Nach Tod von George Floyd

Ruth Moschner („Grill den Henssler“) setzt Zeichen im Kampf gegen Rassismus im Alltag

Ruth Moschner ist schwer betroffen vom Schicksal von George Floyd. Die Vox-Moderatorin will gegen den Rassismus im Alltag ankämpfen.

  • Ruth Moschner nimmt Anteil am brutalen Tod von George Floyd
  • Auf Instagram meldet sich die „Grill den Henssler“-Moderatorin zu Wort
  • Nach Verschwinden von Ruth Moschner - so setzt sie sich gegen Rassismus ein

Ruth Moschner bekam Wind von den politischen Protesten in den USA. Auch hierzulande schockierte das George Floyd-Video viele Menschen und bewegte sie dazu, sich aktiv gegen Rassismus einzusetzen. Auf Instagram berichtet die Ex-“Grill-den-Henssler“-Moderatorin von ihren eigenen Erfahrungen und erklärt, wie sie selbst gegen Rassismus vorgeht.

Geboren: 11. April 1976 (Alter 44 Jahre), München
Größe: 1,69 Meter
Ausbildung: Werner-Heisenberg-Gymnasium
Bücher: Dicke Möpse, Vollblondige Businen, u.v.m.
Filme: Rosamunde Pilcher: Vollkommen unerwartet, African Race – Die verrückte Jagd nach dem Marakunda

Ruth Moschner: TV-Moderatorin setzt ihre Bekanntheit für Statement gegen Rassismus ein

Ruth Moschner ist vor allem aus den TV-Shows „Grill den Henssler“ (Vox) und „The Masked Singer“ (ProSieben) bekannt. Dort sorgte die Münchenerin mit ihrer kecken Art immer wieder für frischen Wind. Doch nicht nur an der Seite von Steffen Henssler glänzte die 44-Jährige, nein, auch auf Instagram hat sich die schöne Blondine eine ganz eigene Follower-Front aufgebaut.

Ruth Moschner äußert sich via Instagram zum Rassismus-Problem (Montage).

Auf der Plattform nutzt Ruth Moschner gerne ihren Prominentenstatus dazu, um über Gott und die Welt zu berichten. Der grausame Tod von George Floyd, der sich vor einigen Wochen ereignete, ließ die TV-Moderatorin einfach nicht mehr ruhig schlafen. Sie entschied sich dazu, über ihre eigenen Rassismus-Erfahrungen zu sprechen. In einem ellenlangen Text erklärte die Ex-“Grill-den-Henssler“-Moderatorin jetzt, wie sie selbst gegen Alltagsrassismus vorging.

Ruth Moschner: Rassismus im Alltag - „The Masked Singer“-Moderatorin will zuhören und lernen

Pünktlich nach ihrer siebentägigen Instagram-Auszeit kam Ruth Moschner zurück. Sie erklärte ihren rund 316.000 Followern: „Wir können nicht einerseits den Rassismus-Opfern gedenken und andererseits nichts an unserem Verhalten verändern“. Die „The-Masked-Singer“-Jurorin appelliert: „Das heißt für uns Nicht-Betroffene: zuhören und lernen. Und für alle anderen: laut bleiben, geduldig erklären.“ Sie selber wurde im Alltag ständig mit Rassismus konfrontiert und merkte dies erst sehr spät: „Ich bin Jahrgang 1976. Das heißt, ich habe in den 80ern viele Kinderfeste mit N****küssen gefeiert. Die waren so lecker. Heute heißt die Süßigkeit aus Eiweiß, Zucker und Schokoglasur Schokokuss. Dass diese Nascherei bei Schwarzen, PoC negative Gefühle auslöst, wird mir erst bewusst, als es mir jemand erklärt.“

