„Am besten gefallen mir die Prügeleien“

Pia Stutzenstein ist neu bei „Alarm für Cobra 11“

Neben Erdogan Atalay ist nun Pia Stutzenstein als Polizeikommissarin Vicky Reisinger in dem TV-Dauerbrenner "Alarm für Cobra 11" zu sehen. Die RTL-Actionserie startet am Donnerstag, 20. August, mit sechs Folgen in eine neue Staffel.
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Neben Erdogan Atalay ist nun Pia Stutzenstein als Polizeikommissarin Vicky Reisinger in dem TV-Dauerbrenner „Alarm für Cobra 11“ zu sehen. Die RTL-Actionserie startet am Donnerstag, 20. August, mit sechs Folgen in eine neue Staffel.

Mit Pia Stutzenstein bekommt Erdogan Atalay in dem Action-Dauerbrenner „Alarm für Cobra 11“ endlich eine Frau an seine Seite. Wie sie sich auf Driftszenen oder Prügeleien vorbereitet, verrät die 31-Jährige im Interview.

Seit 1996 sorgt Erdogan Atalay als Semir Gerkhan in „Alarm für Cobra 11 - Die Autobahnpolizei“ für Recht und Ordnung. Nun startet die Actionserie am Donnerstag, 20. August (20.15 Uhr), mit sechs Folgen in die neue Staffel - und zwar nicht nur mit Karacho und brandaktuellen Themen, sondern auch mit einer neuen Besetzung: Erstmals in der Geschichte der 24 Jahre alten RTL-Serie ermittelt neben Atalay eine Frau. Pia Stutzenstein verkörpert die neue Polizeikommissarin Vicky Reisinger in dem TV-Dauerbrenner. Im Interview offenbart die 31-Jährige, wie sie privat Auto fährt, wie intensiv und sportlich sie sich auf die Actionszenen vorbereitet und warum es so wichtig ist, dass Semir endlich eine Frau an seine Seite bekommt.

nordbuzz: Frau Stutzenstein, als erste Kommissarin bei „Alarm für Cobra 11“ brettern Sie mit Vollspeed über die Autobahn. Wie würden Sie denn Ihren eigenen Fahrstil beschreiben?

Pia Stutzenstein: Mein privater Fahrstil ist durchaus „Alarm für Cobra 11“-mäßig. Meine Freunde können das bestätigen (lacht). Ich gebe schon gerne Gas. Natürlich fahre ich nicht hektisch oder unkontrolliert, aber ich mag es einfach, im Auto zu sitzen und schnell zu fahren.

nordbuzz: Haben Sie vor den Dreharbeiten ein ausgiebiges Fahrtraining genossen?

Stutzenstein: Es gab zwar kein klassisches Fahrtraining, allerdings gab es ein Drifttraining.

nordbuzz: Wie dürfen wir uns das vorstellen?

Stutzenstein: Beim Casting saßen wir Neuen gemeinsam mit einem Stuntman im Auto, der uns gezeigt hat, wie man driftet. Da ging es vor allem darum, zu checken, ob wir Angst davor haben. Aber es hat super funktioniert, obwohl ich das noch nie zuvor in meinem Leben gemacht habe. Aber seitdem ich „The Fast and the Furious: Tokyo Drift“ gesehen habe, dachte ich mir immer: „Boah geil! Ich will unbedingt einmal driften.“ Dieser Traum hat sich beim Stunt-Casting erfüllt (lacht).

nordbuzz: Und war es der erwartete Adrenalinstoß?

Stutzenstein: Total! Lustig war, dass der Stuntman neben mir saß und keine Miene verzogen hat. Ich habe ihn dann gefragt: „Was ist los mit dir? Ist das nicht aufregend für dich?“ Er hat nur geantwortet: „Pia, ich mache das seit zwanzig Jahren. Das ist echt nicht mehr aufregend für mich.“ Das ist einfach nichts mehr Besonderes (lacht).

