Eklat um Sänger

Nach RTL-Rausschmiss: Til Schweiger gibt Xavier Naidoo Rückendeckung

Mit einem Musikvideo hat der Sänger Xavier Naidoo kürzlich für Aufsehen gesorgt.
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Mit einem Musikvideo hat der Sänger Xavier Naidoo kürzlich für Aufsehen gesorgt.

Es mehren sich die Reaktionen auf den Eklat um Xavier Naidoo: Nach dem Rauswurf des bisherigen DSDS-Jurors bei RTL äußern sich prominente Weggefährten. Nicht alle brechen den Stab über den Sänger. „Ich bin Team Naidoo!“, ließ Til Schweiger wissen.

Vor wenigen Tagen sorgte Xavier Naidoo durch ein Online-Video für Aufregung: In einem kurzen Musik-Clip, der aus dem Jahr 2018 stammt, singt er Zeilen wie folgende: „Ich habe fast alle Menschen lieb, aber was, wenn fast jeden Tag ein Mord geschieht, bei dem der Gast dem Gastgeber ein Leben stiehlt?“ Kritiker des Musikers wollen in den Zeilen rassistische Botschaften ausgemacht haben. Auch der Sender RTL, für den Naidoo kürzlich in der Jury der Casting-Show „Deutschland sucht den Superstar“ saß, zeigte sich irritiert. Noch am Mittwoch war der Sänger mit sofortiger Wirkung aus der Jury ausgeschlossen worden. Gestern teilte der Sender mit, dass Naidoo auch in Zukunft nicht mehr in die Casting-Show zurückkehren werde.

Zwar hatte Xavier Naidoo via Facebook und Instagram eine Stellungnahme zu den Anschuldigungen veröffentlicht, allerdings gingen diese dem Sender nicht weit genug. Ein persönlicher Austausch mit den Senderverantwortlichen sowie eine öffentliche Diskussion hatte der Sänger jedoch abgelehnt.

Inzwischen haben sich auch einige Prominente zu dem Fall geäußert, darunter Smudo: Der Rapper der Fantastischen Vier gab an, dass ihm die Stellungnahme Naidoos nicht weit genug ginge. In einem Interview mit „Focus Online“ sagte der 52-Jährige: „Ich habe gesagt, dass es sehr wichtig wäre, wenn er sich sehr glaubhaft von dem Video distanzieren und es erklären könnte. Zum Beispiel, wenn er gesagt hätte: Das ist nur ein Ausschnitt gewesen aus einem eigentlich kritischen Lied, aus dem Zusammenhang gerissen, hier ist das Original. Oder wenn er sagen würde: Ja, ich war damals so drauf, aber davon distanziere ich mich heute, vor allem im Licht des Attentats von Hanau.“ Stattdessen habe sich Naidoo in seinem Statement gerechtfertigt und sei dabei unpräzise geblieben.

„Xavier Naidoo ist seit Jahren ein Grenzgänger“

Das Argument der künstlerischen Freiheit lässt Smudo an dieser Stelle nicht mehr gelten: „Die künstlerische Freiheit ist auch wichtig. Aber das Erste, was ich dachte, als ich das Video von Naidoo jetzt gesehen habe, war: Also, jetzt reicht's! Wir haben schon so viele Augen zugedrückt - die Reichsbürgernummer, das war schon heftig, und auch die Texte.“ Der Rauswurf aus der „DSDS“-Jury sei seiner Meinung nach richtig gewesen.

Auch die Söhne Mannheims, zu denen Xavier Naidoo lange gehörte, haben sich öffentlich von ihrem Gründungsmitglied distanziert. Auf ihrer Facebook-Seite schreibt die Band: „ Xavier und wir gehen seit einiger Zeit getrennte Wege, und als Musikerkollektiv stehen wir klar und konkret gegen Hass, Gewalt und Rassismus! Bestimmt ist es wichtig, in der heutigen Zeit Dinge anzusprechen, gerne auch kontrovers, aber man muss sich der Macht des Wortes bewusst sein.“ Gegenüber „Bild“ hatten die Musiker ihre Aussage nochmals konkretisiert: „Die getrennten Wege beziehen sich darauf, dass sich Xavier in den letzten Monaten ausschließlich auf seine Solokarriere konzentriert hat und für eine Zusammenarbeit keine Zeit war. Mittlerweile sind neue Mitglieder hinzugekommen, und momentan wird an neuem Songmaterial gearbeitet, bei dem Xavier nicht involviert ist.“ Aktuell sei auch keine neue Zusammenarbeit mehr geplant, wie die „Bild“ schreibt.

Relativ knapp und eindeutig äußerte sich auch der Ex-Fußballer Hans Sarpei. Auf Facebook schreibt der 43-Jährige: „Xavier Naidoo ist seit Jahren ein Grenzgänger. Diese Grenze hat er leider einmal mehr überschritten. Schade.“

„Ich bin Team Naidoo!“

Eine andere Haltung äußerte Til Schweiger: Der „Tatort“-Star hat die Stellungnahme Naidoos bei Facebook gelikt und mit „100%“ kommentiert. In einem Statement gegenüber „Bild“ verlautbarte der Schauspieler, Produzent und Regisseur: „Das Lied kenne ich nicht. Aber das sieht man ja seit Jahren, wie der Xavier immer in der Presse als homophob, antisemitisch und ausländerfeindlich dargestellt wird.“

Im weiteren Verlauf spricht er Xavier Naidoo seine Unterstützung aus: „Ich kenne ihn seit 20 Jahren und ich weiß, dass er ein zutiefst gläubiger Mensch ist, der sich nichts weiter wünscht als Liebe für alle. Er hat ja auch sein Statement auf Instagram gemacht. Das unterschreibe ich zu 100 Prozent. Ich bin Team Naidoo!“

teleschau

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