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Die gestrigen Demonstrationen waren nicht das Ende von Rassismus. Sie waren ein Anfang einer Veränderung. Ausgelöst wurde die aktuelle Debatte durch "mutmaßliche" Morde. Fakt ist: wären diese Videos nicht aufgetaucht, hätten wir diese Diskussion nicht. Aber: wir können nicht einerseits den Rassismus-Opfern gedenken und andererseits nichts an unserem Verhalten verändern. Das heißt für uns Nicht-Betroffene: zuhören und lernen. Und für alle anderen: laut bleiben, geduldig erklären. Bitte. Denn "weiß" kommt manchmal von "Nicht-Wissen" und "Nicht-Sehen". Das ist natürlich keine Entschuldigung. Für alle, die sagen, sie seien kein Rassist, möchte ich mit ein paar Beispielen deutlich machen, wie ich Alltagsrassismus erlebe und wie einfach es für mich ist, das zu verändern. Als Kind habe ich keine Unterschiede wahrgenommen. Ist eine sympathisch, freundet man sich an, lacht, verbündet sich gegen die Jungs, Farbe ist wurscht. Hauptsache auf Augenhöhe. Ich bin Jahrgang 1976. Das heißt, ich habe in den 80ern viele Kinderfeste mit N****küssen gefeiert. Die waren so lecker. Heute heißt die Süßigkeit aus Eiweiß, Zucker und Schokoglasur Schokokuss. Dass diese Nascherei bei Schwarzen, PoC negative Gefühle auslöst, wird mir erst bewußt, als es mir jemand erklärt. Danke dafür. Über die Hintergründe des Begriffs und die dringend notwendige Abschaffung habe ich hier schon mal ausführlich geschrieben. Wir haben im Kindergarten "Wer hat Angst vorm schwarzen Mann" gesungen. Ich stelle mir dabei einen Schornsteinfeger vor. Bei "Zehn kleinen N*****" gibt es keine Zweideutigkeit. Ich habe beim Otto-Waalkes-Witz mitgelacht: "This is Alice Schwarzer - das sind alles N****!". Das tut mir leid. Seit dem Moment des Zuhörens benutze ich den Kolonialherren-Begriff nicht mehr. Auch dass schwarze Haut anders ist, ist mir nicht aufgefallen. Nicht im Sinne von "hach, wir sind Zwillinge", sondern „oh, Du brauchst anderes Zeugs als ich, wo gibt es das?!“ Bis zu dem Zeitpunkt, als man sich mal zu zweit schminkt und das Gesichtspuder nicht austauschen kann. Andere Farbe. Gab es damals übrigens, wenn überhaupt, nur in einer Nuance: "dark"... weiter in den Kommentaren ⏬

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Auch über rassistische Otto Waalkes-Witze habe sie früher gelacht: „This is Alice Schwarzer - das sind alles N****!“. Ruth Moschner erkannte ihr Fehlverhalten und entschuldigte sich öffentlich bei ihren Mitmenschen. „Das tut mir leid“, erklärte die Münchenerin in ihrem Instagram-Post. Sie habe verstanden, dass die simple Reflexion einiger Dinge große Veränderungen bewirken kann. Die Ex-“Grill-den-Henssler“-Moderatorin appelliert deshalb noch einmal an ihre Follower: „Wenn ihr euch in meinem Text wieder erkennt, wenn die letzten Tage euer Bewusstsein erweitert haben, dass euch klar wird, dass Nichtstun keine Lösung ist, dann ändert etwas. Fragt. Debattiert. Fangt an. Jetzt. Hier. Bitte. Danke! Ach ja, übrigens. Es wird euch nichts weggenommen, wenn alle die gleichen Rechte bekommen. Nur für den Fall, dass das eure Sorge ist“.

Ruth Moschner: SO befürwortend reagieren die Fans auf das Instagram-Statement

Die positiven Kommentare unter Ruth Moschners Instagram-Beitrag häufen sich. Es heißt zum Beispiel: „Toller Text. Höchste Zeit, dass sich jetzt endlich was ändert“, oder „Much respect to you“. Mit ihren Worten hat der ProSieben-Star, der seit 17 Jahren mit Schatzi Peter auf Wolke 7 schwebt, wohl komplett richtig gelegen, denn so viel Zustimmung finden Prominente auf Instagram eher selten.

Auch wenn Ruth Moschner ihr Verhalten gegenüber rassistischen Aussagen komplett geändert hat, ist der Anti-Rassismus-Kampf noch längst nicht am Ziel. Ihr inspirierender Instagram-Beitrag geht jedoch in die richtige Richtung. Auch in ihrer Karriere geht die Moderatorin in die richtige Richtung, denn Ruth Moschner moderiert eine neue TV-Show trotz eine Tanz-Tragödie.

Quelle: nordbuzz.de

Rubriklistenbild: © David Young/Hendrik Schmidt/picture alliance/dpa

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