„Wenn es um eine Action-Szene geht, weiß Erdogan einfach, wie es geht“

nordbuzz: Beim Casting trafen Sie erstmals auf Urgestein Erdogan Atalay.

Stutzenstein: Erdogan ist ja nicht nur Hauptdarsteller, sondern auch Executive Producer. Ich habe beim Casting auch direkt gemeinsam mit ihm gespielt. Letztlich ist es ja seine Aufgabe, zu entscheiden, mit wem das Zusammenspiel am besten funktioniert. Und zwischen uns hat die Chemie wirklich von Beginn an gestimmt.

nordbuzz: Als Ihr Kollege mit „Alarm für Cobra 11“ anfing, waren sie gerade einmal sieben Jahre alt. Hatte er hilfreiche Tipps parat?

Stutzenstein: Ich habe auf jeden Fall als Kind donnerstagabends öfter „Alarm für Cobra 11“ geguckt. Da saß ich gemeinsam mit meinem Bruder vor dem Fernseher. Aber ich wusste ja vorher überhaupt nicht, wie Erdogan Atalay als Mensch tickt. Dementsprechend hatte ich auch ein bisschen Ehrfurcht. Aber als wir dann zusammenarbeiteten, habe ich festgestellt, was für ein liebenswerter Mensch er ist. Er war immer sehr hilfsbereit und hat mich bei allem super unterstützt. Wenn es um eine Action-Szene geht, weiß Erdogan einfach, wie es geht. Schließlich macht er das schon seit Jahrzehnten.

nordbuzz: Empfinden Sie eine starke Frauenrolle in der Serie als längst überfällig?

Stutzenstein: Grundsätzlich tut es der Serie gut, dass jetzt mal eine Frau dabei ist. Einfach, um moderner zu werden und mit der Zeit zu gehen. Ich finde, starke Frauenrollen sind nicht nur bei „Alarm für Cobra 11“, sondern im gesamten deutschen Fernsehen unterrepräsentiert - und somit überfällig. Frauen werden zwar zunehmend sichtbarer, beispielsweise gibt es mehr Kommissarinnen im „Tatort“ als früher. Aber Frauen und Action? Das gibt es überhaupt nicht im deutschen Fernsehen/Kino. Man denkt vielleicht an Hollywood, beispielsweise an Lara Croft oder Charlize Theron in ihrer neuen Rolle in „The Old Guard“. Deswegen freue ich mich um so mehr, so etwas zeigen zu können.

nordbuzz: Haben Sie die Stunts selbst gemacht?

Stutzenstein: So weit es möglich ist, mache ich alle Stunts selber. Ich hätte gerne auch die gefährlicheren Stunts ausgeführt, beispielsweise das Springen von der Brücke auf einen Kran. Aber da kann dann leider auch immer etwas passieren. Es reicht ja, einfach umzuknicken. Um zu garantieren, dass ich auch am nächsten Tag drehen kann, muss dann das Stuntdouble ran.

„Also am besten gefallen mir die Prügeleien“

nordbuzz: Gab es Szenen, die Sie besondere Überwindung gekostet haben?

Stutzenstein: Wir haben kürzlich eine Folge gedreht, in der ich selbst fliegen muss, und zwar mit einem ganz alten Doppeldecker-Flugzeug. Das hat mich wirklich Überwindung gekostet. Ich habe keine Flugangst, doch alleine die Vorstellung, selbst ein Flugzeug zu fliegen, ist heftig. Dann ist man noch nicht einmal angeschnallt, und alles muss super schnell gehen. Natürlich sitzt da noch ein Pilot dabei, der unter anderem das Flugzeug startet. Aber bei so einer Art Flugzeug das Steuerrad in die Hände zu nehmen und dann hochzuziehen, ist schon krass (lacht).

nordbuzz: Welche Szenen haben am meisten Spaß gemacht? Ihre Figur muss ja ordentlich einstecken ...

