Miriam Stein über Ernährung und AfD

„50 Prozent der Treibhausgase würden wegfallen“

Miriam Stein, Mutter und Ehefrau von Schauspieler Volker Bruch (Kommissar Rath aus „Babylon Berlin“), ist mit ihren Lieben aufs Brandenburgische Land gezogen. Die kleine Familie lebt vegan - und sucht sogar dem Dialog mit dortigen AfD-Wählern.
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Miriam Stein, Mutter und Ehefrau von Schauspieler Volker Bruch (Kommissar Rath aus „Babylon Berlin“), ist mit ihren Lieben aufs Brandenburgische Land gezogen. Die kleine Familie lebt vegan - und sucht sogar dem Dialog mit dortigen AfD-Wählern.

Wir müssen unseren Lebensstil dringend ändern, sagt Schauspielerin Miriam Stein („Steirerkind“), die selbst seit vielen Jahren vegan lebt. Auch ansonsten hält die 31-Jährige neue Wege für nötig, um den Zerfall der Gesellschaft zu verhindern. Dazu gehört für sie auch ihr Dialog mit AfD-Wählern.

Obwohl die dreiteilige ZDF-Verfilmung des literarischen Bestellers „Unterleuten“ nicht unbedingt Werbung fürs Landleben macht, fühlt sich Miriam Stein, die seit letzten Sommer im Brandenburgischen lebt, in ihrer neuen dörflichen Umgebung wohl. Dort könne man auch besser die Zusammenhänge zwischen Landwirtschaft, Ernährung und Klimawandel verstehen. „Würden alle Menschen auf der Erde vegan leben, was übrigens auch der Gesundheit sehr guttut, würden sofort 50 Prozent der Treibhausgase, die für den Klimawandel verantwortlich sind, wegfallen. Sie kommen nämlich alle von der Nutztierhaltung.“ Stein selbst lebt seit fünf Jahren vegan. Ebenso wie ihr Mann, der Schauspieler Volker Bruch - Kommissar Rath aus „Babylon Berlin“ - und das gemeinsame Kind der beiden Wahl-Dörfler.

Dass das Landleben einsam mache, gerade wenn man als schauspielendes Paar wegen Dreharbeiten oft getrennt voneinander sei, kann die Tochter einer österreichischen Theaterregisseurin und des Schweizer Moderators Max Moor („ttt“) nicht behaupten: „Es ist schon ein großer Unterschied, ob man es mit Menschen zu tun hat, die sehr weltläufig unterwegs sind, die sich alle sehr bewusste Gedanken machen - aber am Ende eben doch weiter durch die Welt fliegen. Oder, ob ich mich mit einem Bauern in meinem Dorf unterhalte, der sagt: Aber klar merke ich den Klimawandel - es regnet einfach nicht mehr bei uns.“

„Die AfD wird sicher keine Lösungen bringen“

Entgegen dem Klischee, brandenburgische „Landbewohner“ seien eher mürrisch, gibt die 31-Jährige an, in den ersten Monaten ihres Landlebens bereits mehr Leute auf der Straße kennengelernt zu haben, als zuvor in Berlin über zehn Jahre. „Ich kenne auch Leute im Dorf“, sagt sie, „die offen AfD wählen. Auch da ist es interessant und wichtig, mit denen ins Gespräch zu kommen.“

Trotzdem ist sich die engagierte Schauspielerin sicher, dass von der Partei AfD selbst keine Lösungen zu erwarten sind: „Egal, wie groß die eigenen Ängste sind, versuche ich, den Menschen klarzumachen, dass die AFD keine Option ist und sicher keine Lösungen bringen wird. Dabei muss ich aber die Ängste der Menschen ernst nehmen. Das haben die anderen Parteien zu wenig getan. Gewissermaßen lerne ich auf dem Dorf mehr über das Leben und die Menschen, als in der geschützten Blase der Großstadt, weil man sich mit allem mehr auseinandersetzen muss. Weil es näher an einem dran ist.“

„Unterleuten“ ist in der Mediathek und ab Montag, 9. März, 20.15 Uhr, im ZDF zu sehen.

teleschau

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