf - und schoss mit einem Hitler-Vergleich gegen Ex-Präsident Donald Trump.
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Beeinflusst von den Eindrücken, die der Sturm aufs Kapitol am 6. Januar bei ihm hinterlassen haben, nahm Regisseur Spike Lee eine denkwürdige Dankesrede auf - und schoss mit einem Hitler-Vergleich gegen Ex-Präsident Donald Trump.

Auf die Auszeichnung für seinen Kurzfilm „New York, New York“ folgte eine denkwürdige Videobotschaft: Regisseur Spike Lee zeigte sich vom Sturm auf das Kapitol schwer getroffen - und glaubt, dass Donald Trump in der Geschichte „mit Leuten wie Hitler“ auf der falschen Seite landen wird.

Am Sonntag lud der New York Film Critics Circle zum 86. Mal - und erstmals digital - zur Preisverleihung. Einen Spezialpreis erhielt Regisseur und Drehbuchautor Spike Lee für seinen Kurzfilm „New York, New York“, welchen er zu Beginn der Corona-Pandemie im Mai 2020 zunächst auf Instagram veröffentlicht hatte.

Seine Dankesrede zeichnete er bereits am 6. Januar auf, dem denkwürdigen Tag, an dem Unterstützer des abgewählten Präsidenten Donald Trump das Kapitol in Washington stürmten. Von diesen Eindrücken zeigte sich der 63-Jährige im Video schwer getroffen - und machte Trump für die Ausschreitungen verantwortlich. Dabei zog er einen gewagten Vergleich: „Dieser Präsident, Präsident Agent Orange, wird mit Leuten wie Hitler in die Geschichte eingehen.“

Bezogen auf den Tag der Aufnahme erklärte Spike Lee: „Dies ist ein sehr trauriger Tag in der amerikanischen Geschichte.“ Er sieht das Ansehen der USA beschädigt. „Die ganze Welt lacht über die Vereinigten Staaten von Amerika, die sogenannte Wiege der Demokratie.“ Sein Land befände sich an einer Kreuzung, und es sei wichtig, nun die Sicherheit zu gewährleisten. „Dies ist kein Spiel. Diese Leute haben Waffen mit Munition“, so der besorgte Regisseur in Bezug auf den gewaltbereiten Mob. „Ich hoffe bei Gott, dass ich falsch liege“, erklärte Lee, aber Menschen würden aufgrund dieses „Bullshits“ getötet werden. Trump und „alle seine Jungs“ würden auf der falschen Seite in die Geschichte eingehen.

Launige Laudatio, und Preisverleihung post mortem

Zumindest die Preisverleihung selbst dürfte für Spike Lee Grund zur Freude gewesen sein. Mit dem gebürtigen New Yorker Martin Scorsese hielt ein weiterer Starregisseur eine launige Laudatio und spielte auch auf den Titel an, der ihm „sehr bekannt“ vorgekommen sei. Scorseses Witz spielte auf seinen eigenen Film von 1977 an, der ebenfalls „New York, New York“ hieß. „Danke dafür, dass du allen New Yorkern durch diese Zeit hilfst“, schloss Scorsese.

Damit nicht genug: Auch Spike Lees zweiter Film aus dem Jahr 2020, das Kriegsdrama „Da 5 Bloods“, wurde mit zwei individuellen Auszeichnungen bedacht. Delroy Lindo wurde als bester Hauptdarsteller, Chadwick Boseman - posthum - als bester Nebendarsteller ausgezeichnet. Boseman verstarb am 28. August 2020 mit nur 43 Jahren an den Folgen einer Darmkrebs-Erkrankung.

teleschau

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