Stutzenstein: Also am besten gefallen mir die Prügeleien. Ich mag es, wenn es eine durchchoreografierte Abfolge gibt. Die kann man immer verbessern und noch ein Stückchen cooler machen. Es macht mir einfach richtig Spaß, körperlich zu werden.

nordbuzz: Sie gelten als sportbegeistert. Hat sich Ihre Sportlichkeit bei den Dreharbeiten ausgezahlt?

Stutzenstein: Auf jeden Fall. Man braucht ein gewisses Körpergefühl, um Geplantes überhaupt umsetzen zu können. Damit es eben wirklich so aussieht, als würde man hinfallen, und nicht als würde man herumschwanken (lacht).

nordbuzz: Wie haben Sie sich denn während den Kontaktbeschränkungen fitgehalten?

Stutzenstein: Tatsächlich zu Hause. Ich habe angefangen, die Übungen mitzumachen, die die Topmodels auf Instagram online stellen. Zusätzlich bin ich auch in Berlin noch laufen gegangen. Das Rennen und die Kampfszenen sind wirklich anstrengend. Man macht das ja nicht nur einmal, sondern je nachdem wie man dreht auch echt mal länger. Deshalb ist es auch wichtig, sich zu dehnen und sich am besten auch etwas warmzumachen. Ein Kaltstart ist da nicht gut für die Muskeln.

nordbuzz: Die Serie fasst auch einiges heißes Eisen an. War es höchste Zeit, dass, „Racial Profiling“ in einer deutschen Polizeiserie aufgegriffen wird?

Stutzenstein: Ich bin grundsätzlich der Meinung, dass man den Zuschauern Ungerechtigkeiten in Form von Gesellschaftskritik zeigen sollte. Einfach, um klarzustellen: Das ist nicht in Ordnung. Ich stehe voll dahinter, dass wir das so gelöst haben. Die Folgen wurden ja sowohl geschrieben als auch gedreht, bevor die Debatte um Polizeigewalt so intensiv geführt wurde. Die Thematik ist nun also interessanter und aktueller denn je. Ich wünschte, wir würden das erst jetzt drehen. Dann hätte ich sicher einen noch schärferen Blick auf die Problematik.

„Kultur ist das, was die Gesellschaft am Leben erhält“

nordbuzz: Sie kommen vom Theater. Blutet Ihnen das Herz angesichts der Situation, die die Branche aktuell durchmacht?

Stutzenstein: Ja. Mein Herz blutet immer schon, wenn es um das Theater geht. Theater bekommen einfach keine Unterstützung. Allerdings war das schon immer so und hat nicht nur mit Corona zu tun. Natürlich ist es mit der aktuellen Krise besonders schlimm, viele Theater oder Kinos müssen schließen. Ich verstehe einfach nicht, warum der Staat das finanziell nicht mehr unterstützt. Kultur ist schließlich das, was die Gesellschaft am Leben erhält.

nordbuzz: In welchem Zusammenhang wurde Ihnen das besonders bewusst?

Stutzenstein: Beispielsweise habe ich einmal in Weißrussland in einem Theaterstück mitgewirkt. In diesem Land gibt es so viele Restriktionen, dort ist so viel verboten. Dem Theater kommt dort eine große Bedeutung zu. Ich finde es schade, dass diese Kunstform in Deutschland manchmal etwas untergeht. Wenn es sich ergibt, kann ich mir auch eine Rückkehr auf die Theaterbühne vorstellen.

nordbuzz: Möglicherweise auch wieder etwas Komödiantisches auf der Bühne oder vor der Kamera?

Stutzenstein: Ja, na klar. Ich liebe Comedy, und kann mir durchaus vorstellen, wieder etwas wie „Comedy Rocket“ zu machen. Aber aktuell gibt es diesbezüglich keine Pläne.

teleschau

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